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Musikproduzent Leslie Mandoki Tonmeister und Taktgeber: Dieser Mann tüftelt für VW am Sound von Elektroautos

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Musikalische Alphatiere versammelt

Auch in der Politik hinterlässt Mandoki seine musikalischen Spuren. Bereits für die Bundestagswahl 2009 schrieb er der CDU den Song „Wir sind wir“. 2013 komponierte er den Wahlkampfsong „An jedem neuen Tag“. Bei der Media Night der CDU 2011 bat Mandoki Bundeskanzlerin Angela Merkel kurz davor, mit ihm „Imagine“ von John Lennon zu singen. Er überreichte ihr dafür sogar ein Blatt mit Text.

Die Kanzlerin blieb dann aber doch lieber auf ihrem Platz in der ersten Reihe sitzen. Später sagte sie: „Leslie motivierte uns zu dieser Media Night, und das war einfach eine wunderbare Erfahrung.“

Mit seinen langen Haaren und dem ungezügelten Schnauzbart haftet ihm noch immer die Attitüde des rebellischen Ungarnflüchtlings an. 1975 gelangte er mit zwei Freunden aus dem Konservatorium durch ein Kanalrohr nach Österreich. Seine Optik ist es auch, warum sich viele noch heute an Mandoki als wilden Sänger und Tänzer der Band „Dschingis Khan“ erinnern. Das waren seine musikalischen Anfänge in Deutschland.

Für den Ausnahmegitarristen Al di Meola ist Mandoki heute „der ungarische Quincy Jones“. Weil er die Musik so klingen lasse, dass sich alle gleichermaßen professionell wiedergegeben fühlen. So schafft es Mandoki, für seine Projekte lauter Alphatiere zusammenzutrommeln, die ihr Ego für das große Ganze zurückstellen. „Große Produzenten schweißen Musiker zusammen, das hat Leslie getan“, sagt Meola – ebenfalls Teil der Riesengruppe Soulmates.

Von Merkel bis Mercury

Schon in den 80er-Jahren gelang Mandoki mit seiner direkten Art der Zugang zu den ganz großen Namen. Als er einst seinen Geburtstag in einem ungarischen Lokal in München feierte, stieß Freddie Mercury dazu, der damals in der Stadt wohnte. Mandoki stimmte zu vorgerückter Stunde ein ungarisches Volkslied an.

Mercury war so beeindruckt, dass er das Lied beim Auftritt im darauffolgenden Sommer im Budapester Stadion zum Besten gab. Den ungarischen Text dazu hatte er sich in die Handfläche geschrieben.

Nicht nur Freddie Mercury, auch Soulmates früherer Jahre wie Greg Lake (Emerson, Lake & Palmer) oder Jon Lord (Deep Purple) sind bereits gegangen. Mandokis Kinder Gabor, Julia und Lara sind längst erwachsen. Sie sind eng ins Familienunternehmen einbezogen.

Über Umsätze oder Zahlen schweigt Produzent und Unternehmer Mandoki indes. Die Tatsache, dass er sich am Starnberger See ein prächtiges Anwesen in direkter Nachbarschaft zu Peter Maffay und dem extravaganten thailändischen König Maha Vajiralongkorn leisten kann, spricht für seinen finanziellen Erfolg.

Dabei hat der Übergang in die nächste Generation im Hause Mandoki längst stattgefunden. Nicht laut und offiziell, sondern eher schleichend und leise. Sohn Gabor trägt seit Jahren vermehrt die Verantwortung, wenn im Volkswagen-Konzern wieder einmal die musikalische Umrahmung ansteht.

Tochter Lara ist als Schauspielerin in TV und Kino zu sehen. Zuletzt in der Biografie „Die Affäre Borgward“ oder im Kassenschlager „Leberkäsjunkie“. Tochter Julia ist Musikerin und Mitglied der Soulmates.

Ende Oktober geht Leslie Mandoki mit seinen Soulmates auf Tour. Mehr als ein Dutzend Topmusiker wird an diesen Abenden auf sein Kommando hören. „Junge Rebellen und alte Rebellen“, wie es Mandoki ausdrückt.

Mehr: Hartwig Masuch führt das größte europäische Musik-Label profitabler als die großen US-Konkurrenten – weil er BMG von den Superstars der Stunde fernhält.

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