Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Spieleverlag Clemens Maier hat Ravensburger zu einem Umsatzrekord geführt

Puzzle und Kugelbahn sind angesagt wie nie. Davon profitiert der Ravensburger-Chef. Die Erlöse stiegen unter seiner Führung zuletzt auf ein Rekordhoch.
28.01.2020 Update: 28.01.2020 - 15:13 Uhr Kommentieren
Maier beschert Ravensburger höchsten Umsatz der Firmengeschichte Quelle: Ravensburger
Ravensburger-CEO Clemens Maier

Der Urenkel von Unternehmensgründer Otto Maier gilt als ruhig, aber bestimmt.

(Foto: Ravensburger)

München Zusammensitzen und spielen: Für immer mehr Menschen ist das eine attraktive Alternative zu Smartphone und Fernseher. Von diesem Trend profitiert Clemens Maier. Der Chef des Spieleverlags Ravensburger hat vergangenes Jahr den höchsten Umsatz in der 137-jährigen Geschichte des Familienunternehmens erzielt.

So seien die Erlöse 2019 um knapp sieben Prozent auf etwa 524 Millionen Euro geklettert, teilte der 47-Jährige im Vorfeld der Spielwarenmesse in Nürnberg mit. Damit schnitt Deutschlands größter Spieleverlag deutlich besser ab als viele Konkurrenten.

In Deutschland erzielten die Spielwarenhändler insgesamt vergangenes Jahr zwar ein leichtes Plus, in anderen großen europäischen Ländern ist der Spielemarkt aber geschrumpft. Der fränkische Konkurrent Simba-Dickie ist praktisch nur durch Zukäufe gewachsen. Zu dem in Fürth ansässigen Unternehmen gehören Marken wie Bobby-Car, Noris und Schuco.

Es entspreche wohl dem Zeitgeist, „in Ruhe ein Puzzle zu machen“, sagte Maier dem Handelsblatt. Der Schwabe kann das mit Zahlen belegen: Das Geschäft mit Puzzles sei vergangenes Jahr um ein Fünftel gewachsen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Allerdings hat die Firma ganz innovative Varianten im Angebot, zum Beispiel die Exit-Puzzles, bei denen die Spieler auch noch Rätsel lösen dürfen. Ein Bestseller sei auch „Gravitrax“ gewesen, eine moderne Version der Kugelbahn. Insgesamt 3,8 Millionen „Gravitrax“-Produkte setzte das Unternehmen ab.

    Tiefe Verbindung zu Ravensburg

    Vor drei Jahren ist der Volkswirt an die Spitze des traditionsreichen Familienkonzerns aus Oberschwaben gerückt. Maier ist dem beschaulichen Ravensburg tief verbunden. Doch der Manager hat die Welt kennen gelernt: Er hat schon in Zürich gearbeitet, in London studiert, stand jenseits des Atlantiks in New York in Diensten eines Risikokapitalgebers.

    Von diesen Erfahrungen profitiert er jetzt, da er stark jenseits der Grenzen expandiert. Bereits zwei Drittel der Spielwarenumsätze erzielt Maier im Ausland. Sein Kinder- und Jugendbuchverlag hingegen beschränkt sich auf den deutschsprachigen Raum.

    Vergangenes Jahr baute Maier das Unternehmen kräftig um. Um dem Wildwuchs im eigenen Haus ein Ende zu machen, bündelte der Chef und Gesellschafter Beschaffung und Vertrieb unter einem Dach. Er löste zudem die beiden großen und äußerst eigenständigen Divisionen auf, die Spiele und den Buchverlag.

    Stattdessen entstanden vier Einheiten: traditionelle Brettspiele, Puzzles, Bücher und die Sparte Spielsysteme, die aus der schwedischen Tochter Brio besteht. Maier sah keine Alternative zu der Restrukturierung. Durch einige Akquisitionen gehörten schließlich inzwischen sieben Marken in fünf Ländern zur Gruppe.

    Der Urenkel von Unternehmensgründer Otto Maier gilt als ruhig, aber bestimmt. Die Neuorganisation verlaufe erfolgreich, meint er, sei allerdings längst nicht abgeschlossen. „Da gibt es noch viel Arbeit im Detail“, mahnt er.

    Eines jedenfalls hat sich sehr schnell und radikal geändert: Nach den Zukäufen im angelsächsischen Raum sowie in Schweden hat Schwäbisch nun einen schweren Stand im Familienunternehmen. Häufig wird jetzt Englisch geredet in den Sitzungen, oder besser: in den Meetings.

    Natürlich profitiert Maier auch von dem großen gesellschaftlichen Trend. „Immer öfter bleibt das Mobiltelefon in der Tasche, und es werden Spiele in Runden auf den Tisch gebracht“, heißt es beim Branchenverband Spieleverlage e. V. Die Industrie sei in den vergangenen fünf Jahren um mehr als die Hälfte gewachsen.

    Auf der Spielwarenmesse, dem weltweit wichtigsten Treff der Industrie, zeigt Maier von diesem Mittwoch an seine Neuheiten. Im Mittelpunkt steht einmal nicht das blaue Dreieck, das traditionelle Logo von Ravensburger, sondern die Tochter Brio aus Malmö.

    Die Kindereisenbahnen sind inzwischen mit Funkchips ausgestattet. Ihm sei nicht bange für 2020, so Maier, „die Konsumlaune ist in Ordnung“. Alles andere als ein weiteres kräftiges Plus wäre für ihn wohl eine Enttäuschung.

    Mehr: Mit der Modelleisenbahnmarke sind die Spielzeug-Unternehmer Florian und Michael Sieber erfolgreich. Im Mutterkonzern Simba-Dickie tun sie sich dagegen schwer.

    Startseite
    Mehr zu: Spieleverlag - Clemens Maier hat Ravensburger zu einem Umsatzrekord geführt
    0 Kommentare zu "Spieleverlag: Clemens Maier hat Ravensburger zu einem Umsatzrekord geführt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%