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Start-up Bean United Wie der Bürokaffee Kindern in Burundi helfen kann

Die Zwillinge Thomas und Philipp Greulich finanzieren mit ihrem Start-up Bean United Schülermahlzeiten in Burundi. Das kommt bei Firmenkunden gut an.
25.02.2020 - 13:54 Uhr Kommentieren
Für jedes Kilogramm Kaffee, das die Zwillinge absetzen, bezahlen sie zehn Mahlzeiten in dem afrikanischen Land. Quelle: Bean United
Thomas Greulich mit Schulkindern in Burundi

Für jedes Kilogramm Kaffee, das die Zwillinge absetzen, bezahlen sie zehn Mahlzeiten in dem afrikanischen Land.

(Foto: Bean United)

München Kaffee ist nicht einfach ein Heißgetränk. Für viele Menschen ist er das Lebenselixier im Büro. Immer mehr Angestellte in Deutschland tun inzwischen gleichzeitig ein gutes Werk, wenn sie zur Tasse greifen – indem ihr Arbeitgeber die Bohnen bei Bean United einkauft.

Denn das Start-up von Thomas und Philipp Greulich finanziert das Essen von Schülern in Burundi. Für jedes Kilogramm Kaffee, das die Zwillinge absetzen, bezahlen sie zehn Mahlzeiten in dem afrikanischen Land. Das kommt in Unternehmen gut an. Vor genau zwei Jahren sind die 40-jährigen Zwillinge gestartet. Inzwischen beliefern sie bereits 75 Betriebe, von kleinen Werbeagenturen bis hin zu den Versicherungskonzernen Allianz und Munich Re.

Die erste Kontaktaufnahme sei oft mühsam, meinen die Geschwister. „Viele Firmen kaufen Kaffee sehr billig ein, wir müssen daher viel erklären“, sagt Co-Gründer Philipp Greulich. So seien die Einkäufer meist darauf aus, die Ware möglichst günstig zu beschaffen. Genau das aber steht bei Bean United nicht im Vordergrund.

Vielmehr gehe es um einen fairen Preis, erläutern die Brüder. Das geht schon beim Einkauf los. So besorgen sie sich ihren Kaffee bei drei Bauern in Brasilien, Guatemala und Indien, alles Partner, die sie persönlich kennen und schätzen. Im Schnitt würden sie die Hälfte mehr zahlen als bei Fairtrade, einem weitverbreiteten Siegel für fairen Handel, üblich.

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    Kunden schätzen die Initiative

    „Friendly Trade“ nennen die Geschwister Greulich dagegen ihr System. Die durch den Transport des Rohkaffees verursachten Abgase kompensieren sie mit dem Pflanzen von Bäumen. Geröstet wird bei einem Mittelständler in Oberbayern. Knapp 20 Euro müssen Käufer für ein Kilogramm hinlegen, 2,50 Euro davon fließen für die Essensversorgung der Schüler.

    Die Kunden schätzen die Initiative der Brüder. „Viele unserer Mitarbeiter beginnen ihren Tag mit einer guten Tasse Kaffee – damit gleichzeitig einen humanitären Beitrag zu leisten, ist ein einfacher, willkommener Brückenschlag“, sagt Christoph Kull, Zentraleuropachef des US-Softwareherstellers Adobe. Wie Bean United sei es auch Adobe wichtig, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu sein. Daher sei die Kooperation für den Konzern so interessant.

    Größter Kunde aus der Gastronomie ist die Restaurantkette Dean & David. „Wir sind bei der Auswahl unserer Partner äußerst sorgfältig und legen großen Wert darauf, dass diese unsere Werte und Qualitätsansprüche teilen“, sagt Gründer und CEO David Baumgartner.

    Die Zwillinge haben das Getränkegeschäft bei Red Bull erlernt. Quelle: Bean United
    Thomas (l.) und Philipp Greulich

    Die Zwillinge haben das Getränkegeschäft bei Red Bull erlernt.

    (Foto: Bean United)

    Mehr als 200.000 Schulmahlzeiten hätten die Gäste von Dean & David bereits finanziert, rechnet der Unternehmer vor. Einen großen Teil der 120 Filialen, die den Kaffee von Bean United ausschenken, hätten sie besucht, um das Personal zu schulen, betonen die Zwillinge.

    Es tobt allerdings ein harter Konkurrenzkampf auf dem Kaffeemarkt. Bean United tritt gegen Konzerne wie Tchibo, Darboven oder Nestlé an und gleichzeitig gegen viele junge, dynamische und häufig lokale Röster.
    Trotzdem haben sich die zwei Gründer auch bei der Versicherung Allianz durchgesetzt. Und das aus mehreren Gründen, erklärt Egmont Merté, Leiter Gastronomie der Allianz Deutschland.

    So setze der Konzern in der Münchener Zentrale zu 100 Prozent auf Nachhaltigkeit. Das fange bei der Einrichtung an und gelte natürlich auch für das gastronomisches Angebot. „Mit Bean United haben wir einen Partner an unserer Seite, der unser Verständnis von exzellenter Qualität, Umweltschutz und sozialem Engagement teilt“, sagte Merté. „Unsere Allianz-Kollegen sind begeistert, dass sie mit jeder Tasse Kaffee auch etwas Gutes tun.“

    Einfach zu erklären

    So wächst Bean United denn auch rasant. Der Umsatz liege inzwischen im mittleren sechsstelligen Bereich. Dass ihre Idee vom korrekten Bürokaffee so schnell zu verstehen sei, sehen die Münchener als wesentlichen Vorteil. „Es lässt sich sehr einfach messen, was wir tun“, sagt Philipp Greulich. Wie sein Bruder begann er seine Karriere beim Getränkehersteller Red Bull.

    Die beiden scheinen sich gut zu ergänzen. Thomas ist der geborene Verkäufer und übernimmt den Vertrieb. Der ruhigere Philipp kümmert sich um die Zahlen. Am wichtigsten sei ihnen, dass es dank ihrer Arbeit in Burundi aufwärtsgehe. „Es kommen jetzt deutlich mehr Kinder als zuvor in die Schule, weil sie Essen bekommen“, sagt Thomas Greulich.

    Ziel sei es, das Geschäft jedes Jahr zu verdoppeln. Investoren brauchen sie nicht, praktisch ab Beginn finanzierte sich ihre Firma aus den laufenden Einnahmen. Sie wollen spätestens 2021 auf eine Million Mahlzeiten im Jahr kommen. Eine gute Sache für Unternehmenskunden sei das, findet Professor Matthias Fifka von der Universität Erlangen-Nürnberg: „Eine Kooperation mit Bean United ermöglicht es, einen Beitrag zu einer sozialen und ökologischen Transformation zu leisten.“

    Mehr: Mit diesem Gerät will Nestlé die Cafés erobern.

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