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Prothesenhersteller Zurück zu Ottobock: Kathrin Dahnke wird neue Finanzchefin

Ottobock holt mit Blick auf den Börsengang die erfahrene Managerin Kathrin Dahnke zurück. Als Finanzchefin soll sie die Gespräche mit den Investoren führen.
20.07.2021 - 18:00 Uhr Kommentieren
Die ehemalige Finanzchefin von Osram wechselt zurück zu ihrem früheren Arbeitgeber Ottobock. Quelle: Wolfgang Bathe, Werhahn KG
Kathrin Dahnke

Die ehemalige Finanzchefin von Osram wechselt zurück zu ihrem früheren Arbeitgeber Ottobock.

(Foto: Wolfgang Bathe, Werhahn KG)

Frankfurt Eine Ruhepause hat sich Kathrin Dahnke nicht gegönnt. Wenige Tage nach ihrem Abschied bei dem Licht-Spezialisten Osram unterschrieb sie einen Vertrag als Finanzvorständin bei dem Prothesenhersteller Ottobock. Zum 1. September werde sie die Leitung über die Finanzen übernehmen, heißt es in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die dem Handelsblatt vorliegt. Sie folgt Jörg Wahlers, der den Posten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss.

Der plötzliche Rückzug von Wahlers erwischte das Unternehmen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Ottobock steckt mitten in den Vorbereitungen für seinen Börsengang. Der könnte laut Finanzkreisen bei einer Unternehmensbewertung von aktuell rund fünf Milliarden Euro einer der größten in Deutschland werden. Haupteigentümer Hans Näder, 59, hatte den Schritt für das kommende Jahr angekündigt.

Mit Dahnke hat er die Lücke in der Vorstandsmannschaft mit einer kapitalmarkterfahrenen Expertin gefüllt, die Ottobock gut kennt. In den Jahren 1995 bis 2004 hatte sie im Management geholfen, das weit verästelte Firmengeflecht zu einer Einheit zu formen. Sie selbst bezeichnete in dem Mitarbeiterbrief ihre Rückkehr an die alte Wirkungsstätte als Glücksfall. „Jetzt kann ich meine vielfältigen Erfahrungen einbringen, um das nächste Kapitel in der Unternehmensentwicklung zu gestalten“, erklärte sie.

Ihre Karriere hat die 60-Jährige durch einige Führungsetagen der deuten Wirtschaft geführt. Nach Stationen bei Beiersdorf und der WestLB führte sie die Finanzressorts des Maschinenbauers DMG Mori Seiko und der rheinischen Familienfirma Wehrhahn. Zuletzt hatte sie die Bücher von Osram geführt. Eine eher heikle Aufgabe, da das Unternehmen vor der Übernahme durch die österreichischen AMS stand.

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    Mit dem Vollzug des Verkaufs verließ sie das Unternehmen. Für Näder ist das eine glückliche Fügung. Frühere Vorstandskollegen bescheinigen Dahnke ein exzellentes Expertenwissen. „Zudem ist sie eine sehr angenehme Persönlichkeit“, sagte ein früherer Mitstreiter.

    Dahnke ist die „Ideale Besetzung“

    Schon vor ihrem offiziell ersten Arbeitstag im September wird die Managerin für ihren neuen Arbeitgeber aktiv. Ottobock steckt in den Vorbereitungen für den Börsengang und sucht dazu den Kontakt zu Banken und möglichen Investoren. Mit dem Rückzug von Wahlers wäre diese Aufgabe weitgehend an Vorstandschef Philipp Schulte-Noelle hängen geblieben. Für ihn ist Dahnke mit ihrer Erfahrung die „ideale Besetzung“, wie er an die Mitarbeiter schreibt.

    Ottobock ist ein Traditionsunternehmen. Die im Jahr 1919 gegründete Firma produziert Prothesen, Orthesen, Rollstühle und Exoskelette. Das Unternehmen ist nicht nur im medizinischen Bereich tätig, sondern bietet seit 2012 beispielsweise auch Exoskelette für Anwendungen in der Industrie an. 80 Prozent des mittlerweile als Ottobock SE & Co. KGaA firmierenden Unternehmens gehören der Holding der Inhaberfamilie Näder, die direkte Nachfahren des Firmengründers Otto Bock sind. Seit 2017 hält das schwedische Private-Equity-Unternehmen EQT 20 Prozent an Ottobock. Das Familienunternehmen beschäftigt mehr als 8000 Mitarbeiter und hat weltweit Niederlassungen in fast 60 Ländern.

    Ein konkretes Datum für seinen Gang an die Börse hat Ottobock noch nicht genannt. Allerdings dürften die Vorbereitungen in diesem Jahr abgeschlossen werden und die Transaktion – wie von Näder angekündigt – Anfang kommenden Jahres über die Bühne gehen. Bislang ist das Umfeld an den Aktienmärkten gut, weshalb er und Mitaktionär EQT die Chance nutzen wollen.

    Einstieg von EQT verschob Börsengang

    Näder hatte schon vor dem Einstieg des skandinavischen Finanzinvestors über einen Börsengang nachgedacht, wie er 2017 im Interview mit dem Handelsblatt sagte. Mit dem Einstieg von EQT für rund 600 Millionen Euro wurde der Plan ein paar Jahre verschoben. Es galt, mit dem Kapital und der Expertise von EQT das Medizinprodukteunternehmen organisch wie auch durch Zukäufe weiter voranzubringen, es profitabler zu machen und seinen Wert zu steigern.

    Im vergangenen Jahr soll dies gelungen sein. Gegenüber dem Vorjahreswert sei der Umsatz von etwas über einer Milliarde Euro weiter gestiegen, hieß es in Finanzkreisen. Auch der operative Gewinn sei während der Pandemie nicht wesentlich beeinträchtigt worden. Für Dahnke dürfte sich damit die Aufgabe erleichtern, mögliche Investoren für einen Einstieg beim Börsengang zu überzeugen.

    Wie auch in vielen anderen Bereichen kann sie hierbei auf ihre Erfahrung zurückgreifen. Als Aufsichtsrätin des Bremsenherstellers Knorr-Bremse hatte sie dessen Gang an den Kapitalmarkt begleitet. „Davon wird sie profitieren“, sagte ein früherer Wegbegleiter.
    Mehr: Positive Halbjahresbilanz: Börsengange in Deutschland auf höchstem Stand seit 20 Jahren

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