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Sebastian Berning und Andreas Sedlmayr Wie Instagrid den Batteriemarkt erobern will

Das Batterie-Start-up will eine grüne Alternative zum Dieselgenerator auf den Markt bringen. Diese wiegt 15 Kilo – und soll einen ganzen Tag halten.
03.02.2020 - 17:56 Uhr Kommentieren
Instagrid wurde 2019 zum nachhaltigsten Batterie-Start-up der Welt gewählt. Quelle: instagrid
Andreas Sedlmayr und Sebastian Berning

Instagrid wurde 2019 zum nachhaltigsten Batterie-Start-up der Welt gewählt.

(Foto: instagrid)

Düsseldorf Elektroauto, Windrad, Solarpark: Bei der Energiewende geht es oft um die ganz großen Themen. Dabei kann auch eine kleine Erfindung manchmal viel verändern. Zum Beispiel eine Box, in etwa so groß wie ein Laptop. So wenig Platz braucht die tragbare Lithium-Ionen-Batterie des Stuttgarter Start-ups Instagrid.

Die beiden Gründer Sebastian Berning, 37, und Andreas Sedlmayr, 38, haben sich nicht weniger vorgenommen, als die Ära des Dieselgenerators zu beenden. Die fossilen Brennstoffgeneratoren sind bei Baustellen, Veranstaltungen oder auch im Katastrophenschutz nicht wegzudenken.

Genau da sieht Instagrid seine Lücke. „Ein kleiner Benzingenerator stößt hundertmal so viele Luftschadstoffe aus wie ein Euro-6-Pkw. Wir glauben, dass da noch wahnsinnig viel nachzuholen ist“, sagt Sedlmayr. Das glaubt auch Set Ventures. Stolze 8,5 Millionen Euro investieren die europäischen Wagniskapitalgeber in die Idee von Instagrid, wie das Handelsblatt vorab erfuhr.

Die Investorengruppe aus Amsterdam hat sich zum Ziel gesetzt, grüne Unternehmen in Europa zu unterstützen. Dahinter stehen namhafte Mitglieder wie der Ölkonzern Shell, BNP Paribas, aber auch der EU-Investmentfonds oder die NRW Bank.

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    Einen guten Riecher hatte der grüne Fonds unter anderem mit seiner Investition in den deutschen Solarspeicherhersteller Sonnen bewiesen, der im vergangenen Jahr von Shell aufgekauft wurde. Jetzt hat Instagrid die Aufmerksamkeit geweckt.

    „So eine Batterie kann dem Bauwesen helfen, seine Emissionen zu senken. Wir wollen das Start-up bei dem Schritt in die industrialisierte Fertigung unterstützen“, sagt Set-Venture-Manager Anton Arts. Besonders beeindruckt habe die Investoren nicht nur die Idee an sich, sondern auch das große Wissen über Produktion und Industrialisierungsprozesse der beiden Instagrid-Gründer.

    Preisklasse eines Dieselgenerators

    Kein Wunder, sind Berning und Sedlmayr doch Eigengewächse des Technologieriesen Bosch – vom Trainee bis zur Führungskraft. Vor zwei Jahren haben sie allerdings ihre Jobs aufgegeben und sich mit ihrer Idee selbstständig gemacht. „Wir wollten Gründer sein und etwas Eigenes aufbauen“, erklärt Berning den Schritt. „Der Schwabe baut Häusle, wir haben unser ganzes Geld in Instagrid gesteckt“, ergänzt Sedlmayr.

    Bei Bosch haben sich die beiden jahrelang mit Batteriesystemen beschäftigt, das kommt ihnen jetzt zugute. „Unsere Batterie ist leichter, leistungsfähiger und günstiger als ein Dieselgenerator“, ist der Physiker Berning überzeugt. 15 Kilogramm wiegt die wetterfeste Batterielösung und soll einen ganzen Tag lang halten, egal ob mit Presslufthammer oder Foodtruck.

    Mit Kosten zwischen 2000 und 3000 Euro liegt sie ungefähr in der gleichen Preisklasse wie ein herkömmlicher Dieselgenerator. Neu ist die Idee nicht, aber bislang beschränken sich ähnliche Anwendungen meist auf private Nutzer. Instagrid dagegen will die Profis aus Bauwirtschaft, Veranstaltungstechnik, Landschaftsbau oder auch humanitäre Organisationen mit seiner Lösung überzeugen.

    „So eine Batterie muss funktionieren wie eine Steckdose, sie muss kompakt sein, in jeden Kofferraum passen, leicht sein, damit ich sie in einer Hand tragen kann, und sie muss robust sein für Baustellen, Events oder Coffee-Cars. Zudem muss sie genug Energie haben, um mehrere Stunden Strom zu liefern“, erklärt Materialwissenschaftler Sedlmayr.

    Grafik

    Eigentlich wollten die beiden nur eine effizientere Alternative zum Dieselgenerator entwickeln. „Wir hatten das Thema Nachhaltigkeit zwar im Blick, aber es war nie unser Verkaufsargument“, gibt Berning zu. Das habe sich in den vergangenen beiden Jahren komplett gedreht. Hauptsächlich, weil die Nachfrage von Kundenseite nach grünen Alternativen förmlich explodiert sei. „Wir rennen offene Türen ein“, sagt Sedlmayr.

    Neben dem „High-Tech Gründerfonds“ (HTGF) sind im vergangenen Jahr auch schon zwei Familienunternehmen aus Österreich und der Schweiz mit einem Millioneninvestment eingestiegen. Außerdem wurde Instagrid 2019 mit 100.000 Euro zum nachhaltigsten Batterie-Start-up der Welt gewählt. Vergeben wurde der Preis von der grünen Investmentgesellschaft InnoEnergy.

    Noch haben die beiden Gründer lediglich Prototypen produziert. Aber im Sommer kommen die ersten Batterien in den Handel, allerdings unter einer White-Label-Lösung mit einem großen Markenpartner. Wer das sein wird, wollen sie noch nicht verraten. Nur so viel: Bald soll es die transportable Steckdose auch mit dem eigenen Logo geben.

    Mehr: Präsident Emmanuel Macron stellt Milliardeninvestitionen in Aussicht. Diese sollen beim Elektroauto Europas industrielle Souveränität sichern.

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