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Serafin-Gruppe Philipp Haindl wagt die größte Übernahme seit Firmengründung

Der aus der Haindl-Papier-Dynastie stammende Unternehmer kauft erneut zu. Bis Ende 2019 soll das Portfolio 800 Millionen Euro Umsatz betragen.
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Er hat zehn Firmen in neun Jahren gekauft. Quelle: Unternehmensgruppe Serafin
Philipp Haindl

Er hat zehn Firmen in neun Jahren gekauft.

(Foto: Unternehmensgruppe Serafin)

Düsseldorf Selbst in Spanien ist der Bodenbelaghersteller RCR Industrial Flooring S.à.r.l. nicht gerade ein bekanntes Unternehmen. Philipp Haindl und seine Mitgründer Falk Daum und Dino Kitzinger aber haben es gefunden und gekauft, unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden, wie das Handelsblatt vorab erfuhr.

Erst 2010 gründeten die drei ihre Mittelstandsholding Serafin-Gruppe. Haindl sieht sie jedoch in der 150-jährigen Tradition des Familienunternehmens Haindl Papier, das die damaligen 32 Gesellschafter 2001 an den finnischen Konzern UPM Kymmene verkauften. Damals setzte das Familienunternehmen Haindl 1,6 Milliarden Euro um und beschäftigte 4 000 Mitarbeiter.

Philipp Haindl ist auf dem Weg, eine ähnliche Größe zu erreichen. Denn zusammen mit RCR sind es, nach der Insolvenz der Tochter Gersthofer Backbetriebe, zehn Unternehmen in seinem Portfolio, mit einem geschätzten Umsatz von rund 800 Millionen Euro Umsatz Ende 2019.

Dann beschäftigt Serafin auch 5 000 Mitarbeiter, also mehr als beim verkauften Traditionsunternehmen Haindl. Mit der Übernahme des spanischen Bodenbelagherstellers, der sich aus dem Zusammenschluss der beiden europäischen Traditionsfirmen Rinol und Rocland entwickelte und in diesem Jahr 170 Millionen Euro umsetzen will, wagt sich der Absolvent der Wirtschaftsgeschichte an der London School of Economics an das bislang größte Übernahmeziel in der noch jungen Firmengeschichte.

Mit einer schlagkräftigen Holding von nur 30 Mitarbeitern bringen Haindl und seine beiden Mitgründer die Portfoliofirmen auf den neuesten Stand und versuchen, sie weiterzuentwickeln. Dabei verstehen sie sich als Inhouse-Beratung für die Beteiligungsfirmen. Regelmäßig werden Manager aus der Holding entsandt, um die Potenziale zu heben. Denn: Haindl und seine Mitstreiter kaufen die Firmen, um sie langfristig zu halten.

Das Management von RCR jedenfalls setzt auf die „operative Expertise“ von Haindl und seiner Mannschaft, die das Unternehmen bei der strategischen Weiterentwicklung unterstützen soll. Philipp Haindl erklärte vor mehr als einem Jahr, dass Serafin operativ vermutlich deutlich tiefer in die Portfoliofirmen gehe als die großen Familienunternehmen Haniel und Werhahn.

Nach seinem Studium in London sammelte er Erfahrungen im Family Office, bei KPMG und bei einem Finanzinvestor, bevor er Serafin gründete. Er sieht in der Unternehmensgruppe eine „Lebensaufgabe“ und sich selbst als verantwortlich für die 5 000 Mitarbeiter und deren Familien. Zum Portfolio zählen ausschließlich Mittelständler, dort liegt seine Expertise, keine Start-ups, so der 40-Jährige.

Erfolgreiche Investoren unterstützen die Gründer in der Regel mit ihrem Netzwerk und helfen ihnen bei der Schaffung von Strukturen. „Dafür muss man die nötige Erfahrung und auch die richtigen Leute haben. Beides haben wir nicht.“ Kooperationen mit Start-ups geht Haindl hingegen gern ein.

Mehr: Philipp Haindls Familie gehörte mit Serafin einst der größte Papierhersteller. Mit seinem vermögen baute er eine Mittelstandsholding auf.

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