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Nach Bilanzskandal Milliardendeal der Wohnmobil-Riesen – Thor zahlt weniger für Hymer-Gruppe

Der US-Wettbewerber plant die Übernahme des schwäbischen Wohnmobilbauers, verzichtet jedoch auf die skandalumwitterte Nordamerika-Tochter.
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Übernahme der Wohnmobil-Riesen – Thor zahlt weniger für Hymer Quelle: picture alliance/dpa
Neuer Besitzer für Hymer

Die amerikanische Thor-Gruppe will den deutschen Wohnmobil-Hersteller übernehmen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Düsseldorf Bis zuletzt hing sie am seidenen Faden – die milliardenschwere Übernahme der Erwin-Hymer-Gruppe aus Bad Waldsee durch die amerikanische Wohnmobilhersteller Thor Industries. Im Herbst hatten sich die Erben des 2013 verstorbenen Firmengründers Erwin Hymer – Witwe Gerda und die Kinder Christian und Carolin – zum Komplettverkauf an den größeren Wettbewerber entschlossen.

Etwa 2,1 Milliarden Euro wollten die Amerikaner für den europäischen Marktführer mit seinen 24 Marken von Hymer über Bürstner bis Dethleffs zahlen, davon 200 Millionen Euro in Aktien. Doch vor zehn Tagen wurden dubiose Bilanzfälschungen bei der Tochter Roadtrek in Kanada bekannt. Hymer hatte den Reisemobilbauer 2016 übernommen. Der ganze Deal drohte in letzter Sekunde zu platzen.

Nun scheint die Übernahme in trockenen Tüchern – allerdings mit finanziellen Einbußen für die Hymer-Familie. Das börsennotierte Unternehmen Thor Industries gab am Mittwoch Abend der US-Börsenaufsicht SEC bekannt: Die Übernahme der Hymer-Gruppe wird für den 1. Februar erwartet – jedoch ohne Hymers Nordamerika-Geschäft.

Der Kaufpreis soll laut Thor deshalb um 170 Millionen Euro reduziert werden. Zudem werden Verbindlichkeiten von Erwin Hymer, die Thor übernehmen will, um 180 Millionen Euro niedriger angesetzt.

Beide Unternehmen befanden sich laut Mitteilung noch in finalen Gesprächen. Die Erwin-Hymer-Gruppe wollte dazu auf Handelsblatt-Anfrage derzeit keine Stellung nehmen. Am 22. Januar hatte das schwäbische Familienunternehmen, das mit 7300 Mitarbeiter zuletzt rund 2,5 Milliarden Euro erwirtschaftete, Bilanzfälschungen von Managern der Nordamerika-Tochter eingeräumt.

„Erste Untersuchungen haben Unregelmäßigkeiten im Berichtswesen des Unternehmens ergeben“, hieß es in einer Mitteilung. Die gesamte Führungsspitze der Nordamerika-Tochter wurde suspendiert. Dort wies die Hymer-Gruppe einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro aus. Der reale Umsatz ist aber nach Angaben des US-Branchenmagazins „RV Daily Report“ offenbar deutlich niedriger.

So sollen vom dortigen Management etwa 1700 Rechnungen über mehr als 100 Millionen Dollar manipuliert worden sein. Dadurch wurde der Umsatz in Nordamerika künstlich aufgebläht. Externe Prüfer untersuchen nun den Fall. Hymer-Chef Martin Brandt, der die Gruppe in den letzten Jahren wieder auf Kurs gebracht hatte, versprach eine vollständige und umfassende Aufklärung.

Mit der Übernahme soll ein neuer globaler Marktführer für Wohnwagen und Reisemobile entstehen. Der hätte mit zehn Milliarden Dollar Umsatz einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent.

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