Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Roger Federer (Zweiter von rechts im Bild) und sein Team

Der Sportler investiert in On.

(Foto: On )

Spitzensportler Roger Federer steigt bei Schweizer Sportmarke On ein

Der Spitzensportler arbeitet bereits an seinem Leben nach dem Tennis: Als Miteigentümer will er mit den Gründern die Zukunft des Start-ups prägen.
25.11.2019 - 13:50 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Es ist der Schulterschluss zwischen einem der weltweit einflussreichsten Athleten und einer der am schnellsten wachsenden Marken in der Geschichte von Sportschuhen: Das Schweizer Start-up On und Tennis-Ikone Roger Federer kündigen eine einzigartige unternehmerische Zusammenarbeit an.

Freilich ist die Karriere des 20-fachen Grand-Slam-Gewinners noch nicht zu Ende, doch der 38-jährige Ausnahmesportler arbeitet schon an seinem Leben nach dem Tennis: Nicht als Werbeträger, sondern als neuer Miteigentümer der Laufschuhmarke wird er künftig vor allem in der Produktentwicklung und beim Marketing mitarbeiten, wie das Handelsblatt erfuhr.

„Es reizt mich, mit einem jungen Schweizer Unternehmen zusammenarbeiten zu können“, sagt Federer, der außer Tennis auch eine große Leidenschaft für Mode und Fashion hat - so arbeitet er bereits seit 1,5 Jahren mit dem japanischen Textilhersteller Uniqlo zusammen, wo er Einfluss auf künftige Linien nimmt.

Roger Federer zählt mit einem von „Forbes“ geschätzten Vermögen von rund 670 Millionen Franken zu den 300 reichsten Menschen der Schweiz. (Credit: On)
Vom Sportler zum Unternehmer

Roger Federer zählt mit einem von „Forbes“ geschätzten Vermögen von rund 670 Millionen Franken zu den 300 reichsten Menschen der Schweiz.
(Credit: On)

Der Ausrüstervertrag des ehemaligen Nike-Athleten soll weit über seine aktive Sportlerkarriere hinausgehen und satte 300 Millionen Dollar wert sein. Das Männermagazin „GQ“ zählt Federer, der außerdem mit Vouge-Chefredakteurin Anna Wintour befreundet ist, zu den dreißig bestgekleideten Männern der Welt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Schweizer Firma On ist ein Phänomen: Das Start-up hat es in wenigen Jahren geschafft, den höchst umkämpften Laufschuhmarkt aufzumischen, und dabei den Sportschuhmarkt in neun Jahren im Sturm erobert. Das gelang mit einem Modell, das eine Sohle aus zerschnittenen Gartenschläuchen hatte. Schätzungen taxieren den gesamten Umsatz inzwischen auf deutlich mehr als 100 Millionen Euro.

    Elite-Athleten gewinnen in den Schweizer Laufschuhen Olympia- und WM-Medaillen. Inzwischen ist On laut NPD-Marktforschung das vierte Jahr in Folge weltweit die schnellstwachsende Laufschuhmarke im Bereich Performance-Running, 150 Prozent plus zuletzt. In Deutschland, einem der wichtigsten Absatzmärkte, belegt die Firma Platz vier – noch vor den etablierten Anbietern New Balance und Brooks. Nur in den USA sind die Laufschuhe der Schweizer noch begehrter als hierzulande. Auf dem Schweizer Heimatmarkt ist die Marke die Nummer eins.

    Anfangs noch von der Konkurrenz belächelt, arbeiten die Schweizer inzwischen mit über 6000 Händlern in 55 Ländern zusammen, die in den Regalen Platz machen für Laufschuhe von On.

    „Ich bin schon seit längerer Zeit ein großer Fan von On und den Schuhen. Nach Gesprächen mit den Gründern wurde mir klar, dass wir noch viel mehr gemeinsam haben als unsere Schweizer Wurzeln“, sagt Federer, der bislang lediglich als Werbeträger an internationale Unternehmen wie Rolex, Mercedes oder die Credit Suisse gebunden ist. Außerdem wirbt der Tennisstar für Lindt & Sprüngli.

    Die neue Partnerschaft geht jedoch noch einen Schritt weiter. „Ich freue mich, Teil des On-Teams zu werden und die Zukunft einer globalen Sportmarke mit zu prägen“, sagt er. Angaben zur konkreten Höhe der Beteiligung gibt es bisher nicht. Federer, der mit einem von „Forbes“ geschätzten Vermögen von rund 670 Millionen Franken zu den 300 reichsten Menschen der Schweiz zählt, verrät allerdings, dass er bereits gemeinsam mit dem Team an neuen Produkten arbeitet und diese im Jahr 2020 fertig entwickeln und lancieren möchte.

    Das Büro, das E-Mails und Nerven spart
    Der Eingangsbereich
    1 von 23

    Wer das On-Hauptquartier in Zürich besucht, kommt aus dem Aufzug raus direkt in die Kreativzone der Schweizer Turnschuh-Tüftler. Kein Flur, kein Empfang, keine Sekretärin. Statt dessen eine ruhige, arbeitssame Atmosphäre mit vielen jungen Menschen. Übrigens: neben dem Aufzug gibt es auch eine Treppe, über die man etwas sportlicher über die zwei Etagen hoch zu On kommen kann.

