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Pizza-Lieferdienst „Papa John's“-Chef John Schnatter tritt nach Rassismus-Skandal zurück

Der Gründer der drittgrößten Pizzakette der USA schaltete sich in den Hymnenstreit in der NFL ein – und vergriff sich mehr und mehr im Ton.
26.07.2018 - 18:41 Uhr Kommentieren
Dem Gründer von Papa John's werden rassistische Äußerungen zum Verhängnis. Quelle: WireImage/Getty Images
John Schnatter

Dem Gründer von Papa John's werden rassistische Äußerungen zum Verhängnis.

(Foto: WireImage/Getty Images)

New York Der Werbeslogan machte Papa John’s groß: „Bessere Zutaten. Bessere Pizza“. Auf jedem Pizzakarton stand der Spruch, daneben das Bild von John Schnatter. Der baute das Unternehmen in 34 Jahren auf – bis es nach Domino’s und Yum drittgrößter Pizzaauslieferungsdienst Amerikas war. Noch heute gehört ihm fast ein Drittel der Firma mit 5 000 Filialen in 45 Ländern. Aber nun muss der 56-Jährige als Chairman zurücktreten.

Anlass für den Absturz waren kontroverse Äußerungen – und dass er nicht vom Unternehmen lassen kann. Im vergangenen November mischte Schnatter sich in eine heikle Diskussion ein. Beim Abspielen der Nationalhymne knieten sich einige Football-Spieler hin, um auf Rassismus und Ungerechtigkeit bei Polizeieinsätzen hinzuweisen, was US-Präsident Donald Trump kritisierte. Papa John’s ist ein langjähriger Sponsor der Football-Vereinigung NFL.

Auf einer Telefonkonferenz mit Analysten kritisierte Schnatter die NFL. Sie sei „ein Beispiel für schlechte Führung“. Das kam als Kritik an den Protesten der Spieler rüber. Eine Neonazi-Publikation nannte Papa John’s die „offizielle Pizza für die Ultrarechten“. Eine Kampagne „Löscht die App von Papa John’s“ zeigte Wirkung.

Wenige Wochen später trat Schnatter als CEO zurück. Der Rückzug war von langer Hand vorbereitet. Neuer Chef wurde Steve Richie, von Schnatter als Nachfolger aufgebaut. „Wir könnten keinen erfahreneren Chef haben, der Papa John’s zu neuem Wachstum führt“, sagte Schnatter damals. Allerdings mischte er sich weiter ins Tagesgeschäft ein. Neue Produkte wie Pfannenpizza wurden ihm zu rasch eingeführt. Eine neue Werbekampagne mit Hundebabys oder BMX-Fahrrädern missfiel Schnatter. Er wollte wieder stärker als Werbefigur gebraucht werden.

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    Das stieß im Unternehmen auf Widerstand. Am Ende stand ein Kompromiss: Schnatter sollte in ausgewählten Events auftauchen. Als Vorbereitung gab es ein Rollenspiel mit der Marketingagentur „Laundry Servive“, um für Fragen von Reportern gewappnet zu sein. Dort gefragt, ob er ein Rassist sei, antwortete er: „Nein“. Der Gründer und die Galionsfigur der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken habe vielleicht das Wort „Nigger“ benutzt, er aber nicht. „Colonel Sanders nennt Schwarze Nigger und kriegt keinen Ärger“, sagte Schnatter.

    Doch das Wort „Nigger“ reichte für einen Aufschrei. Als der Kommentar vor wenigen Tagen an die Presse durchsickerte, hagelte es Kritik. Schnatter verteidigte sich, das Zitat sei aus dem Kontext gerissen. Es nutzte nichts.

    Auf Druck des Verwaltungsrats gab er seinen Posten als Chairman auf, soll aus dem Board of Directors zurücktreten, darf nicht mehr das Firmenbüro benutzen und wird „nicht mehr in der Werbung oder in Marketingmaterial“ auftauchen, sagte CEO Richie.

    Jetzt bereut Schnatter seinen schnellen Rücktritt, will weiter im Verwaltungsrat bleiben. Am gestrigen Donnerstag gab es eine Sitzung, auf der er erscheinen wollte – um eine „detaillierte Evaluierung“ von Richie zu präsentieren. Seiner Meinung nach ist sein Ziehsohn missraten. In der Tat fallen die Umsätze seit vergangenem Herbst drastisch. Er selbst sei daran aber unschuldig, sagt Schnatter.

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