Omni:us Das Start-up dieser Frau löst ein Kernproblem der Versicherungsbranche

Omni:us aus Berlin liefert der Versicherungsbranche digitale Lösungen für die Kundenkommunikation. Das Geschäftsmodell interessiert auch Investoren.
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Forbes kürte sie zu einer der „50 Women in Tech Europe“. Quelle: Omni:us
Gründerin Quidenus

Forbes kürte sie zu einer der „50 Women in Tech Europe“.

(Foto: Omni:us )

FrankfurtMan braucht Selbstbewusstsein, um sich mit einem Start-up durchzusetzen. Sofie Quidenus-Wahlforss hat das – und zwar nicht zu knapp. Für ihr Unternehmen Omni:us sammelte sie gerade 14 Millionen Dollar ein. Nach Abschluss aller Gespräche mit dem Hauptinvestor Target Global (TG) sei sie auf ihn zugekommen, erzählt Mike Lobanov, General Partner bei TC, und habe erklärte, sie wolle den Deal an diesem ganz bestimmten Tag unterschreiben.

Sie sagte, es gebe noch einen anderen Interessenten und sie hätte zwei Termine frei, um 18 und um 20 Uhr. „Natürlich wählte ich den 18-Uhr-Termin, die anderen sind dann wahrscheinlich um 20 Uhr nur noch essen gegangen “, erzählt Lobanov beeindruckt.

Quidenus, in Wien aufgewachsen, gerade mal 36 Jahre alt, wurde kürzlich vom US-Magazin „Forbes“ als eine der „50 Women in Tech Europe“ gekürt. Ihr Unternehmen, das sie 2015 zusammen mit Eric Pfarl, Stephan Dorfmeister, Martin Micko und Harald Gölles gründete, löst eine der zentralen Herausforderungen der Versicherungsbranche: Kundenanfragen, die bisher manuell bearbeitet wurden, zu digitalisieren.

Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) werden die Schadensmeldungen und sonstige Post inhaltlich analysiert und entsprechend verarbeitet. Acht der zehn größten Versicherer – darunter Allianz und Baloise – nutzen Omni:us schon. Ziemlich viel für die 40-Mitarbeiter-Truppe aus dem Berliner Stadtteil Moabit.

Mit ihrer direkten Art lockt Quidenus die alteingesessenen und teilweise etwas verschlafenen Versicherer aus der Reserve. Natürlich müsse man digitaler werden, aber das dauere eben alles seine Zeit und überhaupt wisse man ja gar nicht, wo man anfangen solle, war der bekannte Tenor – auch jüngst wieder auf einer Konferenz.

„Fangen Sie einfach an, egal an welchem Punkt“, habe Quidenus entgegnet. „Sie ist sehr klar und pragmatisch und lässt kein Aufschieben gelten“, sagt Utena Treves, verantwortlich für Strategie und Geschäftsentwicklung bei Wefox, einem digitalen Versicherungsmakler.

Für Quidenus ist es bereits das vierte Unternehmen. Mit 16 organisierte sie Malkurse für Senioren, deren geheime Agenda eine Partnervermittlung war. Danach rief sie den Wiener Schulball, den ersten schulübergreifenden Ball, ins Leben. Mit 21 Jahren entwickelte sie einen Roboter, der Bücher umblättert und scannt. „Ich finde es unheimlich reizvoll, große Probleme zu knacken. Das treibt mich an“, erklärt Quidenus. Sie selbst kann nicht programmieren, versucht aber, „jeden Tag mehr davon zu verstehen“.

Omni:us ist die Weiterentwicklung des Bücherroboters. Selbst Handschrift wird dabei nicht nur gescannt, sondern auch verstanden. Diese Technologie habe das Potenzial, die gesamte Industrie zu verändern, ist Quidenus überzeugt. „Wir sind so excited“, sprudelt es im Wiener Dialekt aus ihr heraus.

Trotzdem glaubt die 36-Jährige, die sich mit Boxen fit hält, nicht an eine Zukunft aus Roboter-Versicherern. „Erfolgreich wird am Ende der sein, der sich für seine Kunden interessiert, sie wirklich versteht und dem die Kunden auch vertrauen. Und dafür braucht es im Kundenkontakt echte Menschen.

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