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Sandra Reichel Diese Unternehmerin plant ein Tennisturnier mit Zuschauern – mitten in der Corona-Pandemie

Sandra Reichel will zum ATP-Turnier in Hamburg Tausende Zuschauer begrüßen. Dafür geht sie voll ins Risiko – unterstützt von prominenten Sponsoren.
10.05.2021 - 13:39 Uhr Kommentieren
Sandra Reichel und ihr Vater Peter-Michael Reichel veranstalten das traditionsreiche Turnier in Hamburg. Quelle: Sportfotografie Witters
Tennis am Rothenbaum

Sandra Reichel und ihr Vater Peter-Michael Reichel veranstalten das traditionsreiche Turnier in Hamburg.

(Foto: Sportfotografie Witters)

Düsseldorf Die kommenden zwei Wochen werden für Unternehmerin Sandra Reichel die wohl spannendsten des ganzen Jahres. Denn ab dem 6. Juli will sie trotz der Corona-Pandemie gleich zwei Profitennisturniere am Hamburger Rothenbaum veranstalten. Und spätestens sechs Wochen vor Beginn muss feststehen, ob sie überhaupt stattfinden können, damit die Planung noch möglich ist.

Turnierdirektorin Reichel, in der Jugend selbst Weltklassespielerin, ist optimistisch, dass sie unter strengen Hygienebedingungen sogar mehr als 10.000 Zuschauer empfangen kann. Geplant ist, etwa 25 Prozent der Kapazität zu erlauben. „Wir wollen ein Zeichen setzen und in schwierigen Zeiten Vorbild sein“, sagt sie. Und dafür geht sie mit ihrem Unternehmen Reichel Business Group voll ins Risiko.

Sie lässt sich nicht davon beirren, dass seit Monaten sämtliche Veranstaltungen abgesagt werden müssen und nur wenige Veranstalter den Optimismus aufbringen, überhaupt ein Event zu planen. „Wir sind Unternehmer und nicht Unterlasser“, sagt sie nüchtern zur Begründung. Das Tennisturnier am Rothenbaum, das erstmals 1892 veranstaltet wurde, habe so eine Bedeutung weltweit, da müsse man eben alles tun, um es zu ermöglichen.

Den Rückhalt dafür gibt ihr ihr Vater, Peter-Michael Reichel, der den Sportveranstalter Reichel Business Group 1991 gegründet hat und sich im Unternehmen um die Zahlen kümmert. „Wenn das Turnier in letzter Minute abgesagt würde, wäre das ein schwerer Rückschlag für unser Unternehmen“, räumt er ein, stellt aber zugleich klar: „Wir haben die Rücklagen, dass wir auch das überleben würden.“

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    Eine gewisse Sicherheit ziehen Vater und Tochter aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres. Da wurden fast alle großen Tennisturniere abgesagt – selbst der legendäre Wettkampf auf dem Rasen von Wimbledon fand nicht statt. Die Reichels jedoch schafften es, dass im September am Rothenbaum gespielt wurde. Und das sogar vor Publikum, mit höchsten Hygienestandards – und ohne einen einzigen Covid-Fall.

    „Das war im vergangenen Jahr natürlich schwierig, weil wir fast täglich alles umgeplant haben“, erinnert sich Sandra Reichel. „Es gab Phasen, da habe ich mich schon gefragt, wie sollen wir das schaffen?“, gibt sie zu. „Natürlich war das ein Risiko, aber wir sind im vergangenen Jahr mit einem Breakeven rausgekommen aus dem Turnier“, sagt ihr Vater. „Das lag auch an der tollen Unterstützung durch die Stadt Hamburg.“

    ECE und Edeka als Sponsoren an Bord

    Nur so war das Turnier letztlich unter diesen Umständen möglich: Die Stadt hat sich mit 500.000 Euro aus der Veranstaltungsförderung an der Finanzierung beteiligt und weitere Mittel für die Corona-bedingten Aufwendungen beigesteuert. Der Tennisverband ATP hatte einer Reduktion der Preisgelder zugestimmt. Und die großen Sponsoren wie beispielsweise ECE, Edeka, Asklepios oder Cunard blieben trotz der unsicheren Situation größtenteils an Bord.

    „Sandra Reichel hat eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Sponsoren, das macht so etwas überhaupt erst möglich“, sagt Alexander Otto, Chef des Shoppingcenterbetreibers ECE und Sohn des Hamburger Versandhauspioniers Werner Otto. Alexander Otto unterstützt das Turnier nicht nur als Sponsor über sein Unternehmen ECE. Er hat auch persönlich mehrere Millionen Euro für die Renovierung der Sportanlage am Rothenbaum gespendet.

    „Es ist beeindruckend, mit welchem Mut sie an diese unternehmerische Aufgabe herangeht“, lobt Otto die Turnierdirektorin. Schon die Organisation des Turniers im vergangenen Jahr sei unter diesen Umständen eine besondere Leistung gewesen. „Es wurde ja erst fünf Wochen vorher entschieden, ob das Turnier wirklich stattfindet. Normalerweise hat man dafür ein Jahr Vorlaufzeit“, sagt der ECE-Chef.

    WTA-Damenturnier kommt hinzu

    In diesem Jahr sind die Reichels sogar noch zusätzlich ins Risiko gegangen. Sie haben vom Weltverband die Lizenz für ein Damenturnier erworben und wollen parallel zum Hamburg European Open der Herren auch einen Wettkampf der Profispielerinnen der WTA-Tour veranstalten – und damit erstmals seit 19 Jahren wieder Damentennis am Rothenbaum spielen lassen.

    „Wir haben mit dem Damenturnier für Hamburg eine Lizenz kaufen können, die sonst wahrscheinlich gar nicht auf den Markt gekommen wäre, und haben dann auch nicht den Preis bezahlen müssen, der sonst fällig gewesen wäre“, erklärt Peter-Michael Reichel. Das sei auch einer der Gründe gewesen, dieses Investment jetzt zu machen.

    Die größte Sorge der Reichels ist es, dass das Turnier in Hamburg ohne Zuschauer ausgetragen werden müsste. Schon im vergangenen Jahr mussten sie ihr Damenturnier im österreichischen Linz ohne Publikum ausrichten. Nicht zuletzt auch deshalb brach der Umsatz der Reichel Business Group im vergangenen Jahr um 40 Prozent ein.

    Doch das ist nicht der einzige Grund. „Zur Wahrheit gehört leider auch: Bei einem Turnier ohne Zuschauer fehlt das Feuer – dann fehlt der Funke, der überspringt zwischen Fans und Athleten im Stadion“, sagt Sandra Reichel. Deshalb gebe sie mit ihrem Team alles, um möglichst viele Zuschauer begrüßen zu können. Und die jüngsten Impf- und Infektionszahlen machten sie da durchaus zuversichtlich.

    Mehr: Der Neustart der Veranstaltungsbranche nach Corona

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