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Start-up Karacho Die Gründer Jonas Braun und Merlin Stellwag machen kalten Kaffee zur Erfolgsstory

Mit dem Cold-Brew-Kaffee „Karacho“ haben die Unternehmer in nur zwei Jahren die Supermarktregale erobert. Doch den Platz gilt es zu verteidigen.
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Die Gründer wollen aus „Karacho“ die Marke für Kaffeekaltgetränke in Deutschland schlechthin machen. Quelle: Karacho / Bjoern Friedrich
Braun und Stellwag

Die Gründer wollen aus „Karacho“ die Marke für Kaffeekaltgetränke in Deutschland schlechthin machen.

(Foto: Karacho / Bjoern Friedrich)

AschaffenburgSie hatten ein großes Ziel, aber keinen einzigen Kunden. Trotzdem ließen Jonas Braun, 30, und Merlin Stellwag, 29, im März 2017 genau 100.000 Dosen ihres Kaffeekaltgetränks „Karacho“ produzieren. „Das war sicher nicht die cleverste Entscheidung“, erinnert sich Stellwag.

Das Lager voll, das Mindesthaltbarkeitsdatum in Sichtweite, die Kasse leer – sie standen also schwer unter Druck. So wandten sich die beiden Jungunternehmer an die Drogeriemarktkette dm. Sie boten den Einkäufern ihr Trendgetränk Cold Brew an, also kalt gebrühten Kaffee. Zwei Monate später stand „Karacho“ bereits in den Regalen des Filialisten.

„Das hat die Firma gerettet“, ist sich Betriebswirt Stellwag heute sicher. Das gewaltige Risiko hatte sich ausgezahlt, er und sein Partner konnten sofort liefern und die dm-Läden landauf, landab bestücken.

Die Gründer sind angetreten, aus „Karacho“ die Marke für Kaffeekaltgetränke in Deutschland schlechthin zu machen. Gut zwei Jahre nach dem Start ist der Erfolg beachtlich: Die Dosen aus Karton finden sich inzwischen nicht nur bei dm, sondern auch bei Kaufland, in vielen Edeka-Läden, bei Rewe, Rossmann und Budnikowsky. Der Preis: knapp zwei Euro.

In ihrer Heimat Aschaffenburg betreiben die umtriebigen Kaffeeliebhaber zusätzlich ein eigenes Café, wo sie ihr Getränk aus dem Fass ausschenken.

Karacho Cold Brew trifft mit seinen Produkten den Zeitgeist. Lars Maier, Verkaufsleiter Dallmayr Gastronomie Service

Experten attestieren ihnen einen guten Riecher für den sich wandelnden Geschmack. „Karacho Cold Brew trifft mit seinen Produkten den Zeitgeist und das sich verändernde Konsumverhalten des modernen, mobilen Kunden“, sagt Lars Maier, Verkaufsleiter von Dallmayr Gastronomie Service. Die Münchener haben „Karacho“ gerade in ihr Sortiment aufgenommen und vertreiben das Getränk jetzt in Lokalen oder Kantinen.

Die Start-up-Unternehmer lassen den Kaffee beim sogenannten Cold-Brew-Verfahren 14 Stunden lang in kaltem Wasser ziehen. So soll das Getränk bekömmlicher sein, milder im Geschmack als gewöhnlicher Kaffee. Gleichzeitig enthält es aber mehr Koffein. Sie bieten unterschiedliche Sorten an, „Karacho Latte“ mit Biomilch oder „Karacho Coco & Rice“ für Veganer mit Kokos und Reis.

Die großen Kaffeeanbieter sind auf den Zug aufgesprungen

Jonas Braun ist mit Kaffee groß geworden. Sein Vater eröffnete in den 80er-Jahren eine Kaffeerösterei, die heute 30 Mitarbeiter zählt. Sohn Jonas ist inzwischen Teil der Geschäftsführung des Familienunternehmens. Auch Merlin Stellwag hat sich schon früher mit Kaffee beschäftigt und 2014 die Marke „Earlybird Coffee“ ins Leben gerufen. Die Firma betreibt er bis heute mit einem Partner in Stuttgart.

Kalter Kaffee in Pappbechern ist im Grunde nichts Neues. Die Molkerei „Emmi“ aus der Schweiz ist damit bereits seit mehr als zehn Jahren im Kühlregal vertreten, auch Starbucks vertreibt gekühlten Milchkaffee. „Karacho“ dagegen lässt sich bei Raumtemperatur lagern.

Inzwischen sind zudem große Kaffeeanbieter auf den Zug aufgesprungen: Tchibo bietet kalt gebrühten Kaffee in Flaschen an, die Geschmacksrichtung ist eher gewagt, Orange und Ingwer.

Angesichts dieser gewaltigen Konkurrenz bleiben die beiden Gründer und ihre bislang fünf festen Mitarbeiter realistisch. „Wir müssen jetzt erst mal schauen, dass wir uns halten“, sagt Stellwag. Bislang haben sie alles aus eigenen Mitteln finanziert, bauen ein eigenes Marketingteam auf, experimentieren mit einer breiteren Produktpalette.

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