Paul Köllensperger Ein Internetunternehmer mischt die Politik in Südtirol auf

Paul Köllensperger steigt mit seiner Liste zur zweitstärksten politischen Kraft der Region auf. Er will die Macht der konservativen SVP brechen.
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Der Unternehmer wurde mit seiner Liste „Team Köllensperger“ aus dem Stand zweitstärkste politische Kraft in Südtirol. Quelle: Paul Köllensperger
Paul Köllensperger (rechts)

Der Unternehmer wurde mit seiner Liste „Team Köllensperger“ aus dem Stand zweitstärkste politische Kraft in Südtirol.

(Foto: Paul Köllensperger)

Mit dem Aufbau eines Unternehmens hat Paul Köllensperger Erfahrung. Der 48-jährige Südtiroler gründete bereits vor anderthalb Jahrzehnten mit Partnern seine eigene Internetfirma „Xtend“, die er wieder verkaufte. Wie ein Start-up baute er auch seine erst im Juli gegründete Liste „Team Köllensperger“ auf. Nun ist sie zweitstärkste Kraft in der Alpenregion. Der in Bozen Geborene holte am Sonntag 15,2 Prozent der Stimmen. Damit errang er auf Anhieb sechs Landtagsmandate.

„Wir wollen das System einer Partei in Südtirol brechen“, sagte der Polit-Star dem Handelsblatt am Montag. „Wir begreifen uns als Alternative zu den alten Volksparteien, aber europafreundlich, weder rechts noch links.“ Mit den konservativen Freien Wählern in Bayern will Köllensperger seine Partei aber nicht verglichen wissen. Sein „Team“ sei „sozial-liberal“, sagt der Parteiengründer.

Köllensperger, der sein Wirtschaftsstudium in Bologna abbrach und zuletzt als Geschäftsführer einer auf Photovoltaik und Biogas spezialisierten oberitalienischen Energiefirma war, hatte zuvor bereits Politikerfahrung gesammelt. 2013 war er für die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung, die jetzt in Rom mit der fremdenfeindlichen Lega regiert, in den Südtiroler Landtag gezogen.

Im Sommer hatte sich der zweisprachige Bozener mit einem Faible für gute Küche allerdings von der Bewegung losgesagt. Ähnlich wie bereits in Bayern die CSU verlor die konservative Südtiroler Volkspartei (SVP) stark und erzielte mit 41,9 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte.

Die SVP hatte lange in Südtirol mit absoluter Mehrheit regiert und muss nun einen Koalitionspartner suchen. Köllensperger steht für ein Bündnis bereit. „Wir schließen eine Koalition mit der SVP nicht aus“, sagt der dreifache Vater dem Handelsblatt. Im gleichen Atemzug fügt er hinzu, dass die SVP sein Angebot voraussichtlich nicht annehmen werde. Sie suche die Zusammenarbeit mit der rechtsnationalen Lega, um weiter in Rom Einfluss zu haben.

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