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Morris Kahn Ein Milliardär geht für Israel auf Mondmission

Der Unternehmer Morris Kahn finanziert das 100 Millionen Dollar teure Projekt. Bei Israels erster Landung auf dem Mond ist auch die Bibel an Bord.
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Transportiert wird die Sonde in einer Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk. Quelle: dpa
Start einer „Falcon 9“

Transportiert wird die Sonde in einer Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk.

(Foto: dpa)

Tel AvivIn der Nacht auf Freitag tritt eine israelische Sonde ihre Reise zum Mond an. Wenn die Mission von „Beresheet“ Erfolg hat, wäre Israel nach den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China die vierte Nation, der eine sanfte Landung auf dem Trabanten gelingt.

Erstmals wird dabei ein Flug zum Mond nicht vom Staat, sondern mit privaten Geldern finanziert. Hauptsponsor des Unterfangens ist der 90-jährige Milliardär Morris Kahn, ein gebürtiger Südafrikaner, der im Alter von 26 Jahren nach Israel auswanderte.

Kahn hat knapp ein Drittel der auf 100 Millionen Dollar geschätzten Mondmission bezahlt. Sein vom US-Magazin „Forbes“ auf eine Milliarde Dollar geschätztes Vermögen hat er später mit Amdocs aufgebaut. Amdocs zählt heute zu den weltweit führenden Softwareherstellern für die Abwicklung komplexer Rechnungssysteme mit einem Umsatz von vier Milliarden Dollar und rund 25.000 Mitarbeitern.

„Wenn Israel auf dem Mond landet, wird jeder Jude sich daran erinnern, wo er in dem Moment war“, sagte Kahn. „Israel tut etwas Großartiges. Nichts ist unmöglich – wir wagen es, zu träumen, und diesen Traum in Wirklichkeit zu verwandeln.“

Das fast 600 Kilogramm schwere Landegerät startet von Florida aus. Transportiert wird die Sonde in einer Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk. Das israelische Gerät wird als letztes abgeworfen.

Nach der Landung wird der Roboter auf Videos und auf Bildern die Mondlandschaft festhalten sowie ein Selfie aufnehmen. Quelle: dpa
„Beresheet“-Raumfahrzeug

Nach der Landung wird der Roboter auf Videos und auf Bildern die Mondlandschaft festhalten sowie ein Selfie aufnehmen.

(Foto: dpa)

Mit an Bord hat „Beresheet“ – benannt nach dem ersten Buch Mose – eine Zeitkapsel, in der sich auch eine digitalisierte Bibel befindet. Die Sonde soll unbegrenzte Zeit auf dem Mond bleiben. Vor der Landung muss das Gerät 6,5 Millionen Kilometer zurücklegen, weil es mehrmals um die Erde und um den Mond kreisen muss. Die Geschwindigkeit soll bis zu 36.000 Kilometer pro Stunde betragen.

Nach der Landung wird der „Beresheet“-Roboter auf Videos und auf Bildern die Mondlandschaft festhalten sowie ein Selfie aufnehmen. Der wissenschaftliche Auftrag ist klar definiert: Das magnetische Feld des Mondes soll vermessen werden. Davon verspricht sich die Forschung Erkenntnisse über die Entstehung des Mondes. Die Ortung des Gerätes wird mit einem Laser-Rückstrahler der Nasa ermöglicht.

Die Landung von „Beresheet“ ist für den 11. April vorgesehen. „Wenn sie erfolgreich ist,“ meint der israelische Venturekapitalist Chemi Peres, „wird das eine gewaltige Demonstration für Israels technologischen Fähigkeiten sein“.

Israels Mond-Projekt, das vor zehn Jahren angeschoben wurde, erhielt auch eine pädagogische Dimension. Es soll angehende Studenten inspirieren, Wissenschaftler und Ingenieure zu werden, statt sich für Reality Shows zu interessieren, sagte Yonatan Weintraum, Mitbegründer des Unternehmens SpaceIL, das für den Mondflug zusammen mit der Flugzeugbaufirma Israel Aerospace Industries (IAI) verantwortlich ist. Das Projekt wurde mit Abiturienten diskutiert, um sie zu zu motivieren.

SpaceIL hat im vergangenen Monat ein Abkommen mit dem deutschen Raumfahrt-Unternehmen OHB unterzeichnet. Angestrebt sind künftige gemeinsame, kommerzielle Mondmissionen. Die israelische Organisation kooperiert auch mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Mit Agenturmaterial.

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