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Philipp Walter Training für Computerkicker: Start-up Gamers Academy will Fifa-Spieler ausbilden

Der Gründer des Münchener Unternehmens will mit seinem Angebot ambitionierte Gamer ausbilden. Ob die dafür zahlen, wird sich erst im Herbst zeigen.
11.07.2020 - 14:00 Uhr Kommentieren
Philipp Walter: Der ehemalige Marketingchef von Under Armour in Deutschland hat in München eine virtuelle Uni für Computerspieler eröffnet. Quelle: Gamers Academy
Philipp Walter

Philipp Walter: Der ehemalige Marketingchef von Under Armour in Deutschland hat in München eine virtuelle Uni für Computerspieler eröffnet.

(Foto: Gamers Academy )

München Kickstiefel, Turnschuhe und T-Shirts: Den größten Teil seiner Karriere hat Philipp Walter Sportartikel verkauft. Erst bei Adidas, dann beim amerikanischen Rivalen Under Armour. Nun richtet sich das Angebot des 42-Jährigen an Sportler in der virtuellen Welt: Der Betriebswirt geht mit der Plattform Gamers Academy an den Start.

Mit diesem digitalen Trainingslager will Walter die Anhänger der Videospielreihe „Fifa“ ausbilden. Dort messen sich, lizenziert vom Weltverband, Fußballfans in virtuellen Spielen, Ligen und Turnieren. „Die Gamer wollen immer schneller immer besser spielen“, sagt Walter. Und tatsächlich lassen sich, wie im tatsächlichen Fußball, Fähigkeiten durch Training und Analyse verbessern. Darauf gründet auch das Geschäftsmodell seines Start-ups. „Das wird immer professioneller“, so Walter.

Wie bei vielen anderen Onlinedienstleistern ist ein Teil des Angebots der Gamers Academy umsonst. Wer aber richtig tief einsteigen will, der muss bezahlen. Um die fünf Euro im Monat dürften es wohl sein, aber das stehe noch nicht genau fest, betont der Unternehmer, der beim richtigen Fußball Fan von Eintracht Frankfurt ist.

Denn bislang sind die Trainingseinheiten im Netz umsonst. Erst im Herbst soll das Bezahlangebot starten, wenn die neue Version Fifa 21 erhältlich ist. Wer es nutze, werde individuell betreut, erklärt der Gründer. Gelehrt werden unter anderem Taktik und Spielverhalten. Am 9. Oktober will Hersteller EA die Fußballsimulation veröffentlichen.

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    In einer ersten Finanzierungsrunde hat sich Walter 400.000 Euro gesichert, um sein bisher 15-köpfiges Team zu bezahlen. Im zweiten Schritt soll bald eine halbe Million Euro hinzukommen. Das Geld würde bis Januar reichen. Dann plant der Unternehmer, sich weiteres Kapital zu besorgen, er verhandele mit zwei Risikokapitalgebern.

    Riesige Zielgruppe

    In Mike Lee hat Walter bereits einen prominenten Investor an Bord. Lee hat vor fünf Jahren seine selbst gegründete Sport-App MyFitnessPal für fast eine halbe Milliarde Dollar an Under Armour verkauft. Aus Walters Zeit beim amerikanischen Sportkonzern kennen sich die beiden. Lee ist überzeugt von der Idee seines deutschen Freunds: „Gaming ist eine der am schnellsten wachsenden Branchen weltweit, das wurde während Covid noch stärker untermauert.“ Und nach seinem Erfolg im Bereich der digitalen Gesundheit mit MyFitnessPal sei eine Investition in Computerspiele fast logisch gewesen.

    Logisch war auch die Unterstützung für Walter: „Ich habe die Zusammenarbeit mit Philipp über die Jahre sehr genossen und fand es gut, was das Team hier in Deutschland für Under Armour aufgebaut hat. “

    Walter bewegt sich mit seiner kleinen Münchener Firma in einem riesigen Markt. Die Computerspieler haben vergangenes Jahr in Deutschland für Software und Onlinedienste 3,9 Milliarden Euro ausgegeben. Das hat der Branchenverband Game ausgerechnet.

    Weltweit spielen Schätzungen zufolge bis zu drei Milliarden Menschen regelmäßig an Computern, Handys oder Konsolen. Das Fifa-Spiel komme auf etwa 30 Millionen Anhänger, so Walter. Bei den Turnieren sind mehrere Hunderttausend Euro zu gewinnen. Zahlreiche Profifußballvereine weltweit unterhalten inzwischen Teams in diesem Bereich, viele Fußballer spielen selbst auch virtuell.

    Lockdown als Gaming-Treiber

    Sport lebt von Stars, und was Lionel Messi für den FC Barcelona, das ist Mohammed „MoAuba“ Harkous für die Gamers Academy. Als erster Deutscher gewann er vergangenes Jahr in London die Fifa-Weltmeisterschaft. Ein Profi also, der jetzt aufstrebenden Talenten erklärt, wie sie auch einmal so gut werden wie er. Und ein Fußball-Profi macht ebenso mit: Thilo Kehrer, Verteidiger in der deutschen Nationalmannschaft und unter Vertrag bei Paris Saint-Germain.

    Am 1. April ist Walter mit seinem Team in die ehemaligen Räume von Radio Energy in München eingezogen. Für ihn ideal, denn in den Sprecherkabinen können die Trainer nun in Ruhe ihre Lehrstunden aufzeichnen. 300.000 Spieler seien schon Teil des Netzwerks, behauptet Walter. Bis Herbst soll es eine halbe Million werden.

    Es sei dies jetzt ein guter Zeitpunkt, um mit dem Geschäft anzufangen, findet der Münchener. Schließlich gingen die Leute wegen der Corona-Epidemie lange nicht so viel aus wie früher. Stattdessen würden sie viel mehr Zeit vor dem Computer verbringen. Tagsüber im Homeoffice im Zoom-Meeting, abends auf der Couch beim virtuellen Kick.

    Mehr: Wie diese zwei Gründer vom E-Bike-Boom profitieren

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