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Sirplus Diese Firma rettet Lebensmittel – und verdient Geld damit

Raphael Fellmers Unternehmen Sirplus verkauft Lebensmittel, die sonst weggeschmissen würden. Nun will der Berliner Gründer bundesweit expandieren.
03.01.2020 - 14:47 Uhr 1 Kommentar
Im Jahr 2018 war das Unternehmen bei einem Umsatz von 1,2 Millionen Euro bereits profitabel. Quelle: SIRPLUS
Lebensmittelmarkt von Sirplus

Im Jahr 2018 war das Unternehmen bei einem Umsatz von 1,2 Millionen Euro bereits profitabel.

(Foto: SIRPLUS)

Düsseldorf Raphael Fellmer hat eine Vision, die ihn antreibt. „Mit den Lebensmitteln, die vernichtet werden, könnten wir alle Hungernden auf der Welt viermal ernähren“, sagt er. „Das darf kein Thema für Spinner sein.“ Lange Zeit hätten auch viele von ihm gedacht, dass er „eine Meise hat“, wie Fellmer selber sagt.

Fünf Jahre ist er in einen Geldstreik getreten, hat sich nur mit Dingen versorgt, die er umsonst bekommen hat. Zugleich baute er eine Foodsharing-Initiative mit 60.000 Ehrenamtlern auf. Doch als sein zweites Kind kam, sah er ein, dass diese Lebensweise für die Familie auf Dauer problematisch wurde.

Er gründete 2017 das Unternehmen Sirplus, das von Herstellern und Händlern Lebensmittel übernimmt, die ansonsten weggeschmissen würden. Diese vertreibt er zu günstigen Preisen sowohl in eigenen Läden in Berlin als auch online.

Mittlerweile hat er 700 Partner, darunter auch Großhändler wie Metro und Edeka Foodservice. Sein Ziel: Lebensmittel Retten zum Mainstream zu machen. „Der Doggy-Bag soll wieder cool werden“, sagt er. Zu Geschäftsterminen erscheint der 37-Jährige mit der langen blonden Mähne auch schon mal in kurzer Hose und Flipflops.

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    Doch trotz seines unkonventionellen Auftretens weiß er ganz genau, was er geschäftlich will. Mit einer ersten Crowdfunding-Initiative hat er vor zwei Jahren rund 90.000 Euro eingesammelt, um den ersten „Rettermarkt“ zu eröffnen, wie Fellmer es etwas pathetisch nennt.

    Mittlerweile hat Sirplus 700 Partner, darunter auch Großhändler wie Metro und Edeka. Quelle: SIRPLUS
    Martin Schott, Tim Schumacher und Raphael Fellmer (v.l.)

    Mittlerweile hat Sirplus 700 Partner, darunter auch Großhändler wie Metro und Edeka.

    (Foto: SIRPLUS)

    Am vergangenen Freitag hat er den vierten Laden in Berlin aufgemacht. Im Jahr 2018 war Sirplus bei einem Umsatz von 1,2 Millionen Euro bereits profitabel. Um seine Idee bekannter zu machen, trat er bei der „Höhle der Löwen“ auf. Doch dort kam es zum Eklat mit Juror Georg Kofler, der Fellmer als gierig bezeichnete, weil er für sechs Prozent Beteiligung 700.000 Euro forderte.

    Nun soll eine weitere Crowdfunding-Aktion den Start eines Franchise-Systems ermöglichen, mit dem Sirplus bundesweit expandieren will. Dazu hat sich Fellmer einen erfahrenen Partner gesichert: Matthias Willenbacher, ehemals Gründer des Ökostrom-Unternehmens Juwi, der heute über seine Plattform Wiwin Investments in nachhaltige Kapitalanlagen vermittelt.

    Als nächsten Schritt plant Fellmer eine Eigenmarke, unter der er gerettete Lebensmittel in ganz normalen Supermärkten verkaufen will.

    Mehr: Auch Karl Andersson verkauft Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden. Zusammen mit Metro startet seine Firma Matsmart jetzt auch in Deutschland.

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    1 Kommentar zu "Sirplus: Diese Firma rettet Lebensmittel – und verdient Geld damit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Idee ist ja nicht neu, nur haperte es immer an dem Ablauftermin der Ware. D. h. wird hier der Ablauftermin der Ware automatisch verlängert ? Na dann wäre das ja die Wollmilchlegende Eiersau...interessant, was das Gesundheitsamt dazu sagt, aber na klar ist ja Berlin. Da schauen ja bei ner hippen Idee alle Augen einschl. Hühneraugen weg.

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