Philipp Sayler von Amende

Der Deutschlandchef von Carwow will für Durchblick im Rabattdschungel sorgen.

Philipp Sayler von Amende Autos kaufen, ohne zu feilschen – Portal Carwow expandiert in Deutschland

Philipp Sayler von Amende ist im Autohaus groß geworden. Jetzt baut der Ex-Berater das Geschäft der Plattform Carwow in Deutschland aus.
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MünchenSatte Rabatte, die will jeder. Aber darum feilschen? Das ist der Deutschen Sache nicht – glaubt zumindest Philipp Sayler von Amende. Der 36-Jährige versucht gerade, das britische Autoportal Carwow hierzulande groß und bekannt zu machen. Über die Internetplattform können Interessenten die Konditionen anfordern und vergleichen, die ihnen Autohändler für ein spezielles Modell anbieten. Vor zwei Jahren startete der ehemalige Unternehmensberater mit der deutschen Filiale in München.

Der Schwabe kennt den Autohandel von klein auf. Seine Eltern betrieben ein Autohaus in Ulm, das jetzt sein Bruder führt. Mit 17 Jahren gründete er seine erste Firma Find-car.de. Bevor der Mann mit dem Dreitagebart zu Carwow stieß, war er für die amerikanische Online-Autoplattform True-Car tätig und betreute die Autobranche beim World Economic Forum. Der Betriebswirt mit einem MBA der Chinese University of Hong Kong stand auch schon in Diensten von Daimler und Porsche.

Carwow ist ein acht Jahre altes Start-up, das in seiner britischen Heimat den Automarkt aufmischt. Firmenangaben zufolge kaufen sieben Prozent der Briten ihren neuen Wagen inzwischen mithilfe der Plattform. Das junge Unternehmen, es beschäftigt in London 140 Leute, wird von Risikokapitalgebern finanziert und sammelte im Sommer vorigen Jahres 33,5 Millionen Euro ein. Sayler von Amende ist selbst beteiligt.

Der Mann mit dem einnehmenden Lächeln treibt in München eine Truppe von 35 Mitarbeitern an. Die Mehrzahl kümmert sich um den Kontakt zu den Autohändlern. Mit den Marken VW, Skoda und Hyundai begann Sayler von Amende vor zwei Jahren, inzwischen sind 16 Anbieter dabei. Wie viele Autohäuser mitmachen, verrät er nicht. Nur so viel: Die beteiligten Hersteller würden hierzulande zwischen zwei und drei Prozent ihres Umsatzes über Carwow erzielen. Das Ziel ist ambitioniert: „Wir wollen der führende Player im Neuwagenbereich werden.“

Carwow ist beileibe nicht der erste und schon gar nicht der einzige Anbieter, der Autos im Internet verkauft. Es tummeln sich Dutzende Anbieter im Netz, darunter bekannte Namen wie Autohaus24, Autoscout24 oder Mobile.de, zudem regionale Autohäuser, Hersteller und Autovermieter. Oft werben sie mit üppigen Rabatten.

Sayler von Amende ist aber überzeugt, dass Autokäufer seinen Service besonders schätzen. „Die Angebote der Händler sind so vielfältig, das kann kein Kunde erfassen.“ Stets hätten die Leute das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Bei Carwow bekommen sie für ihr Wunschauto fünf Angebote von Händlern – vier aus ihrer Region sowie den günstigsten Preis aus ganz Deutschland. Kommt es zum Kauf, überweist das Autohaus 350 Euro an Carwow.

„70 Prozent entscheiden sich für einen lokalen Händler“, weiß Sayler von Amende, da macht es auch nichts, wenn es nicht ganz das günstigste Angebot ist. Offenbar schätzen die Deutschen den Kontakt vor Ort.

Tatsächlich scheint das Konzept aufzugehen. Auf der Kundenbewertungsseite Trustpilot äußern sich Nutzer positiv. „Alles super, man hat am Anfang etwas Angst, ob es wirklich so einfach funktioniert“, meint ein Anwender. Ein anderer schreibt: „Ich habe einen guten Überblick über die möglichen Rabatte bei den verschiedenen Herstellern für einen großen Kombi bekommen und am Ende bei einem Autohaus gekauft, zu dem ich über Carwow Kontakt bekommen habe.“

In diesen Tagen baut der Vater von zwei Kindern das Angebot aus. Die Kunden können sich jetzt auch Angebote von Modellen anschauen, die bei den Händlern auf dem Hof stehen. Und es ist nun möglich, mit einem Klick eine Probefahrt zu vereinbaren. Zudem können Selbstständige Offerten für Firmenwagen einholen.

Dass Carsharing immer beliebter wird und bald selbstfahrende Vehikel über die Straßen düsen – all das ficht den Autovermittler nicht an. Denn: „Auch autonome Autos muss irgendjemand kaufen, die Frage ist nur: wer?“

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