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Sportmode Willy Bogner kämpft um sein Lebenswerk

Ein Steuerverfahren bringt neue Unruhe in das Sportmode-Unternehmen. Dabei ringt Bogner bereits mit der Suche nach jüngeren Kunden und knappen Gewinnen.
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Der Modemacher kämpft derzeit an vielen Fronten gleichzeitig. Quelle: imago images / Stephan Görlich
Willy Bogner

Der Modemacher kämpft derzeit an vielen Fronten gleichzeitig.

(Foto: imago images / Stephan Görlich)

München Willy Bogner kommt gut gelaunt zum Gespräch in die Münchener Zentrale seines Sportmode-Unternehmens. Wie es um seine Firma bestellt ist, will das Handelsblatt wissen. „Wir spielen zwar Bundesliga, jedoch nicht Champions League“, sagt der 77-jährige Firmeninhaber. „Aber daran arbeiten wir.“

Daran arbeitet das Unternehmen weiterhin. Denn zweieinhalb Jahre ist Bogners Aussage alt. Bogner hat sich von seinem damals noch neuen CEO Alexander Wirth längst wieder getrennt, „wegen unterschiedlicher Auffassung in der Unternehmensausrichtung“.

Vor eineinhalb Jahren übergab Bogner dann die Verantwortung für sein Lebenswerk an Ex-Marc-O‘Polo-Manager Andreas Baumgärtner. Der muss die Abläufe verbessern, die Kollektion verjüngen und den Umsatz steigern, um Bogners Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Das ist eigentlich schon genug Arbeit in einer Zeit, in der reihenweise Modefirmen scheitern. Doch Bogner und sein Topmanager müssen sich noch mit einem anderen unangenehmen Thema beschäftigen. So sind jetzt neue Vorwürfe aufgetaucht in schon länger laufenden Ermittlungen in einem Steuerverfahren.

Es geht um Bogner-Mitarbeiter, die Kleidung ihres Hauses zum Vorzugspreis erhalten haben. Das Problem: Das Modeunternehmen hätte den geldwerten Vorteil versteuern müssen, tat es aber nicht, wie so viele andere Modefirmen.

Das Unternehmen hat zwar selbst „die Fehler entdeckt, den Behörden offengelegt“ und ist in „fortlaufendem Austausch mit den Steuerbehörden“, wie das Unternehmen auf Nachfrage betont. Doch noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen und die Höhe der möglichen Steuernachzahlungen nicht bekannt.

Das sorgt in der Bogner-Zentrale für Nervosität. Denn das Unternehmen hat im vergangenen Jahr nur einen kleinen Gewinn von rund 300.000 Euro erzielt. Zwar ist es gelungen, den Umsatz erstmals wieder leicht auf 157 Millionen Euro zu steigern. „Doch die Verjüngungskur mit niedrigeren Preisen für junge Kunden drückt den Gewinn“, sagt der Berater und Branchenexperte Franz Maximilian Schmid-Preissler.

Dabei hat es Baumgärtner geschafft, die Kollektion zu verjüngen, wie er zur Fashion Week in Berlin im Januar zeigte, und die Qualität hoch zu halten. Und dem 54-Jährigen ist es gelungen, dass die Luxusplattformen Net-a-porter und Mytheresa ab Herbst/Winter erstmals Kollektionen von Bogner verkaufen. Aber er muss vor allem Umsatz und Gewinn steigern, damit Bogner überleben kann.

Wenn er das schaffen sollte, dürfte Willy Bogner sein 87 Jahre altes Unternehmen zum Verkauf anbieten, erwarten Branchenexperten – wieder einmal. Vor ein paar Jahren hatte er den Verkauf gestoppt, weil ihm der Preis nicht passte.

Mehr: Die bayerische Modemarke Strenesse meldet Insolvenz an – bereits zum zweiten Mal.

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