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Petra Scharner-Wolff Die Otto-Finanzchefin sichert auf cleveren Wegen den Gewinn

Petra Scharner-Wolff kann dank eines Verkaufs passable Gewinne ausweisen. Das Handelsgeschäft des Otto-Konzerns hingegen schwächelt.
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Die Finanzchefin navigiert die Otto-Gruppe clever durch strategisch schwere Zeiten. Quelle: Otto Group
Petra Scharner-Wolff

Die Finanzchefin navigiert die Otto-Gruppe clever durch strategisch schwere Zeiten.

(Foto: Otto Group)

HamburgDie überraschendste Nachricht hat Otto-Finanzchefin Petra Scharner-Wolff auf Seite 158 des Geschäftsberichts untergebracht: Die Gruppe hat 51 Prozent an einem Fonds ihres Start-up-Builders eVentures an den kalifornischen Risikokapitalgeber Industry Ventures verkauft. Abgestoßen werden zudem zwei kleinere Finanzdienstleister. Gesamtwert der verkauften Einheiten: 420 Millionen Euro.

Für die Diplom-Kauffrau ist das ein Erfolg, den sie bei der Bilanzpressekonferenz in Hamburg jedoch erst auf Nachfrage preisgab. Erstmals habe ein eVentures-Fonds die nötige Reife entwickelt, um im großen Stil externe Interessenten anzuziehen, sagte die 47-Jährige. Das zeige: Es gehöre inzwischen fest zum Geschäftsmodell der Otto-Gruppe, Start-ups zu entwickeln und zu verkaufen.

Der Deal hilft der Finanzchefin allerdings auch dabei, für Otto trotz steigender Investitionen und des schwächelnden Modehandels im vergangenen Supersommer doch noch passable Gewinne auszuweisen. Der Umsatz ist leicht auf 13,4 Milliarden Euro gesunken, das operative Ergebnis von 388 Millionen Euro auf 222 Millionen Euro gefallen. Dennoch bleibt die Gruppe mit 177 Millionen Euro Jahresüberschuss deutlich in der Gewinnzone.

Ohne die Neubewertung des teilverkauften Fonds, die Scharner-Wolff erstmals im Finanzergebnis ausweisen konnte, hätte es schlechter ausgesehen: Der Bilanzeffekt verbesserte den Gruppengewinn um 133 Millionen Euro, sagte die ehemalige Beraterin. Weitere „Entkonsolidierungen“ polierten das Finanzergebnis noch mal um 30,2 Millionen Euro.

Das heißt: Ohne die verkaufsbedingten Neubewertungen hätte der Jahresgewinn nur noch im niedrigen zweistelligen Millionenbereich gelegen. Im Vorjahr waren es auch dank einer gewinntreibenden Neubewertung von Online-Modehändler About You noch 516 Millionen Euro.

Operativ steht das klassische Otto-Geschäft derzeit schwach da. Im Kerngeschäft Handel verdient das Familienunternehmen fast kein Geld: Der operative Gewinn rund um Otto.de, Witt und Bonprix sank von 144 Millionen im Vorjahr auf nur 25 Millionen Euro.

Dabei gibt es auch hier eigentlich eine Entlastung: Der Verlust von About You, der mit 115 Millionen Euro fast unverändert geblieben ist, geht nach dem Verkauf von Anteilen an die dänische Bestseller-Gruppe nur noch zum Teil ins Otto-Ergebnis ein.

Der Bereich Service, in dem der Paketdienst Hermes angesiedelt ist, baute seinen operativen Verlust von sechs Millionen auf 33 Millionen Euro aus – auch wegen steigender Löhne. Das operative Gruppenergebnis retteten allein die Finanzdienstleister um das Inkassounternehmen EOS. 322 Millionen Euro kamen zusammen – ein bisschen weniger als im Vorjahr.

„Wir sind froh, dass das Segment Finanzdienstleistungen so stark ist“, sagte Scharner-Wolff. Online-Händler Otto.de fällt nämlich wohl noch länger als Gewinnbringer aus, weil der Umbau zum Marktplatz hohe Investitionen verschlingt. Die zweifache Mutter darf einstweilen auf den Verkauf weiterer erfolgreicher Start-ups hoffen

Mehr: Petra Scharner-Wolff sieht große Karrierechancen für Frauen durch die Digitalisierung. Wer in Zukunftsbranchen erfolgreich sein will, brauche vor allem Soft-Skills.

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