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Start-up „Roadfans“ will mit Carsharing für Wohnmobile das Reisen verändern

Joscha Stephan will mit seinem Start-up das Mieten von Wohnmobilen einfacher machen. Der Markt boomt – das macht die Geschäftsidee umso schwieriger.
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Die Gründer des Start-ups Roadfans wollen das Mieten eines Wohnmobils vereinfachen.
Jan Philipp Harmes (l.) und Joscha Stephan (r.)

Die Gründer des Start-ups Roadfans wollen das Mieten eines Wohnmobils vereinfachen.

FrankfurtAm Anfang stand das, was Auslöser vieler Firmengründungen ist: Frust über ein fehlendes Angebot. Mit drei Freunden wollte Joscha Stephan kurzfristig mit einem Wohnmobil an den Gardasee fahren. Doch bei der Suche nach einem geeigneten Fahrzeug verzweifelte der 31-Jährige fast: Mindestmietdauer, lange Vorlaufzeiten, begrenzte Öffnungszeiten für die Abholung und die Rückgabe des Fahrzeugs, keine direkte Buchungsmöglichkeit.

„Das geht anders“, sagte sich Stephan. 2017 startete er mit seinem Cousin Jan Philipp Harmes, 26, Roadfans. „Das Thema Caravaning wurde uns in die Wiege gelegt. Unser gemeinsamer Großvater war Schreiner und hatte viele Jahre einen Betrieb für den Bau von Wohnmobilen“, so Stephan. Mithilfe einer intelligenten Software will Roadfans genau jene Probleme lösen, die Stephan einst ärgerten.

Auf der Webseite kann bequem die Verfügbarkeit geprüft werden – natürlich an Standorten in der Nähe. Mit wenigen Klicks ist das Wohnmobil gebucht, bezahlt werden kann etwa mit Paypal oder klassisch per Rechnung.

Das Wichtigste: Die Kunden sind nicht mehr darauf angewiesen, dass jemand bei Abholung und Rückgabe vor Ort ist. Der Wagen lässt sich per Smartphone öffnen, der Schlüssel liegt im Handschuhfach. Die entsprechende Fahrerlaubnis und der Personalausweis des Kunden werden vorab über eines der gängigen Identifizierungsverfahren überprüft.

Ebenfalls per Smartphone begutachtet der Kunde das Fahrzeug, ob es neben den mit einem Aufkleber gekennzeichneten Vorschäden weitere gibt. Wird er fündig, reicht ein schnelles Foto mit dem Handy zur Dokumentation.

Auch die ausführliche Erklärung des Wohnmobils läuft digital, per Video – wann immer der Kunde es möchte, denn die Fahrzeuge haben WLAN an Bord. „Tauchen Fragen oder Probleme auf, können sie sofort über einen WhatsApp-Chat gelöst werden“, so Stephan.

Die Wohnmobile selbst kommen von Händlern, mit denen Roadfans zusammenarbeitet. „In einigen Fällen mieten wir die Wagen aber auch für eine komplette Saison von Händlern und stellen sie an eigenen Standorten zur Verfügung“, sagt Stephan. Wer will, kann sich zudem den Caravan bringen und abholen lassen.

Der Boom hat Folgen

Das Ziel, so Stephan, sei es, digitale Services, die etwa im Mietwagenbereich längst Standard seien, auch beim Caravaning anzubieten. Keine ganz einfache Aufgabe in einem boomenden Markt. Nach Angaben des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) wurden 2018 über 71.000 Freizeitfahrzeuge in Deutschland zugelassen, so viel wie noch nie.

Der Verband rechnet für 2019 mit einem Plus von acht Prozent bei Reisemobilen und Caravans. „Für den Mietmarkt gibt es keine belastbaren Zahlen, aber Experten schätzen, dass das Wachstum dort noch größer ist“, so Stephan.

Doch der Boom hat Folgen. Die Händler kommen mit der Bedienung der Nachfrage kaum nach, neue Vertriebskonzepte stehen deshalb nicht ganz oben auf ihrer Agenda. Zudem wird der Markt von vielen kleineren Händlern dominiert, es ist also viel Überzeugungsarbeit notwendig.

Dennoch begrüßt man beim CIVD Geschäftsideen wie die von Roadfans. „Online-Angebote und Apps sind besonders interessant und wichtig, da sie vor allem junge Zielgruppen ansprechen“, sagt CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Trotz der Hürden – Stephan ist zufrieden mit den ersten Ergebnissen, Roadfans lebt von den Provisionen. Mittlerweile sind externe Investoren eingestiegen. Einer ist Carsten Bopp, ein ehemaliger Bombardier-Manager. Ein anderer ist eine Unternehmerfamilie aus Bayern, die nicht namentlich genannt werden möchte.

Die Finanzmittel kann der Gründer brauchen. Denn er will künftig nicht nur Wohnmobile, sondern auch Anhänger, Motorräder, Zelte, Fahrräder und anderes Equipment anbieten. Schon heute können Kunden zum Beispiel auch einen hochwertigen Grill dazubuchen.

„Wir wollen die Marke für die Freizeit auf Rädern werden“, beschreibt Stephan seine Idee für Roadfans. Nun sucht er weitere Partner. Supermärkte, Tankstellen, Flughäfen und Autohändler – überall dort könnten Wohnmobile stehen.

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