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Peter Leibinger Trumpf-Vizechef: Batteriesubvention ist Verschwendung

Peter Leibinger hält nichts von Plänen der Politik zur Förderung einer Batteriezellenfabrik in Deutschland. Gegen China könne man nicht gewinnen.
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Peter Leibinger: Batteriesubvention ist Verschwendung Quelle: dpa
Trumpf-Vize Peter Leibinger

Der Unternehmer spricht unerwartet Klartext bei der Hausmesse.

(Foto: dpa)

StuttgartPeter Leibinger ist Stellvertreter seiner Schwester Nicola Leibinger-Kammüller an der Spitze des schwäbischen Vorzeigeunternehmens Trumpf. Wohl kein deutscher Familienunternehmer kennt sich in der Lasertechnologie und der Forschungsförderung besser aus als der Trumpf-Technikvorstand.

Bei der Pressekonferenz zur Hausmesse Intech wollte der promovierte Maschinenbauer eigentlich nur stolz darüber berichten, wie gut die Laser von Trumpf bei der Fertigung von Batteriezellen die kleinen Blechhüllen gasdicht verschweißen können, ohne dass die Lithium-Ionen-Füllung explodiert. „Wir sind da so weit vorne, weil wir ähnliche Laser beim Verschweißen von Herzschrittmachern verwenden“, erläutert Leibinger.

Doch beim derzeit großen Thema einer Milliardenförderung für eine Batteriezellenfabrik redet der 51-Jährige plötzlich Klartext: „Trumpf ist an keinem der Bewerberkonsortien beteiligt. Ich halte davon nichts“, sagt Leibinger. Eigentlich redet er da gegen das eigene Geschäft mit potenziellen Kunden.

Aber Leibinger geht es hier ums Prinzip: In der Batteriezellenfertigung seien 80 Prozent reine Materialkosten. 75 Prozent des Materials stammten aus China. Und bei den notwendigen Rohstoffen habe sich China rund die Hälfte der Vorkommen gesichert.

Nur 20 Prozent eigener Wertschöpfungsanteil reichten für deutsche Hersteller nicht, wenn dann auch noch die Hauptwettbewerber aus China kommen. „Das kann man nicht gewinnen“, sagte Leibinger. „Steuergeld darf nicht für ein Solar-2 verschwendet werden.“ Leibinger meint damit die Förderung für deutsche Solarzellen-Hersteller, die später pleitegingen.

Selbst die Förderung einer Forschungsfabrik sieht Leibinger kritisch. Das gehe alles bei den asiatischen Marktführern schneller. Leibinger weiß, wovon er spricht. Er kennt die Fabriken seiner Kunden von innen. Anfang des Jahres bekam Trumpf von einem chinesischen Batteriezellenhersteller einen Großauftrag über 50 Laser, Scanner und Software.

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