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Modebranche Andreas Baumgärtner soll die angestaubte Sportmarke Bogner verjüngen

Der Firmenchef hat den Umsatzverfall der Luxusmarke gestoppt. Doch Andreas Baumgärtner muss weiterhin beweisen, dass er der Richtige für den Job ist.
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Bogner: Andreas Baumgärtner soll die Sportmarke verjüngen Quelle: action press
Andreas Baumgärtner

Die Chemie mit Firmeninhaber Bogner muss stimmen.

(Foto: action press)

Düsseldorf Andreas Baumgärtner will es wissen in Berlin. Zum Auftakt der Fashion Week hat er das E-Werk, ein ehemaliges Kraftwerk, in Berlin-Mitte angemietet. Hier will der 54-jährige Chef von Bogner in einer Modenschau zeigen, wie er die alte Sportmodemarke verjüngen will.

Er lässt Models in übergroßen, poppigen Daunenjacken auftreten. Er kombiniert sie mit Klassikern wie der von der Unternehmensgründerin Maria Bogner erfundene Steghose. Und er schreibt den Markennamen Bogner dutzendfach groß und breit auf Sweatshirts und Tops und macht ihn so selbst zum Designelement.

„Wir wollen eine Sportmode-Luxusmarke sein, die teuerste in diesem Segment“, sagt der knapp zwei Meter große Mann mit der eckigen schwarzen Brille nach der Show. „Es ist wichtig, dass die deutsche Modeindustrie da oben mitspielt und das nicht französischen oder italienischen Marken überlässt.“

Baumgärtner will es wissen, auch weil er dem Firmeninhaber Willy Bogner beweisen will, dass er der Richtige ist, um Bogner wieder auf Wachstumskurs zu führen. Denn im Geschäftsjahr 2016/17 war der Umsatz um 2,5 Prozent auf rund 151 Millionen Euro gesunken.

Damals hatte noch Alexander Wirth das Sagen. Doch der ehemalige Deutschland-Chef von Polo, Ralph Lauren, musste nach gut einem Jahr „mit sofortiger Wirkung“ wieder abtreten – „wegen unterschiedlicher Auffassung in der Unternehmensausrichtung“. Wirth war der erste familienfremde CEO, dem Inhaber Bogner die Geschicke seiner Firma überließ.

Wir wollen die teuerste Marke in unserem Segment sein. Andreas Baumgärtner – Bogner-Chef

Zuvor hatte Willy Bogner, der langjährige CEO und Sohn der Firmengründerin, versucht, sein Unternehmen mithilfe von Goldman Sachs zu verkaufen. Doch die Investoren, die die US-Investmentbank ihm präsentierte, und der Kaufpreis passten Bogner nicht. So behielt er sein Unternehmen, erst einmal.

Nach der Trennung von Wirth soll nun Ex-Marc-O’Polo-Vorstand Baumgärtner die Sportmodemarke in die Zukunft führen. Er muss vor allen Dingen jüngere Kunden gewinnen. „Es ist richtig, die Marke zu verjüngen“, sagt Modeberater Franz Maximilian Schmid-Preissler. „Aber die Zukunft für Bogner liegt in der funktionalen Kleidung, nicht in der modischen.“

Anfangs bezweifelten Kritiker, dass der ausgewiesene Fachmann für Produktdesign von Marc O’Polo der Richtige ist, um das Familienunternehmen als CEO zu führen. Aber wichtig ist vor allem, ob er mit dem Firmeninhaber, dem ehemaligen Skistar und Sportfilmer Willy Bogner, zurechtkommt – und vor allem umgekehrt. Dem Vernehmen nach läuft es zwischen ihm und Baumgärtner besser als zwischen Bogner und Wirth.

Entscheidend ist aber auch, ob Baumgärtner, der mit seiner Frau und zwei Söhnen in einem Münchener Vorort wohnt, das Unternehmen wirtschaftlich nach vorne bringen kann. Im vergangenen Geschäftsjahr gelang ihm immerhin ein währungsbereinigtes Umsatzplus von fünf Prozent. „Wir haben den Umsatzverfall gestoppt“, sagt Baumgärtner.

Jetzt müssen sich die im E-Werk präsentierten Produkte in den Läden beweisen. Wenn sich der Trend im laufenden Jahr fortsetzt, könnte sich Baumgärtner länger bei Bogner halten als sein Vorgänger.

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