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Soziales Start-up Kaffee trinken und Gutes tun: Bean United findet neuen Förderprojekt-Partner

Bislang finanzierten die Münchener Gründer mit ihrem Bürokaffee Schülermahlzeiten in Burundi. Nun werden auch Migrantinnen in Deutschland unterstützt.
27.12.2020 - 14:39 Uhr Kommentieren
Der Start-up-Unternehmer finanziert Schülermahlzeiten in Burundi. Quelle: Bean United
Thomas Greulich

Der Start-up-Unternehmer finanziert Schülermahlzeiten in Burundi.

(Foto: Bean United)

München Das Geschäft von Bean United lief rund – bis Mitte März. Die Bayern verkaufen Kaffee an Betriebe. Der Clou dabei: Für jedes Kilogramm bezahlte das Start-up bislang zehn Mahlzeiten für Schüler in Burundi. Partner ist dabei die Welthungerhilfe.

Als die deutschen Firmen ihre Mitarbeiter im Frühjahr jedoch massenhaft in die Heimarbeit schickten, sind die Erlöse des Start-ups auf ein Zehntel eingebrochen. Für Co-Gründer Thomas Greulich war das der Ansporn, sich erst recht ins Zeug zu legen und neue Kooperationspartner zu suchen.

Das ist dem Münchener gelungen: Über die Redi School of Digital Integration, eine gemeinnützige Programmierschule, wird Bean United künftig die IT-Ausbildung von Migrantinnen finanzieren. Von nun an fließt ein Teil der Einnahmen zudem an das „Digital Women Program“ der Redi School.

Vor drei Jahren ist Thomas Greulich mit seinem Zwillingsbruder Philipp mit Bean United gestartet. Es ging schnell bergauf. Bis März war der Unternehmer im Gespräch mit vielen Konzernen – letztlich vergeblich. Das Geschäft kam mit Ausbruch der Corona-Pandemie praktisch zum Stillstand.

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    „Vor der Krise standen wir mit zahlreichen Großunternehmen, insbesondere Airlines, Hotels und Autobauern, in Verhandlungen“, sagt Thomas Greulich. „Da ging es um großes Volumen und damit um großes Impact-Potenzial.“ Weil diese Branchen besonders unter Corona leiden, sind die Entscheidungen der Einkäufer nun erst einmal aufgeschoben.

    Firmenkunden sind dem Start-up treu

    Aus dem für dieses Jahr angestrebten Wachstum wurde nichts, sagt Greulich. Er wollte ursprünglich eine halbe Million Schülerspeisen finanzieren. Nun sind es 2020 lediglich 200.000 geworden, das sind 50.000 weniger als 2019.

    Die bestehenden Abnehmer sind offenbar zufrieden: Von 100 Firmenkunden seit der Gründung seien fast alle noch mit dabei, beteuert Greulich. Den Kaffee von Bean United gibt es zum Beispiel beim Versicherer Allianz, beim Softwarehersteller Adobe sowie in Restaurants von Dean & David. Die Filialen der Kette waren wegen Corona allerdings monatelang geschlossen – und sind es auch jetzt wieder.

    Mit der Redi School hofft der Unternehmer, nun noch mehr Betriebe zu überzeugen. „Unser soziales Bürokaffeekonzept stößt besonders bei innovations- und technologieorientierten Unternehmen auf Anklang“, sagt der Gründer. Redi passe sehr gut zu Bean United, weil die Schule die digitalen Fähigkeiten von sozial benachteiligten Menschen fördere. „Zudem ist die Redi School als Social Business ein absoluter Überflieger im IT- und Tech-Sektor, mit Dutzenden von Topunternehmen als Partner und Kunden“, erklärt Greulich.

    Das gemeinsame Ziel: Es sollen 100 IT-Ausbildungsplätze für Frauen bis 2023 gefördert werden. Das kostet rund eine Viertelmillion Euro.

    Die Zwillingsbrüder vertreiben mit ihrem Start-up „Bean United“ Espresso und Kaffee Crema – und wollen so den Hunger bekämpfen. Quelle: Beans united
    Thomas und Phlipp Greulich

    Die Zwillingsbrüder vertreiben mit ihrem Start-up „Bean United“ Espresso und Kaffee Crema – und wollen so den Hunger bekämpfen.

    (Foto: Beans united)

    „Unsere neue Partnerschaft mit Bean United ermöglicht es Unternehmen, Redis soziale Mission auch über die tägliche Tasse Bürokaffee aktiv zu unterstützen“, sagt Birgit Köbl, Head of Partnerships der Schule in München. Sie rechnet vor: Ein Unternehmen mit 3000 Kaffee-trinkenden Mitarbeitern könne dafür sorgen, „dass wir zehn sozial benachteiligten Frauen ein ganzes Jahr lang digitale Fähigkeiten vermitteln können.“

    Der beste Espresso im Test

    Die Brüder besorgen sich ihren Kaffee bei Bauern in Brasilien, Guatemala und Indien, alles Partner, die sie persönlich kennen und schätzen. Im Schnitt würden sie die Hälfte mehr zahlen als bei „Fairtrade“, einem weitverbreiteten Siegel für fairen Handel, üblich.

    „Friendly Trade“ nennen die Geschwister Greulich ihr System. Die durch den Transport des Rohkaffees verursachten Abgase kompensieren sie mit dem Pflanzen von Bäumen. Geröstet wird bei Hardy Wild in Garmisch.

    Die Qualität scheint jedenfalls zu stimmen. Im Herbst wurde Bean United von der Kaffeezeitschrift „Crema Magazin“ zum „Espresso-Testsieger“ gekürt. Das Urteil der Experten: „Auf den Punkt geröstet, gute Bohnenqualität. Komplexe Komposition mit süßem Apfel, Honig und viel dunkler Schokolade.“

    Eine solche Empfehlung ist wichtig, denn es tobt ein harter Konkurrenzkampf auf dem Kaffeemarkt. Bean United tritt gegen Konzerne wie Tchibo, Darboven oder Nestlé an und gleichzeitig gegen viele junge, dynamische und häufig lokale Röster.

    Für das neue Jahr ist Greulich trotz Corona zuversichtlich: „Wir sind attraktiv für Firmen, die etwas für ihre Mitarbeiter tun wollen und für eine bessere Welt.“ Allerdings müssten die Beschäftigten dazu erst einmal in die Büros zurückkehren. Danach sieht es angesichts des Lockdowns bis mindestens 10. Januar derzeit allerdings noch nicht so recht aus.

    Mehr: So retten digitale Weltreisen einen Spielwarenhändler.

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