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)
    Zeig her deine Schuhe
    2 von 23

    Natürlich ist im Hauptquartier die gesamte Produktpalette des Start-ups ausgestellt, das vor sieben Jahren gegründet wurde. Schuhe, so weit das Auge reicht...

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)
    Das On-Gründer-Team
    3 von 23

    Hinter dem Unternehmen stehen vor allem diese drei Köpfe (v.l.n.r.): Caspar Coppetti, Jahrgang 1976, der bei McKinsey arbeitete und Strategiechef bei der Werbeagentur Advico Young & Rubicam war. Olivier Bernhard, Jahrgang 1968, ehemaliger Profi-Triathlet und mehrfacher Ironman-Switzerland-Gewinner sowie David Allemann, studierter Jurist, Jahrgang 1970, der ebenfalls bei McKinsey arbeitete und u.a. Marketingchef beim Möbelhersteller Vitra war.

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)
    Wie alles begann
    4 von 23

    Im Gespräch erzählt uns der Gründer Olivier Bernhard (2.v.l.), was ihn damals dazu brachte, einen Laufschuh zu erfinden. Den früheren Ironman-Switzerland-Sieger plagten Probleme mit der Achillessehne. Schnell war klar, dass er eine Lösung finden musste, um auch künftig weiterlaufen zu können, ohne sich zu verletzen.

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)
    Quasi aus der Not geboren
    5 von 23

    Also begann der dreifache Familienvater, an einem neuartigen Schuh zu tüfteln, mit Gartenschläuchen, die er in kleinen Stücken an die Sohle klebte. Sein Schuh sollte Läufer schneller machen und versprach gesünderes Laufen. „Schon nach den ersten Versuchen mit dem Prototyp waren meine Probleme innerhalb weniger Wochen komplett verschwunden“, erzählt der Spitzensportler, der schon 2005 mit einem Schweizer Ingenieur über die Idee brütete.

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)
    Clouds an der Sohle
    6 von 23

    Die Gründung 2010 war eigentlich auch eine Trotzreaktion: Denn als der Tüftler Bernhard mit seinem Prototyp bei einem der größten Laufschuhhersteller der Welt auf der Matte steht, winkt dieser ab – mechanisch nicht zu realisieren und ökonomisch Unsinn, sagte man Bernhard. Damit war sein Ehrgeiz geweckt.

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)
    Jagd auf die etablierten Marken
    7 von 23

    Der Laufschuh mit den Wolken kommt an. Gleich im Gründungsjahr gewinnt On in München den Brand New Award für Innovation im Sport auf der Branchenmesse Ispo; ein Preis, der sich in der Sportartikelindustrie als Gütesiegel etabliert hat und den Händler als Orientierungshilfe für die kommende Sortimentsauswahl schätzen. Innerhalb von drei Jahren wächst die On-Belegschaft von fünf auf 45 Angestellte. Heute, sieben Jahre später, werden die Schuhe in mehr als 50 Ländern verkauft und sind bei über 3.000 Fachhändlern gelistet.

    (Foto: Gerry Nitsch für Handelsblatt)

    Der On-Mitgründer und ehemalige Weltmeister Olivier Bernhard sagt, die Beziehung zu dem vierfachen Familienvater Federer habe sich sehr natürlich entwickelt: „Wir haben auf verschiedenen Kanälen immer wieder gesehen, dass Roger On-Schuhe trägt, und gemeinsame Bekannte haben uns in Kontakt gebracht. Da haben wir herausgefunden, dass Roger ein langjähriger Fan von uns ist, und natürlich sind wir langjährige Fans von ihm. Die Schweiz ist ein kleiner Ort, und wir haben uns vor etwas mehr als einem Jahr zu einem ersten gemeinsamen Abendessen getroffen.“

    Bernhard sagt, es sei schnell klar geworden, dass die neuen Partner einen gemeinsamen unternehmerischen Weg gehen wollen, der sich von einem herkömmlichen Sportsponsoring deutlich unterscheidet. „Jeder weiß, dass Roger in seinem Sport führend ist, aber als sich unsere Freundschaft entwickelte, wurde offensichtlich, dass er auch ein natürlicher Leader und Macher außerhalb des Tennisplatzes ist“, so Bernhard. „Wir schätzen die gleichen Dinge und teilen die Leidenschaft für Innovation und Design. Roger wird eine große Bereicherung für unser Team sein.“

    Mehr: On-Chef Caspar Coppetti plant mit seiner Laufschuhfirma eine Revolution auf dem Bergschuhmarkt. Er erklärt, wie er etablierten Playern Marktanteile abluchsen will.

    Startseite
    Mehr zu: Spitzensportler - Roger Federer steigt bei Schweizer Sportmarke On ein
    0 Kommentare zu "Spitzensportler: Roger Federer steigt bei Schweizer Sportmarke On ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%