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Oshra Rodav und Nik Ensslen Robotik-Spezialist Synapticon lockt Investor aus Israel an

Das verschwiegene Family-Office 7 Industries investiert in die deutsche Provinz: Synapticon bietet erstmals ein Schnellstarterpaket für Kleinroboter an.
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Während seine Synapticon-Kollegin Oshra Rodav dafür sorgt, dass das Budget nicht gesprengt wird, ist er im Start-up der Mann für neue Ideen.
Nikolai Ensslen

Während seine Synapticon-Kollegin Oshra Rodav dafür sorgt, dass das Budget nicht gesprengt wird, ist er im Start-up der Mann für neue Ideen.

Düsseldorf/Berlin Gemeinhin gilt Israel als das Land der Start-ups, Deutschland als das der verschwiegenen Weltmarktführer. Dort die vielen Gründer, hier die Mitarbeiter in Mittelstand und Konzernen. Bei Synapticon ist es anders. Nikolai Ensslen, geboren in Sichtweite der Schwäbischen Alb, war schon immer weit entfernt vom Angestelltendasein. Diese Aussicht war ihm „schon als Kind ein Graus.“

Oshra Rodav, geboren in Sichtweite der Skyline von Tel Aviv, sieht das anders: „Ich habe größte Hochachtung vor dem Gründen eines Start-ups, aber für mich käme das nie infrage.“ Rodav ist seit 2017 Chief Operating Officer (COO) des Start-ups Synapticon, das Ensslen 2010 mit zwei Mitgründern startete. Das Unternehmen baut Module und Chips, um Hard- und Software in der Robotik miteinander zu vernetzen. Ensslen bezeichnet Synapticon gern als „Lieferanten für das periphere Nervensystem von Robotern“.

Synapticon bietet nun nicht nur Hard- und Software für Robotik an, sondern auch erstmals ein Schnellstarterpaket für einen Kleinroboter, wie das Handelsblatt erfuhr. Zu den Kunden zählen nicht nur deutsche Maschinenbauer, der Flugzeughersteller Airbus, sondern auch Firmen aus China und den USA.

Und auch wenn Synapticon sogar im Silicon Valley vertreten ist, ist Ensslen seiner Heimat treu geblieben: Zuerst saß das Unternehmen in Filderstadt, zog dann aber auf der Suche nach mehr Platz ins knapp 20 Kilometer entfernte Schönaich. Doch auch tief im Ländle erregte Ensslens Start-up die Aufmerksamkeit von namhaften Investoren.

Nach seinem Abitur an einem Technischen Gymnasium studierte Ensslen Ingenieurwissenschaften an der Universität Bayreuth und arbeitete danach im Projektmanagement, merkte aber schnell, dass ihm das nicht reichte; der 35-Jährige wollte „sein Ding“ machen. Mit einem seiner Mitgründer hatte er bereits zu Studienzeiten an Rennwagen rumgeschraubt, zusammen mit einem Schulfreund starteten sie dann 2010 Synapticon: „Ich hab‘ tagsüber weiter angestellt gearbeitet, nachts dann in meiner eigenen Firma“, erinnert sich Ensslen.

Rodavs Karriere verlief etwas anders: Nach dem Wehrdienst in Israel, den die 36-Jährige in einer Helikopter-Einheit absolvierte, studierte sie Jura und Wirtschaft, arbeitete bei Israels größter Anwaltskanzlei und beim Finanzministerium. „Ein sehr deutscher Lebenslauf“, witzelt Ensslen. Im Anschluss war sie Analystin und Head of Sales Growth Efforts beim IT-Unternehmen Checkpoint. Ihr Weg nach Schönaich kam dann über ein Investment zustande.

Das israelische Family-Office 7 Industries, das als besonders verschwiegen gilt, investierte und brachte Rodav ins Ländle. Zuallererst aber hatte der Hightech-Gründerfonds investiert: „Die Technologie und das Produktportfolio finden nicht nur in dem stark wachsenden Markt der Robotik Anwendung, sondern auch in dem traditionellen Markt des Maschinenbaus, wie zum Beispiel in der Verpackungsindustrie“, sagt Lucille Bonnet, Investmentmanagerin bei dem Wagniskapitalgeber.

Insgesamt hat Synapticon bisher rund zehn Millionen Euro eingesammelt. Rodav sorgt nun für Struktur bei Synapticon und dafür, dass Ensslens Ideen nicht das Budget sprengen. „Da ist Oshra genau die Richtige – sie ist die Polizistin, die immer wieder für Ordnung sorgt“, sagt Ensslen. Klischees sind eben manchmal auch nur Klischees.

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