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Prevent-Chef Nijaz Hastor wird in Deutschland gefürchtet – und in Bosnien geliebt

Der Zulieferer Prevent gilt als Schreck der deutschen Autobauer. Gründer Nijaz Hastor ist dagegen in seiner Heimat als Wohltäter berühmt.
14.08.2018 - 18:18 Uhr Kommentieren
Der Prevent-Gründer erscheint in seiner Heimat Bosnien als vollkommen anderer Mensch. Quelle: mauritius images
Nijaz Hastor

Der Prevent-Gründer erscheint in seiner Heimat Bosnien als vollkommen anderer Mensch.

(Foto: mauritius images)

Düsseldorf In Deutschland verzichtet Nijaz Hastor auf öffentliche Auftritte. Es gibt hierzulande keine Bilder von ihm, zu den Medien geht er grundsätzlich auf Distanz. In Bosnien ist das ganz anders.

Dort hat der Gründer des Automobilzulieferers Prevent keine Scheu vor Fotografen und lässt sich regelmäßig ablichten. Erst am vergangenen Wochenende war es wieder so weit, als ihm auf dem Filmfestival der bosnischen Hauptstadt das „Ehrenherz der Stadt Sarajewo“ verliehen wurde.

Der 67-Jährige wird in beiden Länder völlig unterschiedlich wahrgenommen. In Deutschland ist er der Eigentümer einer Firmengruppe, die den Volkswagen-Konzern herausgefordert hat und im Zweifel auch in den eigenen Firmen keine große Rücksicht auf Arbeitsplätze nimmt.

In der Heimat in Bosnien erscheint der Prevent-Gründer als völlig anderer Mensch. Dort gilt er als erfolgreicher Unternehmer, der nur Gutes im Sinn hat und der das durch die jugoslawischen Bürgerkriege schwer getroffene Land vorangebracht hat.

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    Am wirtschaftlichen Erfolg des Prevent-Gründers gibt es allerdings nirgendwo Zweifel. Die Unternehmensgruppe beschäftigt allein in Bosnien etwa 7500 Menschen.

    In ganz Europa, vor allem durch die deutschen Werke, sind es mehr als 10.000. In Bosnien zählt jeder neu geschaffene Arbeitsplatz doppelt. Die Waffen schweigen dort zwar seit gut 20 Jahren, die Differenzen zwischen den Volksgruppen sind aber noch immer nicht verschwunden. Das lähmt den Staat und die Unternehmen.

    Hastor, der es bei „Forbes“ auf die Liste der Superreichen geschafft hat, gibt in Bosnien viel Geld für soziale und karitative Projekte aus. Seine Stiftung zahlt 14.800 Schülern und Studenten ein Stipendium. Sie sollen eine Ausbildung bekommen und im Land bleiben – und nicht wie viele andere junge Bosnier vor ihnen nach Deutschland auswandern.

    Dafür hat Hastor am Wochenende das „Ehrenherz von Sarajewo“ bekommen. Dafür, dass er sich für sein Heimatland einsetzt. „Was soll ich dazu sagen?“, fragte er vor der Verleihung, „Sarajewo ist mein großer Favorit, und jetzt bekomme ich auch noch das Herz der Stadt.“

    In Saarbrücken und in Leipzig, wo Prevent eigene Gusswerke betreibt, sind Hunderte von Arbeitsplätzen in Gefahr. Die Beschäftigten werden hoffen, dass Nijaz Hastor auch dort Herz zeigt.

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