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Stefan Eishold Der Trüffelsucher im Mittelstand baut sein Firmennetz aus

Der Ex-Filmmanager übernimmt den Drucksachen-Spezialisten Sendmoments. Der 54-Jährige schätzt vor allem kleinere Familienunternehmen.
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„Klare Ansage und kurze Berichtswege.“ Quelle: Harry Meister
Stefan Eishold

„Klare Ansage und kurze Berichtswege.“

(Foto: Harry Meister)

WienDie Idee des Start-ups Sendmoments ist einfach. Online können die Kunden für ihre Geburtstagsfeier, Hochzeit oder Taufe aus einer Vielzahl von Vorlagen ihre persönliche Einladungskarte designen, die ihnen dann von der Münchener Firma gedruckt zugesandt wird.

Der Unternehmer Stefan Eishold hat das schnell wachsende Unternehmen – die Nummer zwei für personalisierte Drucksachen in Deutschland – nun gekauft. Für die Übernahme von Sendmoments mit einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro hat der Betriebswirt einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag gezahlt.

Sendmoments kommt unter das Dach seiner Arcus Capital in München, ein Firmenkonglomerat aus Industrie-, Medien- und Marketingunternehmen mit einem Gesamtumsatz von 240 Millionen Euro. Im Gegensatz zu Fonds steht Eishold nicht unter Druck zu verkaufen. „Wir haben Unternehmen, die wir nie mehr verkaufen. Pinsker werden wir überhaupt nicht verkaufen.“ Den 140 Jahre alten Druckspezialisten aus der Hallertau hatte er 2018 übernommen.

Unter den sieben Unternehmen findet sich auch der Auktionssender 1–2–3.tv. Die Firma passt gut zu Eishold. Zwischen 2000 und 2007 war er CEO und später Aufsichtsratschef des Filmunternehmens MME Moviement AG. Mit dem Verkauf der MME hat er ein kleines Vermögen verdient.

Von 2009 bis 2013 leitete er als CEO die Filmfirma Wige Media AG. Zuvor arbeitete er als Geschäftsführer des Metropolitan Zuges, einer Tochter der Deutschen Bahn, und hat sogar mal eine Horten-Filiale geleitet.

 „Wir gehen wie Unternehmer mit einem Unternehmen um“, sagt der gebürtige Frankfurter. „Wir investieren in profitable Unternehmen, die wir mit unseren Ideen noch gewinnträchtiger machen können.“ Er versteht sich als Trüffelsucher im Mittelstand. „Wir investieren in keine Branche, in der wir das Produkt nicht verstehen“, so Eishold.

Eishold kann Leute motivieren und hat für die Mitarbeiter ein offenes Ohr. Peter Graef, Chef der Hochdruckreiniger-Firma Oertzen

Er zahle nur Multiplikatoren auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von sechs bis sieben. In der Regel bringt Eishold 15 Millionen Eigenkapital pro Transaktionen ein. Er schätzt kleinere Familienunternehmen. „Wir können auch Zukäufe von 20 oder 30 Millionen Euro stemmen“, sagt er.

Der 54-Jährige besitzt ein großes Netzwerk in Deutschland. Sein Amt als Präsident für die Stiftung der Harvard Business School in Deutschland nutzt Eishold zum Aufbau von Verbindungen. Carl Christian Oetker, Sohn von Richard Oetker, arbeitete fünf Jahre bei ihm.

„Eishold kann Leute motivieren und hat für die Mitarbeiter ein offenes Ohr“, sagt Peter Graef, Chef der Hochdruckreiniger-Firma Oertzen. „Sein Managementstil steht für eine klare Ansage und kurze Berichtswege.“ Graef kennt den Investor gut, denn er war sein Vorgänger. Eishold hat Oertzen 2007 gekauft und sieben Jahre selbst geführt. Das sollte sich für ihn auszahlen, es wurde sein profitabelstes Investment.

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