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Sebastian Stricker Dieses Start-up will Großkonzerne zur Nachhaltigkeit bringen

Durch den Verkauf von Wasser hilft „Share“ seit 2018 Menschen in Not. Viele Konzerne wollen Sebastian Strickers Produkte verkaufen – aber er will mehr.
30.11.2020 - 13:49 Uhr Kommentieren
Bis heute wurden durch den Verkauf von share-Produkten 5,7 Millionen Hygienemittel gespendet. Quelle: share GmbH
Riegel von share

Bis heute wurden durch den Verkauf von share-Produkten 5,7 Millionen Hygienemittel gespendet.

(Foto: share GmbH)

Düsseldorf Sebastian Stricker ist überzeugt: Unternehmen, die keine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, haben irgendwann keine Berechtigung mehr auf dem Markt. Mit dem von ihm mitgegründeten Start-up „Share“ will er diese Verantwortung übernehmen. Für einen verkauften Müsliriegel der Marke bekommt ein Kind eine Mahlzeit, jede verkaufte Wasserflasche bedeutet einen Tag Trinkwasser in einem Hilfsgebiet.

Immer mehr große Konzerne wollen für den guten Zweck und die Nachhaltigkeit Produkte von Share anbieten. Bereits kurz nach der Gründung konnte Stricker im März 2018 eine Partnerschaft mit Rewe und dem Drogeriemarkt dm eingehen. In den Jahren danach folgten Eurowings, die Deutsche Bahn, Aral und Shell – sowie Billa und Merkur in Österreich als Vertriebspartner. Vor Kurzem konnte er sich trotz der Pandemie über neue Kooperationen mit dem Möbelriesen Ikea und der Fluglinie Condor freuen.

Bis heute wurden durch den Verkauf von Share-Produkten 9,9 Millionen Mahlzeiten und 5,7 Millionen Hygienemittel für Menschen in Not gespendet. Mit dem Verkauf von Wasserflaschen konnte Share bereits den Bau oder die Reparatur von 126 Brunnen und Handpumpen finanzieren. Damit will sich Stricker aber nicht zufriedengeben.

„Da gibt es noch so viel, was wir machen können, in Deutschland, Österreich, auf der ganzen Welt“, sagt er. „Wir stehen erst am Anfang dieser nachhaltigen Bewegung.“ Allein durch die Zusammenarbeit mit dem Möbelhändler Ikea und dessen Verkauf von Share-Wasserflaschen sollen acht Brunnen pro Jahr und damit etwa 1600 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

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    „Wenn man wirklich progressiv sein will, muss man mit Unternehmen zusammenarbeiten, die auch wachsen und sich weiterentwickeln – und wollen“, sagt Katarzyna Dulko-Gaszyna, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Ikea Deutschland. Der Möbelriese hat lange Zeit kaum offen über Unternehmensverantwortung und Wohltätigkeit gesprochen.

    Vor etwa zehn Jahren habe der Konzern dann seine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt – und spreche seitdem auch über seine Initiativen. „So kamen wir dann auch zu der Entscheidung, mit Share zusammenzuarbeiten“, erklärt Dulko-Gaszyna. „Sie wollen selbst als Unternehmen wachsen und auch etwas Gutes tun. Das passt gut zu uns.“

    Mit dem Verkauf von Wasserflaschen konnte Share bereits den Bau oder die Reparatur von 126 Brunnen und Handpumpen finanzieren. Quelle: share GmbH
    Sebastian Stricker

    Mit dem Verkauf von Wasserflaschen konnte Share bereits den Bau oder die Reparatur von 126 Brunnen und Handpumpen finanzieren.

