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Neuer CEO für WPP Digitalexperte Mark Read soll die größte Werbeagentur der Welt leiten

Der 51-Jährige traut sich zu, die Lücke zu schließen, die Martin Sorrells Demission hinterlassen hat. Konkurrenz macht Read ausgerechnet dessen Ex-Chef.
02.09.2018 Update: 03.09.2018 - 09:41 Uhr Kommentieren
Der neue Chef muss vor allem eine strategische Frage beantworten: Ist WPP zu groß und unübersichtlich geworden? Quelle: Reuters
Mark Read

Der neue Chef muss vor allem eine strategische Frage beantworten: Ist WPP zu groß und unübersichtlich geworden?

(Foto: Reuters)

London Engländer stehen im Ruf, ihre Anliegen nicht direkt vorzutragen, sondern sie mit vielen schönen Worten zu verkleiden. Diesen Vorwurf kann man Mark Read nicht machen. „Ja, ich will den Job“, antwortete er im April auf die Frage, ob er in die übergroßen Fußstapfen von Sir Martin Sorrell treten wolle.

Sorrell, legendärer Gründer der weltgrößten Werbeagentur WPP, war wegen eines Spesenskandals nach mehr als 30 Jahren zurückgetreten. Am Montag hat das Unternehmen nun Read zum neuen CEO ernannt.

Read führt die Firma seit Sorrells Abgang bereits kommissarisch – als Chief Operating Officer gemeinsam mit Andrew Scott. Doch obwohl Reads Anspruch auf den Chefposten bekannt war, startete Chairman Roberto Quarta zunächst eine monatelange Suche nach einem hochkarätigen externen Kandidaten. Globale Headhunter wurden beauftragt. Am Ende erwiesen sich die Big Shots aus dem Silicon Valley aber als zu teuer.

Read ist jedoch keinesfalls zweite Wahl. Der 51-Jährige gilt als digitaler Influencer, eine Kernkompetenz im heutigen Werbemarkt. Von 2006 bis 2015 war er Digitalchef der WPP-Gruppe, danach Chef der Digitalagentur Wunderman, die zu den Wachstumsmotoren im WPP-Reich zählt.

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    Der Manager, der einen VWL-Abschluss aus Cambridge und einen MBA von Insead hält, muss vor allem eine strategische Frage beantworten: Ist WPP zu groß und unübersichtlich geworden? 2017 war das schwächste Jahr seit 2009, der Umsatz ging zurück, der Aktienkurs ist seit anderthalb Jahren im Abwärtstrend. Eine Abspaltung einzelner Agenturen gilt als wahrscheinlich, um der Gruppe neue Orientierung zu geben.

    Zu Reads Konkurrenten wird auch sein alter Boss zählen. Der 73-Jährige, im Unfrieden gegangen, hat mit S4 Capital bereits eine neue Agentur gegründet. Im Juli fügte er seiner alten Firma die erste Niederlage zu, als er im Bieterwettkampf um die Agentur Media Monks die Oberhand behielt. Sorrell wird es jedoch kaum schaffen, seine historische Leistung zu wiederholen: Er hatte 1985 den Einkaufskorbhersteller WPP gekauft und daraus ein Werbe-Imperium mit 400 Firmen geformt.

    Sorrell als Rivale mag lästig sein und den einen oder anderen alten Kunden mitnehmen, doch die eigentliche Gefahr droht WPP von woanders: Zum einen drängen Unternehmensberatungen wie Accenture auf den Werbemarkt, zum anderen saugen Tech-Konzerne wie Facebook und Google die Werbe-Etats auf. In einer Zeit, da Unternehmen im Internet direkt mit ihren Kunden kommunizieren, müssen sich die Mittelsmänner in der Werbebranche etwas einfallen lassen, um ihre Honorare zu rechtfertigen.

    Mit Read, der 1989 bei WPP anfing und zwischendurch einige Jahre zur Unternehmensberatung Booz Allen and Hamilton wechselte, setzt die Firma auf Kontinuität. Als langjähriges Boardmitglied kennt er das weitverzweigte Reich und die dringendsten Baustellen.

    Der Führungsstil dürfte sich jedoch ändern. Sorrell hatte wie viele Gründer ein großes Ego und regierte mit harter Hand. Read weiß, dass er das nicht einfach kopieren kann. Er setzt auf Teamwork und Kollegialität. „Kann ein Mann die Firma führen? Niemand wird es so können, wie er es tat“, sagt Read über seinen Mentor.

    Und noch etwas wird sich ändern: Sorrell war einer der Spitzenverdiener unter den britischen CEOs. Der Neue wird sich wohl mit deutlich weniger begnügen müssen.

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