Sennheiser Mit 3D-Klang in die Zukunft

Audiospezialist Sennheiser konzentriert sich stärker auf moderne Soundsysteme für jedermann. Weil sich das Familienunternehmen von unprofitablem Geschäft getrennt hat, sank der Umsatz. Der Gewinn legte aber kräftig zu.
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Das Smart Headset Ambeo von Sennheiser verspricht dreidimensionalen Klang. Quelle: Sennheiser
Virtuelle Realität für die Ohren

Das Smart Headset Ambeo von Sennheiser verspricht dreidimensionalen Klang.

(Foto: Sennheiser)

DüsseldorfStereo oder Dolby Surround? Schnee von gestern. Wahre Audiofreaks hören in 3D. In der Zentrale von Sennheiser in Wedemark bei Hannover lässt sich schon einmal hineinlauschen in die Klangwelt der Zukunft. Ob Rockfestival oder Orchesterkonzert – der Zuhörer denkt, er ist live dabei. Wechselt er seine Position im Raum, so kommen bestimmte Instrumente oder das Johlen des Publikums näher. Virtuelle Realität für die Ohren sozusagen.

„3D-Audioformate werden das große Zukunftsthema der Audiobranche sein – ob bei der Aufnahme, der Produktion oder der Wiedergabe“, betont Daniel Sennheiser, der mit seinem Bruder Andreas den Audiospezialisten in dritter Generation leitet. Mit dem Ambeo Smart Headset, das in Kürze auf den Markt kommt, soll 3D-Audio auch für jedermann erlebbar werden. „Am Ende geht es darum, Audioerlebnisse zu ermöglichen, die so real sind, dass man den Unterschied zwischen Realität und Reproduktion nicht mehr feststellen kann“, sagt Andreas Sennheiser.

Das Familienunternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Weltweit beschäftigt Sennheiser rund 2800 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Künftig will sich der Audiospezialist verstärkt auf den Bereich Consumer Electronics konzentrieren. Bisher wurde etwa die Hälfte des Geschäfts mit professioneller Ausrüstung gemacht. Doch den schlecht laufenden Geschäftsbereich Aviation (zum Beispiel Kopfhörer für Piloten) hat Sennheiser im vergangenen Jahr geschlossen. Die Entscheidung war bereits Ende 2015 gefallen.

Infolgedessen sank der Umsatz 2016 erstmals nach zwei Rekordjahren. Er ging um 3,8 Prozent auf 658,4 Millionen Euro leicht zurück. Ein weiterer Grund für den Rückgang: Sennheiser trennte sich von ausgewählten Drittmarken bei Profi-Systemen. Und in Japan lief die staatliche Förderung für die Umrüstung von drahtlosen Mikrofonsystemen aus. Insgesamt schrumpfte der Umsatz im Profi-Bereich um 9,1 Prozent auf 316,3 Millionen Euro.

Wie Sennheiser zum Weltmarktführer wurde
Der Gründervater
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Mit ihm fängt alles an: Elektroingenieur Prof. Dr. Fritz Sennheiser, hier 1935 während seines Studiums, gründet das Unternehmen mit all seinen Ersparnissen am 1. Juni 1945 als „Laboratorium Wennebostel“ in Wedemark nahe Hannover. Das Unternehmen fertigt Röhrenvoltmeter – aus den Vorräten, die die Besatzungstruppen dem Labor gelassen haben. Erster großer Kunde ist Siemens Hannover.

Labor W in einem Bauernhaus
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Der junge Betrieb, gegründet in einem historischen Bauernhaus, produziert zunächst Röhrenvoltmeter, für die er schnell Abnehmer findet. Doch Fritz Sennheiser reicht das nicht: Er ist getrieben von der Idee, bestehende Produkte noch besser zu machen und Technologien voranzutreiben.

Das Labor
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13 Jahre später wird „Labor W“ in Sennheiser Electronic umbenannt, denn schon lange ist das Unternehmen kein kleines Labor mehr.

Erste Erfolge
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Die Ausbeute seines Strebens lässt nicht lange auf sich warten: 1947 bringt Sennheiser das erste eigenentwickelte Mikrofon DM 2 (MD 2) auf den Markt. Neun Jahre später folgt das erste Richtrohrmikrofon.

Labor W expandiert
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1955 zählt das Werk in Wedemark-Wennebostel bereits 250 Mitarbeiter. Doch irgendwann wird es zu eng: Im selben Jahr legt Sennheiser den Grundstein für einen aus damaliger Sicht modernen Neubau.

Der erste offene Kopfhörer der Welt
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Im Jahr 1968 läuft der erste offene Kopfhörer der Welt, der legendäre HD 414, den Mikrofonen den Rang ab und schafft damit quasi den Kopfhörermarkt. Schon zehn Jahre später machen Kopfhörer 50 Prozent des Umsatzes bei Sennheiser aus.

Kopfhörer-Boom
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Der HD 414 löst damals einen regelrechten Boom aus und ist bis heute der meistverkaufte Kopfhörer aller Zeiten. Auch war er einer der ersten Vorgänger für den modernen Kopfhörer „Momentum On-Ear.“

Audiosysteme für Endverbraucher sind nun das stärkste Standbein von Sennheiser. Hier stieg der Umsatz auf 342,1 Millionen Euro, ein leichtes Plus von 1,7 Prozent zum Vorjahr.

Trotz des Umsatzrückgangs konnte Sennheiser seine Ertragskraft deutlich steigern: Der Gewinn vor Steuern legte im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Millionen auf 34,9 Millionen Euro zu.

Drahtlose Kopfhörer auf dem Vormarsch
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