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Recycling In der Steiermark wird aus indischem Frittierfett Biodiesel

Die Unternehmerfamilie Münzer aus der Steiermark stellt den Biokraftstoff aus Frittierfett in Mumbai her. Indische Garküchen sollen so gesünder werden.
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Die Unternehmer aus Österreich haben Recyclingideen für Indien. Quelle: Münzer
Michael (links) und Ewald-Marco Münzer

Die Unternehmer aus Österreich haben Recyclingideen für Indien.

(Foto: Münzer)

MumbaiMumbais Snacks sind lecker, aber ungesund. Vada Pav – frittierte Kartoffelknödel in einem weichen Brötchen – ruinieren jede Diät. Besonders schädlich ist aber oft das Öl, in dem die Vadas frittiert werden: Restaurants und Hotels verkaufen ihr Altfett an Imbissstände weiter. Und die verwenden das Öl oft, bis es schwarz wird. Für die Kunden erhöht sich die Krebsgefahr.

Die österreichische Unternehmerfamilie Münzer – nach eigenen Angaben Europas größter Produzent von Biodiesel aus Abfall – möchte dagegen etwas tun: Sie sammelt künftig in Mumbai das Fett ein, bevor es zur Gesundheitsgefahr wird. In einer am Mittwoch eröffneten Anlage wird es zu Biodiesel verarbeitet.

Damit haben die Unternehmer Erfahrung: Münzer Bioindustrie, die von dem früheren Volksmusikstar Ewald Münzer Anfang der 90er-Jahre in der Steiermark gegründet wurde, betreibt zwei Anlagen in Österreich mit einer Kapazität von 210.000 Tonnen im Jahr. Die Umweltfirma macht einen Umsatz von 260 Millionen Euro.

Die indische Anlage ist kleiner: Sie kann 3000 Tonnen Biodiesel im Jahr herstellen – vorwiegend für die Mineralölindustrie. Familie Münzer möchte sich langsam in Indien vortasten: Dass das Geschäftsmodell funktioniert, ist alles andere als garantiert. Bisher bekamen Hotels und Restaurants Geld für ihr Altöl, das anderswo weiterverwendet wurde.

Die Münzers wollen dafür aber nicht zahlen. Sie appellieren an das soziale und ökologische Gewissen der Geschäftspartner. Zum Dank bekommen sie ein Zertifikat, das ihnen umweltfreundliche Entsorgung bescheinigt.

Michael Münzer, 42, der zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ewald-Marco das Unternehmen nun in zweiter Generation leitet, zeigt sich aber optimistisch: „Unser Ziel ist es, in jeder indischen Millionenstadt ein Sammelsystem aufzubauen“, sagte er dem Handelsblatt.

Dafür hat er zumindest prominente Fürsprecher: Indiens Ölminister Dharmendra Pradhan versprach bei der Einweihung per Videoschalte: „Die Regierung freut sich, solche Initiativen zu unterstützen.“

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