    (Foto: share GmbH)

    Strickers Start-up brauchte nicht lange, um sich am Markt durchzusetzen. Der Start war dabei eher untypisch: Ohne viel Budget und Marketing stellte Stricker sich bei Lionel Souque, dem CEO der Rewe Group, vor. "Wir waren von Sebastian Stricker und seiner Idee direkt überzeugt und haben dann gleich gesagt: das machen wir“, sagt Philipp Schachten, Referent des CEO. Daraufhin führte Rewe die Produkte national in allen 3600 Märkten und beim Lieferservice ein. „Die meisten Share-Artikel haben unsere Erwartungen erfüllt, die Kunden tendieren außerdem immer mehr zu nachhaltigen Produkten.“

    Auch bei Eurowings habe es sich gelohnt, eine herkömmliche Wassermarke durch Share-Flaschen zu ersetzen. „Seit der Einlistung hat sich das Wasser von Share mehr als positiv entwickelt. Wir haben deutliche Absatzsteigerungen festgestellt“, sagt Claudia Witt, Product Manager von Onboard Retail, dem Verkäufer in den Flugzeugen.

    Verzögerungen durch die Krise

    Auch Share hat wegen der Pandemie sein Konzept anpassen müssen. Schulen schlossen vorübergehend, Lieferwege wurden unterbrochen und Ausgangssperren verhängt. „Unsere sozialen Partnerorganisationen haben darauf schnell reagiert und die betroffenen Projekte angepasst“, sagt Stricker. So hat Share vorübergehend in Gesundheitszentren geholfen, um sie in der Krise zu unterstützen. „Das Geld kommt aus unserer Sicht dort an, wo es in der jetzigen Krise ankommen soll.“

    Die Idee für sein Share-Konzept hatte Stricker durch eine seiner ersten Erfindungen: die ShareTheMeal-App, in der man mit ein paar Klicks für verschiedene Hilfsprojekte auf der Welt Geld spenden kann. Dazu kamen die Erfahrungen seiner Co-Gründer. Iris Braun half in Indien in der Armutsbekämpfung und hat während ihrer Zeit bei der Boston Consulting Group auch Lebensmittelunternehmen beraten.

    Tobias Reiner arbeitete in Projekten mit Straßenkindern in Lateinamerika. Ben Unterkofler war bereits Teil von ShareTheMeal und arbeitete für Martin Schulz im Europäischen Parlament. Share wurde ein soziales Gemeinschaftsprojekt. Sebastian Stricker arbeitet immer noch mit der Uno zusammen, vor allem über deren World Food Programme (WFP).

    Mit der Hilfsorganisation „Aktion gegen den Hunger“, die in 50 Ländern tätig ist, wurden Basismahlzeiten für Kinder und Hygieneartikel in den Norden des Senegals gebracht. Mit der Welthungerhilfe verteilt Share Seifen für Schulkinder, die kein Geld für Hygieneprodukte haben. In Kambodscha, Liberia und Kenia wurden Brunnen und Handpumpen repariert.

    Den Status quo verbessern

    Es mag ungewöhnlich wirken, nachhaltige Produkte ausgerechnet in Flugzeugen und Tankstellen zu verkaufen. Stricker hält es aber für wichtig, überhaupt etwas zu tun. „Man hat einen Status quo und muss sich überlegen, wie man ihn verbessert.“ Aus seiner Sicht ist jedes große Unternehmen dazu aufgefordert, sich sein Geschäftsmodell anzuschauen und zu überlegen, wie es verantwortungsvoller werden kann. „Die Leute wollen keine Marken, die schlecht sind – sie wollen Marken, die gut sind.“

    Auch deshalb blickt Stricker optimistisch auf das Geschäftsjahr 2020. „Wir werden dieses Jahr deutlich zweistellig wachsen“, sagt der Gründer. „Die Konsumenten wollen Nachhaltigkeit, das ist nicht mehr wegzudiskutieren.“ Vieles würde sich Stricker noch für die nahe Zukunft wünschen, etwa die Zusammenarbeit mit der Lufthansa – und eine neue Produktlinie: Kleidung von Share.

    Mehr: Mit seiner Marke hilft dieser Sozialunternehmer Notleidenden

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