Sensoren für autonomes Fahren Wie der Zulieferer Hella von der Autorevolution profitiert

Der Licht- und Sensorspezialist steuert in eine leuchtende Zukunft. Denn die innovativen Produkte der Lippstädter werden in selbstfahrenden Elektroautos gebraucht. Inzwischen hat sich auch die Profitabilität verbessert.
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Scheinwerfer werden künftig intelligent. Quelle: dpa
Produktion bei Hella

Scheinwerfer werden künftig intelligent.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAutofahrer kennen und fürchten das: Sie sind geblendet vom Fernlicht, weil der entgegenkommende Fahrer vergessen hat, abzublenden. Dieses Sicherheitsrisiko will Lichtspezialist Hella ausschalten. Zusammen mit Merck und Forschungsinstituten hat der Autozulieferer aus Lippstadt einen intelligenten LCD-Scheinwerfer entwickelt. Der wurde schon mit Porsche getestet. Das Geheimnis des Scheinwerfers: Zwischen den LED-Leuchten und der Linse liegt ein Display aus Flüssigkristall mit 50.000 Bildpunkten. Damit lassen sich gezielt Segmente aus dem Lichtkegel nehmen – etwa die Windschutzscheibe des entgegenkommenden Fahrzeugs oder die Köpfe von Fußgängern.

Der innovative Scheinwerfer kann noch mehr: einen Gehweg ausleuchten oder Navigationspfeile und andere Infos gestochen scharf auf die Fahrbahn beamen. „Steht etwa ein Kind im Dunkeln am Straßenrand, projiziert der Scheinwerfer einen Zebrastreifen auf Straße – als Zeichen, dass es überqueren darf“, erzählt Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella-Geschäftsführung. Kombiniert mit Kamerasensoren von Hella kann das Auto künftig erkennen, ob Hindernisse auf der Fahrbahn sind. Das Fahrzeug lenkt automatisch aus der Gefahrenzone.

Das sind die größten Autozulieferer der Welt
Platz 10: Faurecia
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Der Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die Franzosen kletterten im Ranking in diesem Jahr um einen Rang nach oben, obwohl es beim Umsatz um 0,3 Prozent nach unten ging. Der Umsatz betrug 2016 insgesamt 18,7 Milliarden Euro.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 9: Michelin
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Die vor allem für ihre Reifen bekannte Firma aus Frankreich machte 2016 insgesamt 20,9 Milliarden Euro Umsatz. Das bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Dennoch reicht es für die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Die Japaner, ebenfalls vor allem für ihre Reifen bekannt, bleiben trotz eines Minus von 6,7 Prozent auf dem achten Platz der Rangliste. Der Umsatz betrug zuletzt 22,5 Millionen Euro.

Platz 7: Aisin
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Die zweite japanische Firma in den Top Ten: Aisin, das zur Toyota-Gruppe gehört, darf sich über ein Plus von 15,9 Prozent freuen. Damit lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 28 Milliarden Euro.

Platz 6: Hyundai Mobis
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Obwohl die Koreaner, die Hyundai und Kia beliefern, ein Plus von 7,6 Prozent machten, fielen sie um einen Rang zurück. Der Umsatz betrug 30,2 Milliarden Euro.

Platz 5: ZF Friedrichshafen
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Der Stiftungskonzern vom Bodensee konnte Hyundai Mobis überholen, denn das Umsatzplus betrug zuletzt 19,3 Prozent. Der gesamte Umsatz für das Jahr 2016 beläuft sich auf 32,353 Milliarden Euro.

Platz 4: Magna
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Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer verzeichnete jüngst ein Umsatzplus von 17,6 Prozent. Mit einem Erlös von 34.587 Milliarden Euro verharrt Magna auf dem vierten Rang.

Schöne neue Autowelt – an der baut Hella kräftig mit. Das börsennotierte Familienunternehmen zählt zu den 40 größten Autozulieferern weltweit. Während Zulieferer rund um Verbrennungsmotor und Getriebe durch den Trend zum selbstfahrenden Elektro-Auto mittelfristig um ihre Existenz bangen, ist Hella klarer Nutznießer der automobilen Revolution. „Wir profitieren vom Trend zum autonomen Fahren“, konstatiert Breidenbach. Die Lippstädter sind einer der Weltmarktführer für Licht und Elektronik im Automobil, insbesondere für Radarsensoren und Kamerasoftware für selbstfahrende Autos. Hellas intelligente Batteriesteuerungen sparen zudem Energie und werden auch im Elektroauto unverzichtbar sein.

Entsprechend positiv entwickeln sich die Geschäfte. Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2016/17 (Ende Mai) um 3,7 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Damit hat sich das Wachstum von 8,9 Prozent im Vorjahr allerdings leicht abgeschwächt. „Unser Wachstum ist gut, aber nicht herausragend“, sagte Breidenbach bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Düsseldorf. Doch nach einem schwachen ersten Halbjahr habe sich der Umsatz der zweiten Hälfte durch zahlreiche neue Produktionsanläufe stark beschleunigt. Ähnliches Wachstum erwartet er im laufenden Jahr.

Sehr zufrieden ist der Hella-Chef mit der Profitabilität. Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) stieg zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 534 Millionen Euro, die bereinigte Ebit-Marge stieg und 0,9 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Joachim Pieper, Senior Advisor Automobil vom Bankhaus Metzler, ist positiv überrascht: „Die Erträge von Hella haben meine Erwartungen noch deutlich übertroffen.“ Hella wachse seit Jahren stetig und sei mit seinen Innovationen Vorreiter in der Branche. „Was bisher fehlte, war eine attraktive Rentabilität. Nun scheinen die Lippstädter die Kosten besser im Griff zu haben“, so Pieper. Der Branchenexperte geht davon aus, dass sich dieser positive Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

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1 Kommentar zu "Sensoren für autonomes Fahren: Wie der Zulieferer Hella von der Autorevolution profitiert"

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  • Warum wird geflissentlich verschwiegen, was mit den Strompreisen in Deutschland passieren wird, wenn alle ein Elektroauto fahren? Die Nachfrage regelt die Preise in der Marktwirtschaft. Wird die Oma, die ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet hat (Wie Schulz das mit markanten Worten populistisch umschreiben würde), die Autofahrer dann mit der von ihr zu bezahlenden Stromrechnung subventionieren?

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