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Sabine Fuchsberger-Paukert So verdient Ilapo Geld mit knappen Medikamenten

Die Chefin des Nischenspezialisten Ilapo importiert Einzelmedikamente aus aller Welt. Dabei profitiert sie derzeit von den Lieferengpässen am Markt.
19.02.2020 - 14:13 Uhr Kommentieren
Über Ilapo können Apotheken Medikamenten im Ausland bestellen. Quelle:  ilapo GmbH
Geschäftsführerin Sabine Fuchsberger-Paukert

Über Ilapo können Apotheken Medikamenten im Ausland bestellen.

(Foto:  ilapo GmbH)

München Schon die Eltern von Sabine Fuchsberger-Paukert hatten eine Apotheke im Allgäu. Doch nach dem Pharmaziestudium zog es sie nicht in den elterlichen Betrieb, sondern in die traditionsreiche Ludwigs-Apotheke der Unternehmerfamilie Picha in der Münchener Fußgängerzone. Sie startete dort als normale Apothekerin, rührte Salben an, stempelte Rezepte.

Seit 2006 führt sie als Geschäftsführerin Ilapo, das zweite Standbein der Pichas. Die Firma ist auf den Einzelimport ausländischer Medikamente spezialisiert und profitiert gerade von einer Sonderkonjunktur. Der Umsatz stieg leicht auf 38 Millionen Euro.

Ein wichtiger Grund: die aktuellen Lieferengpässe bei einigen Medikamenten. Die Hersteller hätten wegen des Kostendrucks im Gesundheitssystem die Lieferketten verschlankt und sich auf wenige Herstellungsstätten konzentriert, sagt Fuchsberger-Paukert.

Gibt es in einer der wenigen Produktionsstätten Probleme, schlagen die sofort auf die Verfügbarkeit durch. Die Apotheker können die Kunden mit Rezept dann nicht bedienen. „Wir profitieren davon“, sagt Fuchsberger-Paukert, „der Markt ist leer, wir suchen im Ausland.“

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    In dringenden Fällen können die Apotheken, wenn die Suche am Markt vergeblich war und die Kasse mitspielt, über Ilapo ein Medikamenten-Äquivalent im Ausland bestellen. So kann das Malariamittel Resochin zum Beispiel aus Spanien bezogen werden, anstelle des Parkinsonmittels Dopegyt kommt Aldomet aus der Schweiz.

    7,2 Millionen Medikamente fehlten im ersten Halbjahr 2019

    Für die Apotheker und Kunden ist die fehlende Verfügbarkeit mancher Medikamente ein echtes Problem. Laut einer Berechnung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) waren allein im ersten Halbjahr 2019 schon 7,2 Millionen Medikamente nicht verfügbar. Im Gesamtjahr 2018 waren es 9,3 Millionen Packungen; im Jahr 2017 fehlten dagegen nur 4,7 Millionen Medikamente.

    „Lieferengpässe haben in den letzten drei Jahren massiv zugenommen“, sagte Reiner Kern von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände dem Handelsblatt. „Die Ursachen der Engpässe liegen zum großen Teil in der Struktur des globalen Arzneimittelmarktes.“ Sie zu beheben, zum Beispiel durch das Zurückverlagern der Arzneimittelproduktion aus Asien nach Europa, werde deswegen schwierig und langwierig.

    Der Gesetzgeber könne das Problem aber mit Sofortmaßnahmen kurzfristig lindern. So müssten Patienten vor höheren Zuzahlungen geschützt werden, wenn das verordnete Rabattarzneimittel nicht lieferbar sei und gegen ein teureres ausgetauscht werden müsse.

    Zudem müsse der Mehraufwand der Apotheken für das Management der Lieferengpässe vergütet werden. „Die Mehrheit der Apotheken verwendet darauf mehr als zehn Prozent der gesamten Teamarbeitszeit.“ Die Sorgen haben auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, alarmiert. „Patienten erwarten zu Recht, dass sie dringend notwendige Medikamente schnell bekommen.“

    Deswegen werde der Bund bei der Verteilung von Medikamenten stärker eingreifen als bisher, sagte er vergangene Woche. Der Bundestag beschloss eine Änderung des Arzneimittelgesetzes. Pharmafirmen können künftig von den Behörden verpflichtet werden, über Lagerbestände, Produktion und Absatzmenge bestimmter Arzneimittel zu informieren.

    Das Geschäft startete mit Gastarbeitern
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