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Panos Germanos Mit dem Media-Markt-Einstieg beginnt für den Olympia-Gründer ein neues Kapitel

Die Genehmigung ist da: Der Unternehmer Panos Germanos darf die Mehrheit am lange defizitären Griechenland-Geschäft von Media-Markt übernehmen.
12.11.2019 - 14:23 Uhr Kommentieren
Seine Investmentgesellschaft Olympia Group hält 75 Prozent an einem künftigen Joint Venture, der deutsche Media-Markt-Mutterkonzern Ceconomy die restlichen 25 Prozent. Quelle: Olympia Group
Panos Germanos

Seine Investmentgesellschaft Olympia Group hält 75 Prozent an einem künftigen Joint Venture, der deutsche Media-Markt-Mutterkonzern Ceconomy die restlichen 25 Prozent.

(Foto: Olympia Group)

Athen Es sollte der ganz große Aufschlag werden, als Europas größter Elektronikhändler Media-Markt vor 14 Jahren nach Griechenland kam. Die Deutschen wollten Marktführer werden. Doch das ist ihnen nicht geglückt.

Die 2008 einsetzende Rezession und die Schuldenkrise dezimierten die Durchschnittseinkommen der Griechen um ein Drittel. Für die Anschaffung von Hausgeräten und Unterhaltungselektronik fehlte vielen das Geld. In den Krisenjahren 2012 bis 2016 erwirtschaftete die Media-Saturn Hellas Verluste von fast 74 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr kursierten in der Branche erste Gerüchte über einen bevorstehenden Rückzug der Deutschen aus Griechenland. Jetzt kann der Retter übernehmen. Er heißt Panos Germanos.

Seine Investmentgesellschaft Olympia Group hält 75 Prozent an einem künftigen Joint Venture, der deutsche Media-Markt-Mutterkonzern Ceconomy die restlichen 25 Prozent. Ende vergangener Woche genehmigte die griechische Wettbewerbsbehörde den Zusammenschluss.

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    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass der Media-Markt-Erlöser Germanos heißt. Der Name bedeutet „Deutscher“. Mit der Übernahme von Media-Saturn Hellas beginnt der 69-Jährige ein weiteres Kapitel seiner bemerkenswerten Unternehmerbiografie. Er ist der Prototyp des griechischen Selfmade-Geschäftsmannes.

    Im Elektroladen gejobbt

    Aufgewachsen als eines von elf Geschwistern in dem Dorf Milies unweit des antiken Olympia, zog es den jungen Panos nach dem Schulabschluss in die Hauptstadt Athen. Um das Ökonomiestudium zu finanzieren, jobbte Germanos in einem Elektronikladen.

    Dort dürfte er für seinen weiteren Lebensweg mehr gelernt haben als an der Universität. 1980 wagte Germanos den Schritt in die Selbstständigkeit: Er eröffnete ein Spezialgeschäft für Batterien in der Athener Emmanouil-Benaki-Straße.

    Aus dem kleinen Laden wurde im Laufe der Jahre ein über die Grenzen Griechenlands hinauswachsendes Netz von Elektronikgeschäften der Marke Germanos. Früh erkannte Germanos das Marktpotenzial des Mobilfunks für den Einzelhandel. 2006 umfasste seine Kette mehr als 1000 eigene und Franchise-Geschäfte mit über 5000 Beschäftigten in sieben Ländern – das größte Mobiltelefonie-Einzelhandelsnetzwerk in Südosteuropa.

    Im gleichen Jahr verkaufte Germanos seine Ladenkette an Hellenic Telecom Griechenlands größter Telekomkonzern bekam auf einen Schlag ein flächendeckendes physisches Vertriebsnetz, und Germanos war um 550 Millionen Euro reicher.

    Er investierte das Geld in den Aufbau einer neuen Einzelhandelskette unter der Marke Public, die inzwischen 55 Filialen in Griechenland und Zypern zählt. Das Erfolgsrezept ist das ungewöhnlich breite Sortiment, das von Büchern und Spielzeug über Telefonie, Computer und Unterhaltungselektronik bis zu Sportartikeln und Modeschmuck reicht. 2018 meldete Public einen Umsatz von 256,4 Millionen Euro und einen Gewinn (Ebitda) von 9,1 Millionen.

    Über das Privatleben von Germanos weiß man fast nichts. Der dreifache Vater scheut die Öffentlichkeit und äußert sich nie in den Medien. Unerkannt fährt einer der reichsten Männer Griechenlands in Athen U-Bahn, ungestört von Paparazzi kann er am Strand irgendeiner Kykladen-Insel mit seinen Enkelkindern schwimmen gehen.

    Seine Geschäfte führt Christos Kalogerakis, der CEO von Public, der nun auch die Führung des Joint Ventures übernimmt. Die Marken Public und Media-Markt sollen parallel weiterbetrieben werden.

    Media-Markt bleibt aber eine schwierige Baustelle. Nicht nur die Krise zwang die Deutschen in Griechenland in die Knie. Zum Marktführer, dem 1950 gegründeten Elektrofachhändler Kotsovolos, der seit 2004 zur britischen Gruppe Dixons Carphone gehört und mit 94 Filialen flächendeckend im ganzen Land präsent ist, konnten die Deutschen mit ihren nur zwölf Märkten nie aufschließen.

    Für Media-Saturn ist das Joint Venture eine Lösung, mit der das Unternehmen das Gesicht wahrt: Man reduziert das Risiko in Griechenland deutlich, ohne sich aus dem Markt zurückziehen zu müssen. Zugleich eröffnet der Einstieg des gewieften Einzelhandelsprofis Panos Germanos die Chance, in den nächsten Jahren doch noch einen Teil der Millionenverluste wieder hereinzuholen.

    Germanos hat noch viel vor, nicht nur mit Media-Markt. Seine Olympia-Group beteiligte sich kürzlich mit knapp 13 Prozent am Immobilienentwickler Lamda Development.

    Die Gruppe hat den Zuschlag für die Neugestaltung des alten Athener Flughafengeländes Ellinikon, wo auf einer Fläche, die größer ist als das Fürstentum Monaco, Wohnungen, Freizeitanlagen, Einkaufs- und Konferenzzentren, ein Park, Hotels und das größte Spielkasino Südosteuropas entstehen sollen.

    Mehr: Ohne Bohnen ist die beste Kaffeemaschine nichts wert. Deshalb führen die beiden Elektronikketten Media Markt und Saturn künftig Kaffee namhafter Hersteller – und steigen selbst in das Geschäft ein.

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