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Modebranche Claus-Dietrich Lahrs: Ein Luxusmann für S.Oliver

Der Konzern will mit dem Ex-Hugo-Boss-Chef seine Probleme im Modemarkt lösen. Claus-Dietrich Lahrs ist allerdings der vierte Chef in fünf Jahren.
02.07.2019 - 16:56 Uhr 1 Kommentar
Der 56-Jähirge ist zuvor Vorstandschef von Hugo Boss gewesen. Quelle: Julian Baumann
Claus-Dietrich Lahrs

Der 56-Jähirge ist zuvor Vorstandschef von Hugo Boss gewesen.

(Foto: Julian Baumann)

Düsseldorf Es sollte der große Neuanfang werden. Bernd Freier hatte eine ganze Messehalle in Düsseldorf gemietet, einen riesigen Laufsteg aufbauen lassen und rund 1000 Mitarbeiter und Kunden eingeladen. So aufwendig stellte der Eigentümer von S.Oliver vor fünf Jahren den neuen CEO seines Modekonzerns, Stefan Pichler, vor.

Doch Pichler hielt sich nicht lange. Nach eineinhalb Jahren trat er wieder ab. Weitere Manager folgten als CEO des Modekonzerns, zu dem auch Marken wie Liebeskind und Comma gehören. Keiner hielt sich länger an der Spitze der Modegruppe mit zuletzt 1,3 Milliarden Euro Umsatz.

Zuletzt scheiterte im Oktober Gernot Lenz nach nicht einmal einem Jahr wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die Führung des Unternehmens“, wie S.Oliver mitteilte. Seitdem führt Bernd Freier wieder selbst die Geschäfte.

Und jetzt startet der 72-Jährige seinen vierten Versuch, sein Lebenswerk zu retten. Nach Handelsblatt-Informationen soll Claus-Dietrich Lahrs, 56, neuer Chef der S.Oliver-Gruppe werden. Das Unternehmen aus dem bayerischen Rottendorf bei Würzburg will sich dazu nicht äußern. „Kein Kommentar“, sagt eine Pressesprecherin.

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    Freiers Entscheidung für Lahrs überrascht. Schließlich war dieser viele Jahre Vorstandschef von Hugo Boss und der italienischen Luxusmarke Bottega Veneta. Ausgerechnet ein Manager, der sich im Geschäft mit der Luxus- und Premiummode auskennt, soll S.Oliver wieder auf Erfolgskurs bringen.

    Droht das Schicksal von Gerry Weber?

    Das Unternehmen hat wie viele deutsche Marken das Problem, sich in der Mitte des Modemarkts zu behaupten. Immer mehr Kunden kaufen entweder billige Kleidung von Ketten wie Primark und C&A oder teure Klamotten von Premiummarken wie Boss. Schlecht läuft es hingegen bei mittelpreisigen Marken wie Tom Tailor, Esprit und Gerry Weber. Sie kämpfen ums Überleben.

    Deshalb müssen sich auch finanziell gesunde Unternehmen wie S.Oliver klar positionieren. „Ich halte es für ausgeschlossen, die Marke ins Premiumsegment des Modemarktes zu führen“, sagt Unternehmensberater Franz Maximilian Schmid-Preissler zu möglichen Ambitionen von Lahrs. Das sei schwierig, weil der Premiummarkt für Freizeitkleidung schon mit Marken wie Ralph Lauren oder Tommy Hilfiger besetzt sei.

    Lahrs muss es außerdem gelingen, mit Freier klarzukommen, der mit seinen Top-Führungskräften bisher wenig Geduld bewiesen hat. Lahrs begann seine Karriere im Marketing bei Cartier, arbeitete für Louis Vuitton und Dior und kam 2008 als Chef zu Hugo Boss nach Metzingen bei Stuttgart.

    Er baute das Filialnetz aus, positionierte Boss als Luxusmarke und war viele Jahre erfolgreich. Doch am Schluss verfehlte er seine Umsatz- und Renditeziele und trat 2016 ab.

    Bei Bottega Veneta wollte der stets in Anzug und Krawatte auftretende Lahrs für die Marke vor allem jüngere Kunden gewinnen. Doch damit ist Ende August Schluss. Lahrs habe „die persönliche Entscheidung getroffen, seinen Job zu verlassen, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen und eine neue unternehmerische Herausforderung anzunehmen“, erklärte die französische Kering-Gruppe, zu der Bottega Veneta gehört.

    Mehr: P&C will in Deutschland Filialen schließen – und Kunden mit Events locken: Bei der Modekette stagniert der Umsatz – vor allem in den großen Filialen. Kleinere Geschäfte und Erlebnis-Shopping sollen die Kunden wieder in die Städte locken.

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    1 Kommentar zu "Modebranche: Claus-Dietrich Lahrs: Ein Luxusmann für S.Oliver"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die müssen bei S.Oliver ziemlich verzweifelt sein, daß man sich auf diesen Managerdarsteller einläßt. Soweit ich das einschätzen kann, hat dieser Geselle es bisher nirgendwo richtig gebracht. Aber, wer will schon in der Modeindustrie tätig sein. Da muß man sich eben auch mal aus den hinteren Reihen bedienen.

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