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Sensor-Hersteller Ex-Bahn-Vorstand Volker Kefer steigt bei Start-up Konux ein

Der ehemalige Bahn-Manager soll die Internationalisierung des Sensor-Herstellers vorantreiben. Für Konux-Gründer Kunze ist es eine Schlüsselpersonalie.
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Der Ex-Bahn-Vorstand soll nach Ansicht der Investoren das Start-up mit führen. Quelle: Picasa
Volker Kefer (l.), Andreas Kunze

Der Ex-Bahn-Vorstand soll nach Ansicht der Investoren das Start-up mit führen.

(Foto: Picasa)

München Solche Formulierungen schmeicheln: „hochkarätiger Neuzugang im Managementteam“. Für Andreas Kunze, Chef des Münchener Start-ups Konux, ist „Volker Kefer ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung“. Der ehemalige Bahn-Manager Kefer heuert als Gesellschafter und aktiver Co-Manager bei einem Unternehmen an, das intelligente Sensoren für die Instandhaltung von Eisenbahnweichen entwickelt.

Und davon versteht Kefer einiges. Schließlich war das sieben Jahre sein Geschäft bei der Bahn. Darauf setzt Konux. Und natürlich auf Kefers Verbindungen mit potenziellen Kunden.

Der langjährige Bahn-Manager musste eine unangenehme Zwangsbremsung überstehen. Knapp zwei Jahre ist es her, dass der Infrastruktur- und Technikvorstand der Deutschen Bahn in voller Fahrt gestoppt wurde. Kefer verantwortete am Ende seiner zehnjährigen DB-Karriere nicht nur das Sanierungsprogramm des Staatskonzerns, er war auch zum Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen. Und hoffte wohl auf mehr. Aber es lief überhaupt nicht rund bei der Bahn, Kefer musste Ende 2016 gehen.

Jetzt arbeitet der 62-Jährige an seinem dritten Leben, wie er es selbst nennt. Nach Industrieerfahrung bei Siemens und den Jahren als Cheftechniker des Mobilitätskonzerns Bahn heuere Kefer nun als erfahrener Manager an der Seite von Jungunternehmern an.

So habe er „im dritten Abschnitt seines Lebens immer arbeiten wollen“. Und es könnte sogar sein, dass Kefer schon bald weitere Posten bei anderen Firmen übernimmt. Darüber will er aber noch nicht sprechen. Beim Schienenhersteller Vossloh ist Kefer Aufsichtsratsvorsitzender.

Beinahe hätte der promovierte Maschinenbauingenieur sogar an einem Megadeal der Bahnindustrie mitgewirkt. Bombardier Transportation, viele Jahre größter Schienenfahrzeughersteller der Welt, hatte den gebürtigen Koblenzer in sein Board geholt, um den Zusammenschluss mit Siemens Mobility vorzubereiten.

Daraus wurde nichts, Siemens entschied sich für Alstom. Und Kefer war seinen Job bei dem kanadischen Konzern wieder los. Jetzt also München: Kefer und Kunze lernten sich schon vor einigen Jahren in der Mindbox des Staatskonzerns kennen. Dort lässt die Deutsche Bahn Start-ups experimentieren, von denen sie sich etwas verspricht. Sensorenspezialist Konux war eines davon.

Erst jetzt aber kreuzten sich wieder die Wege, weil auch Investoren der Ansicht waren, dass dem inzwischen 45 Frauen und Männer umfassenden Team um Jungunternehmer Kunze eine Portion analoge Erfahrung guttäte. Auch in der Frage, wie man ein Unternehmen führt. Denn auch das soll Kefers Aufgabe sein.

Konux entwickelt und baut Sensoren, die vorausschauende Instandhaltung von Gleisanlagen möglich machen. Weichen senden dann rechtzeitig Notsignale, bevor sie ihren Dienst quittieren und den Bahnbetrieb lahmlegen. Bahnfahrer wissen ein Lied von der Verspätungsmeldung „Weichenstörung“ zu singen. Deutsche, französische und schwedische Staatsbahnen erproben das System. Und Konux ist großer Hoffnung, zur Jahreswende 2019/20 erste Aufträge buchen zu können.

„Das ist kein Markt, der sich superschnell dreht“, wiegelt Kefer überzogene Erwartungen ab. Allein die Ausschreibungsverfahren der Eisenbahnen dauerten oft ein Jahr. Da spricht der Praktiker.

Trotzdem glauben Geldgeber an den Erfolg von Konux, New Enterprise Associates (NEA), MIG Fonds, Upbeat Ventures, Andy Bechtolsheim, Michael Baum und UnternehmerTUM haben zusammen 38 Millionen Dollar in das Start-up gesteckt, das vor vier Jahren gegründet wurde.

Klar ist für den 27-jährigen Kunze aber auch, dass am Ende ein Börsengang steht. Sollte der Neuzugang unter den Gesellschaftern, Volker Kefer, dann noch dabei sein, hätte dieser ‧wenigsten in seinem dritten Leben die Chance, den Schritt eines Unternehmens aufs Parkett zu begleiten. Denn die Bahn hatte den Börsengang schließlich abgeblasen.

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