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Stephan Zoll Der Chef von Signa Sports macht Deal mit Tennis-Pro perfekt

Immobilienunternehmer René Benko gehört bereits der Sporthändler Signa Sports. Der Kauf der Tennis-Pro-Gruppe soll den Geschäftsbereich stärken.
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Gilt als E-Commerce-Experte und strategischer Denker. Quelle: Signa Sports United
Stephan Zoll

Gilt als E-Commerce-Experte und strategischer Denker.

(Foto: Signa Sports United)

Wien, Düsseldorf Das Timing für die Übernahme der Übernahme der Tennis-Pro-Gruppe hätte Stephan Zoll, CEO der Sporthandelssparte Signa Sports des österreichischen Unternehmers René Benko, gar nicht besser treffen können. Auf dem heiligen Rasen des englischen Städtchens treffen sich ab Montag die Besten der Welt zum Duell.

Das Turnier ist noch immer die beste Reklame für diese Sportart. Die Tennis-Pro-Gruppe, der führende Tennis-Onlinehändler in Frankreich, Italien und Belgien, kann die Aufmerksamkeit von Wimbledon gut gebrauchen. Denn der Tennissport hat in Europa schon bessere Zeiten gesehen.

Wie viel Zoll für den Tennis-Onlinehändler, zu dem über ein Franchisesystem auch 48 Läden in Frankreich, Italien und Belgien gehören, gezahlt hat, wird als Geheimnis gehütet. Der Verkäufer Jean-Christophe Schaffo, Gründer und CEO von Tennis-Pro, ist auf alle Fälle glücklich: „Tennis-Point und Tennis-Pro sind ein perfect match.“ Signa Sports besitzt bereits den europäischen Marktführer Tennis-Point.

Für Zoll ist der Zukauf ein strategisch wichtiger Baustein, die Marktstellung im europäischen Tennis-Onlinehandel zu stärken. „Durch die Übernahme gelingt es uns, die geografische Präsenz unserer Tennisplattform in Europa deutlich auszubauen“, sagt der CEO.

Der Zukauf ist aber keine große Überraschung. Als im Dezember die Aeon Group, Asiens größter Händler, bei Signa Sports United eingestiegen war, machte Zoll eine klare Ansage: „Das Geld aus der Kapitalerhöhung fließt voll in das weitere Wachstum des Unternehmens.“ Und der promovierte Jurist ergänzte: „Wir wollen auch durch Zukäufe den Markt konsolidieren.“ Nun hat Zoll geliefert.

Signa Sports United betreibt schon heute nach Unternehmensangaben rund 80 Webshops mit annähernd drei Millionen Kunden in 17 Ländern. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die profitable Sportsparte Erlöse von 442 Millionen Euro. Zum Gewinn macht die Holding aber keine Angaben. Zu den Töchtern von Signa Sports gehören neben Tennis-Point mit Sitz in Herzebrock-Clarholz auch Marken wie Fahrrad.de und Bikester.

Zoll gilt in der Branche als versierter E-Commerce-Experte. Und der 48-Jährige hat bewiesen, dass er gerne groß denkt. So verließ er vor drei Jahren seinen sicheren Job als Deutschlandchef von Ebay, um als Digitalchef zum US-Traditionshändler Sears zu wechseln. Doch obwohl er es schaffte, dort die Onlineumsätze zu steigern, musste er nach einem Jahr wieder gehen. Denn Sears kam 2018 wegen seiner wirtschaftlichen Schieflage unter Gläubigerschutz.

Dadurch bekam der Immobilieninvestor und Karstadt-Kaufhof-Eigner Benko die Chance, den gebürtigen Hamburger zu Signa Sports zu locken. Die neue Aufgabe bei Signa stellte insbesondere für Zolls Ehefrau ein persönliches Opfer dar. Denn die Amerikanerin war froh, wieder in der Heimat zu leben. Doch Zoll reizte die Aufgabe bei Multimilliardär Benko zu sehr. Schließlich hatte Benko ihm den Auftrag gegeben, die „europäische und internationale Expansion voranzutreiben“.

Strategisch zu denken hat Zoll in seiner Karriere früh bewiesen. Bevor er zum Onlineauktionshaus Ebay kam, war Zoll Mitglied der deutschen Geschäftsleitung der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting, heute Oliver Wyman. Weitere Stationen waren die Consultingunternehmen Diamond Cluster International und Booz Allen & Hamilton sowie die Kanzlei Linklaters.

Mehr: Unter der Leitung von René Benko wurden Karstadt und Kaufhof eins. Dieser Deal machte Benko 2018 zum Strategen des Jahres.

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