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Reinhold Würth Der Schraubenkönig hat Ärger mit AfD-nahen Mitarbeitern

Bei Würth wollen AfD-nahe Mitarbeiter einen Betriebsrat einführen. Dem Initiator wurde nun gekündigt, weil er Datenmissbrauch betrieben haben soll. Er will klagen.
1 Kommentar
Würth: Der Schraubenkönig hat Ärger mit AfD-nahen Mitarbeitern Quelle: dpa
Reinhold Würth

Der 84-Jährige Würth ist leidenschaftlicher Europäer und Kämpfer gegen den Rechtsruck – auch im eigenen Unternehmen.

(Foto: dpa)

StuttgartEs ist ein Thema, das Reinhold Würth normalerweise auf die Palme bringt. Einige seiner Mitarbeiter wollen einen Betriebsrat in Deutschland einrichten, so wie es das Gesetz vorsieht. Und das, obwohl das bisherige System mit Vertrauensrat aus Sicht des Patriarchen gut funktioniert. Der mitunter impulsive Vorsitzende des Stiftungsrats, und damit der letzten Instanz in dem Handelsunternehmen, greift dann schon mal zur Feder und schreibt an seine Mitarbeiter. So weit ist es bislang noch nicht gekommen.

Dabei nimmt die Sache inzwischen kuriose Züge an. Hauptinitiator Daniel Hurlebaus ist Mitglied der AfD. Ihm wurde fristlos gekündigt, sein Dienstwagen zur Sicherung abgeschleppt.

Das schwäbische Unternehmen wirft ihm einen schweren datenschutzrechtlichen Verstoß vor. Er habe in Mails an Mitarbeiter für die Initiative geworben und darin Links zu Videos verschickt, die mit einem sogenannten Tracking-System zum rechten Spektrum verbunden gewesen seien, teilte Würth mit.

Hurlebaus weist den Vorwurf zurück, Nutzerdaten abgegriffen zu haben, und will klagen. Es stecke auch kein parteipolitisches Engagement hinter der Initiative. Würths Vorgehen überrascht nicht: Der 84-Jährige ist leidenschaftlicher Europäer und Kämpfer gegen den Rechtsruck.
Nach der Kündigung ging Hurlebaus vergangenen Donnerstag in Filderstadt fern der Würth-Zentrale in Künzelsau mit seiner Forderung nach einem Betriebsrat an die Öffentlichkeit.

Ein Unternehmenssprecher sagte, der Errichtung eines solchen Gremiums stehe das Stiftungsunternehmen nicht im Wege. Dies sei eine Entscheidung der 7.500 Beschäftigten in Deutschland. Das Unternehmen mit einem hohen Anteil erfolgsabhängig bezahlter Außendienstler hat eine ganz eigene Unternehmenskultur.

Deshalb hat Patriarch Würth nie viel von der Einführung eines ordentlichen Betriebsrats gehalten. „Wir haben auch so immer gute Lösungen gefunden“, beteuert sein Sprecher. Vielleicht setzt der Senior doch noch ein Schreiben auf.

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1 Kommentar zu "Reinhold Würth: Der Schraubenkönig hat Ärger mit AfD-nahen Mitarbeitern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Kapitalismus PUR!!!!Mitarbeiter wollen einen Betriebsrat in Deutschland einrichten, so wie es das Gesetz vorsieht! Das muss ein Pflicht sein dann werden einige Problemen weniger sein
    Mit 84 soll mann schon an Enkelkinder kümmern Das übliches Kündigen und dann den Ruder zurückdrehen sich aufregen immer nach dem Motto wir sind doch die Guten))))))