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Sportmodefirma Ermittler durchsuchen Bogner-Zentrale – Verdacht auf Steuerhinterziehung

Das Sportmodeunternehmen steht im Verdacht der Steuerhinterziehung. Dabei lasten auf der Firma von Willy Bogner bereits ganz andere Probleme.
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Der Münchener Unternehmer hatte bislang wenig Glück mit seinen Managern. Quelle: imago images / Stephan Görlich
Willy Bogner

Der Münchener Unternehmer hatte bislang wenig Glück mit seinen Managern.

(Foto: imago images / Stephan Görlich)

Düsseldorf „Wir sind überrascht“, sagte die Pressesprecherin von Bogner, nachdem am Mittwochmorgen die Staatsanwaltschaft München I in der Zentrale des Sportmodeunternehmens in München Akten beschlagnahmte. Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung, wie sie bestätigte. Für Bogner kam dies unerwartet, weil das Unternehmen seit vielen Wochen die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen unterstützt.

Es geht um Bogner-Mitarbeiter, die Kleidung ihres Hauses zum Vorzugspreis erhalten haben. Das Problem: Die Modefirma hätte den geldwerten Vorteil versteuern müssen, tat es aber nicht, wie so viele andere Modefirmen. Das Unternehmen hat zwar selbst „die Fehler entdeckt, den Behörden offengelegt“ und ist in „fortlaufendem Austausch mit den Steuerbehörden“, wie das Unternehmen auf Nachfrage betonte. „Bislang warten wir eigentlich nur darauf, wie viel Steuern wir nachzahlen müssen“, sagte die Pressesprecherin.

Die unbekannte Steuernachforderung sorgt in der Bogner-Zentrale für Nervosität. Denn das Unternehmen hat zwar den Umsatz im vergangenen Jahr erstmals wieder leicht auf 157 Millionen Euro gesteigert, aber nur einen Gewinn von rund 300.000 Euro erzielt. Investitionen wie in die Verjüngung der Marke drücken die Marge des Unternehmens, das Ex-Skistar Willy Bogner gehört.

Bogner hat genug andere Probleme. So hat der Münchener Unternehmer bislang wenig Glück mit seinen Managern. Alexander Wirth sollte eigentlich das Unternehmen in die Zukunft führen. Doch dann musste er nach kurzer Zeit überraschend gehen.

Seit eineinhalb Jahren versucht der Ex-Marc O‘Polo-Manager Andreas Baumgärtner das Sportmodeunternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Er versucht, die Kollektion zu verjüngen und die Qualität hoch zu halten. Ihm ist es gelungen, dass die Luxusplattformen Net-a-porter und Mytheresa ab Herbst Winter erstmals Kollektionen von Bogner verkaufen. Aber er muss vor allem Umsatz und Gewinn steigern, damit Bogner langfristig überleben kann.

Wenn Baumgärtner das schaffen sollte, dürfte Willy Bogner sein 87 Jahre altes Unternehmen zum Verkauf stellen, erwarten Branchenexperten – wie schon einmal vor ein paar Jahren. Damals stoppte Bogner schließlich den Verkauf, weil ihm der Kaufpreis zu gering war. Und offensichtlich war er noch nicht bereit, sich von seinem Unternehmen wirklich zu trennen.

Mehr: Ein Steuerverfahren bringt neue Unruhe in das Sportmode-Unternehmen. Dabei ringt Bogner bereits mit der Suche nach jüngeren Kunden und knappen Gewinnen.

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