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Ralf Hempel So will Gebäudedienstleister Wisag den Ruf der Branche verbessern

Der Chef des Immobilien-Dienstleisters Wisag, Ralf Hempel, braucht dringend neues Personal. Darum arbeitet er am angeschlagenen Image der Branche.
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Der Wisag-Chef steht seit sechs Jahren an der Spitze – im Unternehmen ist er bereits seit 1994. Quelle: Wisag, Christian Schluete
Ralf Hempel

Der Wisag-Chef steht seit sechs Jahren an der Spitze – im Unternehmen ist er bereits seit 1994.

(Foto: Wisag, Christian Schluete)

Frankfurt Bevor er mit seinem Vortrag beginnt, erklärt Ralf Hempel seinen Gästen erst einmal, was für einen Kaffee sie da gerade trinken. „Victoria, eine Mutter von sechs Kindern, baut mit einfachsten Mitteln in Honduras Kaffee an“, erzählt der 58-Jährige: „Wir kaufen den direkt dort und helfen so dabei, dass dieses Familienunternehmen in eine nachhaltige Zukunft schauen kann.“

Auch wenn die Geschichte nur am Rande des Frankfurter Familienunternehmens Wisag spielt, sie dokumentiert ein Thema, das sich quer durch den Jahresbericht von Hempel zieht: die Nachhaltigkeit. Wieder und wieder taucht das Wort auf, als nachhaltige Personalpolitik, nachhaltige Digitalisierungsstrategie oder als Nachhaltigkeit im Sinne von Umwelt.

Wer den Worten von Hempel folgt, ist irritiert. Führt der Manager, der bei der Bundeswehr in Hamburg Elektrotechnik studierte und danach zwölf Jahre bei der Luftwaffe war, doch einen Gebäudedienstleister: die Wisag Facility Service Holding GmbH. Die Branche genießt nicht den besten Ruf. Lohndumping, ein erbitterter Preiskampf, Billigarbeitskräfte – das sind die Attribute, die immer noch mit den Gebäudedienstleistern verbunden werden. Nachhaltigkeit gehört nicht dazu.

Hempel weiß um das Image. Seit über 25 Jahren ist er bei Wisag. Über zahlreiche Führungsaufgaben wurde er 1999 Mitglied der Geschäftsführung der Wisag Facility Service Holding. 2013 übernahm er hier dann die Führung von Michael Wisser, den Sohn von Claus Wisser, der 1965 mit der Gebäudereinigung begann.

Als „alter Hase“ ist Hempel bewusst, dass es dringend Zeit ist, das Image der Branche zu drehen. Denn es wird immer schwerer, Personal zu bekommen. 800 offene Stellen würde das Intranet der Wisag ausweisen, erzählt er. Das limitiere mittlerweile sogar das Wachstum. Um 5,3 Prozent auf 1,124 Milliarden Euro ist der Umsatz der Wisag Facility Service Holding im vergangenen Jahr gestiegen. Gemessen an den Kundenanfragen hätte es mehr sein können.

„Viele in der Branche versuchen wie Wisag, aus der Schmuddelecke zu kommen“, sagt Thomas Ball vom Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder. Dazu gehört – daraus macht Hempel kein Geheimnis – auch eine bessere Bezahlung: „Für unsere Kunden bedeutet das höhere Preise.“ Die glaubt Hempel auch bei einer sich abschwächenden Konjunktur bei seinen Auftraggebern durchsetzen zu können.

Die Kunden würden zunehmend auf Qualität Wert legen, etwa auf die Kontinuität bei den Mitarbeitern, die Wisag schickt. „Und wir suchen uns natürlich die Kunden aus, die weit vorausdenken und nicht nur den Preis drücken. Also in erster Linie Mittelständler.“

Das nötige Personal werde man bekommen, davon ist Hempel überzeugt. „Uns hilft unsere Gesellschafterstruktur als Familienunternehmen. Da muss sich kein Mitarbeiter fragen, wer denn demnächst die Wisag kauft.“ Und fast wie bestellt öffnet sich die Tür und Familien-Gesellschafter Michael Wisser betritt den Raum. „Ich will nur kurz zuhören“, sagt er grinsend und setzt sich auf einen der hinteren Plätze.

„Hallo Michael“, sagt Hempel nur kurz und macht unbeeindruckt weiter: „Erfolgreich werden diejenigen sein, die Mut zur Veränderung haben.“

Mehr: Auch die Flugsicherung hat immer mehr Probleme, die Engpässe beim Personal auszugleichen. Verspätungen im Sommer sind vorprogrammiert.

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