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Phillip Eischet Right-Now-Gründer will jetzt auch Bahn-Kunden zu ihrem Recht verhelfen

Phillip Eischet kauft Flugtickets, die Airlines nicht erstatten wollen. Nach einem Rückschlag für sein Start-up greift er neu an: mit Bahn-Tickets.
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Right Now ist inzwischen auf 17 Mitarbeiter gewachsen. Quelle: Geld-für-Flug GmbH
Phillip Eischet (r.) und Mitgründer Benedikt Quarch (l.) und Torben Antretter

Right Now ist inzwischen auf 17 Mitarbeiter gewachsen.

(Foto: Geld-für-Flug GmbH)

Düsseldorf Phillip Eischet durchlebt gerade turbulente Monate. Erst steiler Aufstieg, dann bedroht ein Gerichtsurteil sein Geschäft. Er denkt um, gewinnt im Sommer Carsten Maschmeyer als Investor. Und an diesem Dienstag meldet er mit Bahn-Buddy seinen ersten Zukauf.

Vor wenigen Tagen in Düsseldorf: Der 26-Jährige steht am Fenster und schaut in den Himmel. „Wir sehen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert. Also bauen wir es aus.“ Dabei sah es zwischendurch aus, als würde sein Start-up Right Now nicht lange fliegen.

Die Geschichte beginnt 2016. Eischet lernt an der Uni St. Gallen seinen Mitgründer Torben Antretter kennen. Dazu kommt Schulfreund Benedikt Quarch ins Team. Die drei wundert, warum Airlines ihren Kunden verbieten können, Tickets zu stornieren. Sie schauen ins Gesetzbuch – und gründen eine Firma, die genau das anbietet: Geld-für-Flug.de.

„Was die Airlines tun, ist rechtswidrig. Einzelne Kunden gehen aber normalerweise nicht vor Gericht.“ Das Start-up sammelt Fälle, übergibt sie einer Kanzlei und erstattet Kunden binnen 48 Stunden gegen Provision einen Teil des Flugpreises zurück.

Geld-für-Flug.de wickelt Zehntausende Fälle ab und steuert auf einen Millionenumsatz zu. Weil praktisch alles online geht, hat die Firma kaum Kosten. Auf dem Papier ist das Geschäft von Anfang an profitabel. Es gibt aber ein Risiko: Kunden bekommen ihr Geld sofort, die Airlines zahlen oft erst nach einem monatelangen Rechtsstreit.

Und nicht nur das. Am 20. März 2018 fällt der Bundesgerichtshof ein Urteil, das die Gründer schockt: Airlines dürfen eine Stornierung ausschließen (Aktenzeichen X ZR 25/17). Das Start-up muss mehr als 100.000 Euro abschreiben.

Doch die junge Firma macht weiter. Denn: Der Ausschluss gilt nur für den eigentlichen Flugpreis und nicht für Steuern und Gebühren. Auch das verweigern aber viele Fluggesellschaften. Die Gründer reagieren. Statt auf möglichst teure Tickets sind sie nun auf massenweise Billigtickets aus, bei denen die Steuern und Gebühren den größten Anteil ausmachen. Geld-für-Flug macht mehr Werbung und nimmt nach kurzer Zeit sogar mehr Geld ein als vorher.

Die Bahn stört das Geschäftsmodell nicht

Phillip Eischet lernt: Seine Firma muss sich breiter aufstellen. Im Sommer sucht er nach einem Start-up mit ähnlichem Ansatz – aber in einem anderen Sektor. Er findet: Bahn-Buddy. Die Firma nimmt Bahnfahrern Arbeit ab, wenn die bei Verspätungen entschädigt werden wollen.

Statt mehrere Seiten auszufüllen, laden Kunden ihr Ticket im Internet hoch. Ein Programm prüft, ob die Verbindung tatsächlich mehr als 60 Minuten verspätet war – und macht ein Angebot abzüglich einer Provision. Die Daten liest das System live aus der Bahn-Webseite aus und archiviert sie.

Die Bahn stört das laut einem Sprecher nicht. Vom Fahrgastverband Pro Bahn heißt es: „Wer den Komfort braucht, kann das ruhig machen.“

Eischet und sein Team begeistert vor allem die Technik. Sie sprechen die Gründer an und kaufen ihnen Bahn-Buddy.de Anfang Oktober ab. Right Now ist inzwischen auf 17 Mitarbeiter gewachsen. Bei alldem hilft auch das Geld, das Carsten Maschmeyer mit seinem Start-up-Fonds Seed & Speed eingebracht hat.

Knapp 5.000 Bahn-Verspätungen wickeln sie im ersten Monat ab. Pro Stück verdient die Firma etwa drei Euro. Doch daraus könnte schnell viel mehr werden. Denn, so erklärt Eischet, „das Geld kommt deutlich schneller als bei den Airlines. Und wir brauchen dafür keinen einzigen Mitarbeiter“.

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