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Sebastian Sorger Das Start-up Loadfox hat eine Mitfahrzentrale für Lkw erfunden

Viele Trucks fahren leer durch Deutschland. Ein Münchener Start-up hat einen Algorithmus entwickelt, der freien Laderaum effizient kombiniert.
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Momentan unterstützt Loadfox die Lkw-Branche mit ihrem Algorithmus – der Luft- und Schiffsverkehr könnte auch davon profitieren. Quelle: dpa
Lkw-Touren

Momentan unterstützt Loadfox die Lkw-Branche mit ihrem Algorithmus – der Luft- und Schiffsverkehr könnte auch davon profitieren.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSchon als Kind spielte Sebastian Sorger gerne mit Spielzeuglastern. Trucker waren echte Helden für ihn. Mit 40 Jahren könnte er jetzt selbst zum Idol der Trucker und der Branche werden. Als Chef des Start-ups Loadfox will er nämlich ein uraltes Problem der Logistikindustrie lösen. Noch immer fahren laut Kraftfahrt-Bundesamt 58,5 Prozent der Lkws leer durch Deutschland, auch die Leerkilometer sind mit 23 Prozent extrem hoch.

Bislang greifen Disponenten bei diesem Problem oft zum Hörer und rufen Geschäftspartner an oder nutzen einseitige Systeme wie die Frachtenbörse von TimoCom. Das Team von Sorger ging die Sache grundsätzlich anders an und baute eine Plattform, auf der sich alle Seiten treffen.

Das Besondere ist aber ein intelligenter Algorithmus, der die besten Routen und Zusammenstellungen organisiert. Statt einzelne Ladungen auf Frachtenbörsen anzubieten können Disponenten mit Loadfox tausende Teilladungen aus dem Partnernetzwerk zu profitablen Lkw-Touren kombinieren.

Bekannt ist das Problem der Leerfahrten schon lange, und Vertriebsspezialist Sorger startete auch nicht ohne Hilfe. Loadfox ist ein Digital Venture im Inkubator der Boston Consulting Group (BCG) und des Fahrzeugbauers MAN Truck & Bus. Allen Seiten war die Komplexität bewusst. „Das Ganze hatte Pioniercharakter. Wir mussten also selbst experimentieren“, erinnert sich Sorger an den Start vor zwei Jahren. „Wir haben uns am Anfang viele blutige Nasen geholt.“

Die Branche war anfangs skeptisch. So mancher Logistik-Disponent sah den Berufsstand bedroht. Doch ist Loadfox lediglich als Unterstützung gedacht. „Das intelligente Zusammenstellen von Touren fehlt bei anderen Plattformen. Dadurch konnten wir unsere Leerkilometer spürbar reduzieren“, berichtet zum Beispiel Anke Jäschke-Trenz von MP Logistik. Ihre Aufgabe als Logistikdisponent sei dadurch aber nicht obsolet geworden.

Der Loadfox-CEO löst ein uraltes Problem der Logistik-Branche.
Sebastian Sorger

Der Loadfox-CEO löst ein uraltes Problem der Logistik-Branche.

Zu Beginn beschränkte das Münchener Start-up seine Zielgruppe vor allem auf kleine Logistiker mit drei bis fünf Lkws. Die machen knapp 90 Prozent des Marktes aus. Für Katharina Zipse, Supply-Chain-Expertin bei der Beratungsfirma CNX, ein logischer Schritt: „Loadfox überzeugt vor allem durch seine einfache Bedienung über den Webbrowser. Die Hemmschwelle bei kleineren Logistikern ist somit geringer.“

Mittlerweile geht Loadfox aber auch auf große Logistiker zu, weil sie die Expansion beschleunigen. Im November wurden die Münchner als Logistik-Start-up des Jahres ausgezeichnet. Mittlerweile schlägt die Idee auch wirtschaftlich durch. In 14 Ländern ist Loadfox aktiv, möchte aber schnell wachsen.

Über den europäischen Markt soll mittelfristig die Expansion in die USA erfolgen. MAN-Chef Joachim Drees sagt: „Management und Anteilseigner sind bezüglich einer sukzessiven Ausweitung des Loadfox-Dienstes zunächst in Nachbarländer einer Meinung.“ Über den Umsatz schweigt der Frachtvermittler mit 17 Mitarbeitern. Derzeit hat die Plattform rund 5000 Nutzer.

Angestrebt sind mindestens 50.000. Das sind aber nur die Grenzen der Straße: Auch im Luft- und Schifffahrtsverkehr gibt es etliche Leerfahrten, die vom Loadfox-Dienst profitieren könnten.

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