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Spenderspezialist aus Issum Coronavirus beschert Ophardt Hygiene einen kräftigen Umsatzschub

Unternehmer Heiner Ophardt stellt Spender für Desinfektionsmittel her. Durch die Verbreitung des neuen Virus wächst das Geschäft explosionsartig.
02.03.2020 - 17:21 Uhr Kommentieren
Stark nachgefragt. Quelle: Ophardt Hygiene
Desinfektionsmittelspender von Ophardt Hygiene

Stark nachgefragt.

(Foto: Ophardt Hygiene )

Düsseldorf In die wachsende Coronahysterie will Heiner Ophardt nicht einstimmen. Im Gegenteil: Sein gleichnamiges Unternehmen aus Issum am Niederrhein profitiert davon, dass die Anforderungen an die Hygiene in Krankenhäusern, Arztpraxen und öffentlichen Gebäuden rasant steigen.

„Zurzeit sind die Auftragseingänge bei uns so hoch, dass wir sie kaum bewältigen können“, erzählt der geschäftsführende Gesellschafter des Familienunternehmens Ophardt Hygiene. Der 58-Jährige stellt solche Apparaturen her, die auf Knopfdruck oder berührungslos Desinfektionsmittel abgeben, um zum Beispiel nach dem Toilettengang die Hände zu desinfizieren.

„Ich gehe davon aus, dass wir unseren Umsatz in diesem Jahr um 30 bis 50 Prozent steigern können“, erwartet er. Im vergangenen Jahr erzielte er einen Umsatz von knapp 100 Millionen Euro. Ophardt orientiert sich bei seiner Prognose an der sogenannten „Schweinegrippe“, die sich vor rund zehn Jahren ausbreitete. „Damals hat sich unser Umsatz innerhalb von sechs Monaten verdoppelt.“

Nicht dass er sich eine Pandemie wünschen würde, doch die „lässt sich anscheinend derzeit nicht mehr verhindern“, wie die aktuelle Entwicklung zeige. Er will dafür sorgen, dass möglichst wenig Menschen angesteckt werden oder den Virus übertragen.

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    Aber eine Epidemie wie die Verbreitung des Coronavirus ist ein Sonderfall für Ophardt und seine Spezialfirma. „Unser Kerngeschäft ist immer der Kampf gegen multiresistente Keime, zum Beispiel in Krankenhäusern“, erzählt Ophardt im Telefoninterview, das er von Kanada aus führt.

    Der CEO führt den Hersteller von Spendern für Desinfektionsmittel in zweiter Generation. Quelle: OPHARDT HYGIENE-TECHNIK  GmbH + Co. KG
    Heiner Ophardt

    Der CEO führt den Hersteller von Spendern für Desinfektionsmittel in zweiter Generation.

    (Foto: OPHARDT HYGIENE-TECHNIK GmbH + Co. KG)

    Denn dort hat das Unternehmen einen von acht Standorten weltweit. Und das sind nicht nur Vertriebsniederlassungen, sondern Werke, in denen er auch die Spender produziert. Die Fertigungstiefe ist für ein Unternehmen dieser Größe mit insgesamt 600 Mitarbeitern groß. „Wir fertigen quasi alle Teile der Apparatur selbst“, betont Ophardt.

    Hygiene für Krankenhäuser

    Die Firma ist aber ein reiner Hardwarehersteller. Die Flaschen mit den Flüssigkeiten liefern unterschiedliche Hersteller. Den Markt für Desinfektionsmittel in Deutschland teilen sich nach Angaben des Branchenverbands IHO in Frankfurt Unternehmen mit über 6000 Beschäftigten und einem Branchenumsatz von zuletzt einer Milliarde Euro.

    Der Ingenieur für Mechatronik führt das Unternehmen in zweiter Generation. Sein Vater Hermann, ebenfalls Ingenieur, hatte es 1962 in einer Garage in Issum gegründet, in dem Ort, der mehr für sein Diebels Alt bekannt ist. Er erfand ein Spendersystem, um die alkoholhaltigen Desinfektionsmittel mit einer Pumpe, einem Bedienhebel und austauschbaren Flaschen für die Flüssigkeit fein dosiert auf die Hände zu verteilen.

    Sohn Heiner wuchs am Niederrhein auf, machte an der TU Berlin sein Diplom als Ingenieur und zog zwei Jahre später nach Ontario, wo er über 20 Jahre lang das Kanada-Geschäft für seinen Vater aufbaute. 2011 schließlich übernahm der Sohn die Firmenleitung. Der Vater zog sich zurück und stellt heute mit 78 Jahren etwas ganz anderes her: Aluminium-Rümpfe für Lösch- und Polizeiboote.

    Unterdessen versucht Sohn Heiner, das Geschäft, das sich bisher zur Hälfte auf Nordamerika und Europa verteilt, auf andere Weltregionen auszudehnen. So startet er gerade in Armenien, um von dort Russland zu erschließen. Von den Philippinen aus will er das Asiengeschäft aufbauen.

    Dort gibt es ebenso wie in Europa Konkurrenten, die Spender für Desinfektionsmittel herstellen. Aber Ophardt macht sich wenig Sorgen, dass sie ihm den Rang ablaufen könnten. „Wir verkaufen nicht fertige Produkte, sondern entwickeln spezielle Lösungen für den jeweiligen Kunden“, sagt Ophardt.

    Den Großteil des Gewinns investiert er in Forschung und Entwicklung. Wenig Sorgen macht er sich auch über die Unternehmensnachfolge. So arbeitet bereits ein Sohn in der kanadischen Niederlassung, ein anderer kümmert sich in Issum um das weltweite Marketing.

    Mehr: Viele horten bereits Lebensmittel als Vorräte – obwohl hierzulande noch kein Ort großflächig isoliert worden ist.

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