Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Modekonzern Von der Gründerfamilie bleibt bei Gerry Weber nur noch der Name

Die Investoren Robus Capital und Whitebox übernehmen die insolvente Modekette. Die Gründerfamilie von Gerhard Weber ist künftig außen vor.
Kommentieren
Der Unternehmensgründer zog sich zu spät aus dem Tagesgeschäft zurück. Quelle: R?diger Nehmzow/laif
Gerhard Weber (rechts) und Sohn Ralf

Der Unternehmensgründer zog sich zu spät aus dem Tagesgeschäft zurück.

(Foto: R?diger Nehmzow/laif)

München Nach 46 Jahren ist Schluss: Mit dem Verkauf an zwei Investoren endet die Ära der Familie Weber bei der insolventen Modekette Gerry Weber. Alle bestehenden Anteilsscheine werden wertlos, auch die von Großaktionär Gerhard Weber, 78. Der Gründer hielt bislang knapp 30 Prozent der Aktien.

Webers Lebenswerk indes ist gerettet. Für knapp 50 Millionen Euro steigen Robus Capital Management und Whitebox Advisors ein. Das teilte der Sachwalter von Gerry Weber, Rechtsanwalt Stefan Meyer, in der Nacht auf Dienstag mit. Drei Investoren hätten zuletzt um die Kette gerungen, sagte Meyer. „Wir hatten einen intensiven Bieterwettbewerb.“ Die Familie Weber sei nicht mehr darunter gewesen.

Dabei hatte sich auch Ralf Weber, 55, Ex-Vorstandschef und Sohn des Gründers, um Gerry Weber bemüht. „Wir sprechen mit vielen, um eine Investorengruppe aufzubauen“, sagte er im Frühjahr dem Handelsblatt. Letztlich konnte er mit den Fonds nicht mithalten.

Aufstieg und Fall von Gerry Weber sind ein Beispiel für das Scheitern eines lange florierenden Familienunternehmens in der zweiten Generation. Einer der Gründe dafür: Gerhard Weber, der das Unternehmen 1973 mit Udo Hardieck gründete, zog sich zu spät aus dem Tagesgeschäft zurück.

Erst 2015 gab er den Posten des Vorstandschefs ab und wechselte in den Aufsichtsrat. Damals hatte das Unternehmen längst seinen Zenit überschritten. Weber hatte es mit der Expansion übertrieben und versäumt, die Marke zu verjüngen.

Ralf Weber versuchte anschließend, das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Doch weder die Akquisition der Modekette Hallhuber noch mehrere Sanierungsprogramme halfen. Im November vergangenen Jahres ging Ralf Weber in den Aufsichtsrat, der familienfremde Manager Johannes Ehling übernahm. Doch zu spät. Der Sanierer musste Anfang 2019 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen.

Ehling sieht mit den neuen Eignern nun gute Chancen, aus Gerry Weber wieder die strahlende Marke zu machen, die sie einmal war. „Wir haben jemanden gefunden, der Vertrauen in uns hat.“ Er will hochwertige Kleidung zu einem guten Preis anbieten, wie er dem Handelsblatt jüngst sagte: „Wir orientieren uns an Massimo Dutti oder Cos von H & M.“

Vielleicht bekommt auch die Gründerfamilie Weber noch eine zweite Chance, ihre Firma zurückzukaufen. Die Investoren halten ihre Beteiligungen in der Regel drei bis fünf Jahre.

Mehr: Finanzspritze für die insolvente Modefirma: Robus Capital Management und Whitebox Advisors stellen Gerry Weber knapp 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Startseite

Mehr zu: Modekonzern - Von der Gründerfamilie bleibt bei Gerry Weber nur noch der Name

0 Kommentare zu "Modekonzern: Von der Gründerfamilie bleibt bei Gerry Weber nur noch der Name"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.