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Ofrieda Larven für den Hund – Start-up stellt Haustierfutter aus Insekten her

Das Duisburger Start-up Ofrieda produziert Hundefutter aus Insekten. Damit will Gründer Felix Bierholz die Ökobilanz von Haustieren verbessern.
  • Erika Schönenberger
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Der Duisburger ist Gründer des Start-up Ofrieda Quelle: Ofrieda
Felix Bierholz

Der Duisburger ist Gründer des Start-up Ofrieda

(Foto: Ofrieda)

Duisburg Am Anfang standen gemeinsame Kochabende in der Bochumer Studenten-WG von Gründer Felix Bierholz: „Durch meinen damaligen Mitbewohner, einen Gaststudenten aus Schanghai, habe ich das erste Mal Insekten gegessen und zubereitet.“ Der Wirtschaftsstudent aus Düsseldorf ist nicht nur begeistert von deren Geschmack, sondern auch von ihrer Ökobilanz: „Insekten benötigen zehnmal weniger Energie für die Produktion von Protein als Rinder.“

Als Bierholz herausfindet, dass Hunde im Schnitt dreimal mehr Fleisch verzehren als Menschen, kommt ihm die Idee: Er gründet das Start-up Ofrieda, das aus Insekten Hundefutter herstellt. Von den ersten Tüfteleien mit Tierärzten und Futterexperten bis zur fertigen Rezeptur und dem Start des Onlineshops im Januar 2018 vergehen sechs Monate. Dazwischen schließt der 24-Jährige sein Studium ab und gewinnt das Anders-Gründer-Stipendium. Das erlaubt ihm, seine Idee in der Impact Factory in Duisburg zu entwickeln und sich dort im Coworking-Space mit anderen Start-ups auszutauschen.

Für die Herstellung verwendet Ofrieda die Larven der Soldatenfliege, die in Farmen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gezüchtet werden. In einem deutschen Familienunternehmen aus Nordrhein-Westfalen wird das Futter mit Zutaten wie Süßkartoffeln und Leinsamen ergänzt und abgepackt.

Obwohl große Hersteller mit veganem Hundefutter und eigenen Futterlinien mit Insekten nachziehen, sieht Bierholz vor allem zwei Alleinstellungsmerkmale von Ofrieda: „Als Anbieter von Hundefutter, das ausschließlich auf Insekten setzt, sind wir glaubwürdiger.“ Außerdem könne man als kleines Unternehmen besser auf Kundenwünsche eingehen.

Die Zahlen scheinen dem Jungunternehmer recht zu geben: Der Umsatz wächst um mehr als 30 Prozent. Dies dürfte sich bald nochmals beschleunigen: Ende des Jahres nimmt eine große deutsche Drogeriekette das Hundefutter in ihr Sortiment auf.

Markt für Hundefutter wächst

Außerdem wächst der Markt für Hundefutter nach wie vor. Laut jüngsten Zahlen des Industrieverbands für Heimtierbedarf betrug das Wachstum vergangenes Jahr 4,5 Prozent, was einem Umsatz von rund 1,446 Milliarden Euro entspricht.

Der typische Ofrieda-Kunde kauft entweder das „Patentrezept“, Ofriedas Allergikerfutter, weil der Hund allergisch auf andere tierische Eiweiße reagiert. Oder er achtet selbst auf eine bewusste, ökologische Ernährung und will die seinem Hund nicht vorenthalten.

„Überlegungen bezüglich Ernährung oder Gesundheit, die für den Menschen angestellt werden, finden zunehmend für den Hund Anwendung“, sagt Renate Ohr, die an der Universität Göttingen eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung von Haustieren verfasst hat. Der Lebensstil des Herrchens bestimmt also weitgehend, was der Hund vorgesetzt bekommt.

Mittlerweile haben schon einige Investoren beim Jungunternehmer angeklopft. Überzeugen konnte allerdings noch keiner. Ausschließen möchte Bierholz dennoch nichts: „Falls ein potenzieller Investor ein spannendes Netzwerk mitbringt, könnte ich mir das durchaus vorstellen.“

Mehr: Weltweit gibt es 2111 essbare Insektenarten. Sie könnten nicht nur helfen, die Bevölkerung zu ernähren, sondern auch zum Klimaschutz beitragen.

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