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Musikproduzent Leslie Mandoki Tonmeister und Taktgeber: Dieser Mann tüftelt für VW am Sound von Elektroautos

Kaum ein Musikproduzent hat so viel Zugang zu den Mächtigen in Deutschland wie der gebürtige Ungar. Er komponiert für VW, aber auch für Angela Merkel und das IOC.
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Sein Studio ist für ihn die Eingangstür in die Welt der Mächtigen. Quelle: dpa
Leslie Mandoki

Sein Studio ist für ihn die Eingangstür in die Welt der Mächtigen.

(Foto: dpa)

München Der Anruf seines Sohns Gabor erreicht Leslie Mandoki auf dem Weg zum Pekinger Flughafen. Nachdem er in den Tagen davor den Messeauftritt von Volkswagen bei der dortigen Auto-Show gestaltet hatte, sollte es nun zurückgehen an den Starnberger See.

Doch Gabor Mandoki hatte eine andere Ansage an seinen Vater. Vor dessen Red Rock Studios in Tutzing stünden jetzt zwei große Container, man habe bereits anderthalb Tonnen an „altem Kram“ aus Archiv, Lagerraum und Büro weggeworfen. Ein Dutzend Handwerker sei nun damit beschäftigt, das ganze Haus zu renovieren.

Und Gabor hatte noch eine Ansage: Ein kleines Häuschen auf Bali samt Flugticket sei für den Vater gebucht. Dahin gehe es jetzt für ihn in den nächsten zwei Wochen. Der Auftrag: Schreib das beste Album deines Lebens.

Ach so: Er bekomme ab sofort auch keine Mails mehr. „Mein Exil auf Bali dauerte nur 15 Tage, aber mein iPhone war danach voll“, erinnert sich der mittlerweile 66-jährige Leslie Mandoki. Denn statt mit Kassetten oder Speichersticks arbeiten auch Komponisten heute mit dem Smartphone.

Wenn Leslie Mandoki diese Episode vom April 2018 erzählt, dann schwingt darin auch eine Mischung aus Künstlerglück, Vaterstolz und Unternehmertum mit. Erscheint doch nach einer Pause von fast zehn Jahren in diesen Tagen ein neues Doppelalbum seiner All-Star-Band Soulmates.

Mehr als 20 Größen aus Rock, Pop und Jazz hat Mandoki dabei zusammengeführt. So wie er das mit diesem Projekt in unregelmäßigen Abständen seit 27 Jahren macht. Darunter sind auch diesmal Namen wie Bobby Kimball von Toto, Ian Anderson von Jethro Tull oder Jesse Siebenberg und John Helliwell von Supertramp.

Doch Netzwerker Mandoki ist nicht nur Musiker, Komponist und Produzent. Sein Red Rock Studio, das er seit Jahrzehnten betreibt, ist für ihn auch die Eingangstür in die Welt der Mächtigen aus Wirtschaft, Politik und Sport. So vertont Mandoki regelmäßig Messeauftritte der Marken des Volkswagen-Konzerns. Ebenso hat er Wahlkampfsongs für Angela Merkel komponiert und Hymnen für die Olympischen Spiele.

Direkter Zugang zu Konzernchefs

So hat er direkten Zugang zu den Chefs von Volkswagen oder Daimler, zu Pro Sieben Sat 1 oder zum Internationalen Olympischen Komitee. „Ich arbeite mit vielen Weltstars, aber auch mit Vorstandsvorsitzenden zusammen. Dadurch glaube ich, einen gewissen Blick und auch ein Gefühl für die wirtschaftliche Entwicklung im Land zu haben“, so Mandoki in seiner Selbstwahrnehmung.

Schon mehr als 15 Jahre hält die Zusammenarbeit mit Volkswagen, einem seiner größten Kunden. Er gestaltet für den Autobauer Messeauftritte, Managementkonferenzen und Weltpremieren. Viele Bilder zeigen Mandoki zusammen mit Konzernchef Herbert Diess. Im VW-Konzern nennen sie ihn intern den „Impresario des Unternehmens“.

Mit Produkten aus Mandokis Studio kommen Kunden in Kontakt, wenn sie Modelle wie den Audi A8 öffnen und der „Welcome-Sound“ ihnen entgegentönt. Gerade tüftelt Mandoki für den VW-Konzern an Sounds, wie Fußgänger vor herannahenden Elektrofahrzeugen gewarnt werden können.

Bekanntlich sind die so leise, dass das schon wieder eine Gefahr darstellen könnte. Mandoki sieht sich hier als „First Mover“, also als einen der ersten Tontüftler, die das künftig wohl häufig auftretende Problem mit entsprechenden Sounds angehen, ohne dass der Fahrer bei Gefahr die Hupe betätigen muss.

Für Daimler vertonte Mandoki beispielsweise die Weltpremiere des Mercedes SL mit dem Lied „The One“ gesungen von Lionel Richie.

Musikalische Alphatiere versammelt
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