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Robo-Advisor Digitaler Vermögensverwalter Scalable Capital erhält frisches Geld

Zwei Jahre nach dem ersten Investment hat Blackrock gemeinsam mit anderen Finanziers nachgelegt. Scalable Capital will nun das Wachstum beschleunigen.
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Mit Florian Prucker und Stefan Mittnik hat er 2016 Scalable Capital gestartet. Quelle: Thomas Hauss für Handelsblatt
Erik Podzuweit

Mit Florian Prucker und Stefan Mittnik hat er 2016 Scalable Capital gestartet.

(Foto: Thomas Hauss für Handelsblatt)

Düsseldorf, Frankfurt Vor seinem ersten Treffen mit Larry Fink, dem Gründer des weltweit größten Vermögensverwalters Blackrock, war Erik Podzuweit noch „total aufgeregt“. Fink flog mit dem Privatjet ein, während Podzuweit und seine Mitgründer mit dem Bus anreisten. Im Gespräch sei die Anspannung aber rasch abgefallen. Statt bohrende Fragen zum Geschäft des Finanz-Start-ups zu stellen, ließ sich Fink die persönliche Geschichte der Gründer erzählen.

„Larry Fink wollte wissen, wie wir ticken, und hat dann von seinen eigenen Anfängen als Unternehmer erzählt“, sagt Podzuweit. Die Chemie zwischen dem Gründer aus den USA und den Nacheiferern aus München stimmte. Am Ende gab es das Okay für ein Investment in Höhe von 30 Millionen Euro. Damit erwarb Blackrock knapp ein Drittel an Podzuweits digitalem Vermögensverwalter Scalable Capital.

Das Treffen war vor zwei Jahren, jetzt hat Blackrock gemeinsam mit den Investoren HV Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures noch einmal nachgelegt: Gemeinsam haben sie 25 Millionen Euro in das Start-up investiert – dieses Mal ohne persönliches Treffen mit Fink.

Im Vergleich zu den jüngsten Finanzierungsrunden anderer Finanz-Start-ups erscheint das Investment gering. Die Anlageplattform Raisin hat in diesem Jahr schon 125 Millionen Euro eingesammelt, und die Smartphone-Bank N26 hat ihre Finanzierungsrunde gerade auf stolze 412 Millionen Euro aufgestockt.

Podzuweit stört sich nicht daran. „Eigentlich haben wir das Geld gar nicht gebraucht, denn im Gegensatz zu manch anderen Geschäftsmodellen zahlt bei uns jeder Kunde für das Angebot“, sagt er im Podcast „Handelsblatt Disrupt“

Die Investoren seien aber sehr interessiert gewesen, „deshalb haben wir das Geld genommen und können nun ein bisschen schneller wachsen und zugleich noch etwas in Reserve behalten“. Und: Trotz der Kapitalerhöhung gehört den Gründern noch mehr als ein Viertel des Unternehmens.

Bei gut verdienenden Berufstätigen gefragt

Allein in Deutschland gibt es mehr als 20 sogenannte Robo-Advisors mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Scalable Capital. Mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 1,5 Milliarden Euro und mehr als 50.000 Kunden sind die Münchener der größte Anbieter. Kunden klicken sich bei ihnen per Internet durch einen Fragenkatalog zu ihren Anlagezielen und Erfahrungen am Kapitalmarkt und bekommen dann eine Empfehlung für ein Portfolio mit börsennotierten Indexfonds (ETFs).

Gestartet ist Scalable 2016 und wollte eigentlich junge Leute erreichen. Tatsächlich sei das Angebot aber vor allem bei gut verdienenden Berufstätigen gefragt, die im Durchschnitt rund 35.000 Euro anlegen.

Podzuweits persönliche Erfahrung am Kapitalmarkt begann mit einem Fehlgriff. „Meine ersten Aktien waren Papiere der Telekom, kurz nachdem ich eingestiegen war, brachen sie massiv ein“, erinnert er sich. „Wenn mich Freunde gefragt haben, habe ich ihnen seitdem immer ETFs empfohlen“, sagt der gebürtige Berliner, der auf der Insel Norderney aufgewachsen ist.

Auf einzelne Aktien zu setzen sei „spannend, aber nicht sinnvoll“, selbst wenn man sich täglich mit Finanzmärkten beschäftigt wie damals im BWL-Studium oder später bei Goldman Sachs, wo er für Aktien und Derivate zuständig war.

Erik Podzuweit, Mitgründer von Scalable Capital, ist zu Gast in der neuen Folge des Podcasts „Handelsblatt Disrupt“, die an diesem Freitag erscheint.

Mehr: Die Allianz und das Fintech-Unternehmen Moneyfarm bringen einen neuen digitalen Vermögensverwalter auf den deutschen Markt.

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