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Studierenden-Plattform Stepstone übernimmt Berliner Start-up Studydrive

Die Axel-Springer-Tochter Stepstone kauft das stark wachsende Start-up Studydrive. Die Gründer bleiben an Bord – und wollen nun globaler Marktführer werden.
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Die beiden Studydrive-Gründer bleiben auch nach dem Verkauf weiter als Geschäftsführer an Bord.
Sven Gasper und Philipp Mackeprang

Die beiden Studydrive-Gründer bleiben auch nach dem Verkauf weiter als Geschäftsführer an Bord.

Düsseldorf Die E-Learning-Plattform Studydrive, auf der mehr als 700 000 Studenten von 100 Universitäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Lernmaterialen und Vorlesungs-Mitschriften teilen können, bekommt einen neuen Besitzer. Wie das Handelsblatt vorab erfahren hat, übernimmt das Karriereportal Stepstone das Berliner Start-up komplett. Am Dienstagnachmittag wurden die 50 Mitarbeiter von den Gründern und Geschäftsführern Sven Gasper und Philipp Mackeprang, beide 30 Jahre alt, informiert. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Die Geschäftsidee kam den beiden 2012 beim Karneval – in Rio de Janeiro. Gasper und Mackeprang studierten Wirtschaft in Maastricht und waren zum Auslandssemester in Sao Paolo, die Abschlussprüfungen standen kurz bevor. Doch die Feierlichkeiten in Rio wollten die jungen Männer unbedingt erleben. Auf der Rückfahrt im Bus büffelten sie und ärgerten sich darüber, dass es keine Austauschplattform für Lerninhalte gab. Die gründeten sie dann ein Jahr später selbst – mit nur 1000 Euro Startkapital, erst in Köln, später zogen sie um nach Berlin.

Schnell kamen sie ins Hubraum-Accelerator-Programm der Telekom, ab 2014 unterstützte sie ein Stipendium des Europäischen Sozialfonds. Bei zwei Finanzierungsrunden kamen mehrere Millionen Euro zusammen. Unterstützt und finanziert wurde Studydrive unter anderem durch Dieter von Holtzbrinck Ventures und Carsten Maschmeyers Venture-Capitalfirma Alstin. „Die Gründer sind für mich die Gründe für ein Investment“, erklärt Maschmeyer dem Handelsblatt. „Und bei Studydrive kann man sagen: Die Gründer sind die Gründe für diesen einzigartigen Erfolg. Sven und Philipp haben sich in ihrer Persönlichkeit fantastisch entwickelt, wir haben sie gerne gecoacht.“

Im vergangenen Jahr wurde Studydrive indes selbst zum Käufer und übernahm zwei Start-ups: die Lern-App Veed und das Karteikarten-Tool Skive. Für Studierende ist Studydrive kostenlos. Unternehmen bezahlen für Anzeigen, Mailings oder Stelleninserate im Karrierebereich – vor allem dort gibt es Synergien mit der Axel-Springer-Tochter Stepstone. „Wir haben mit Stepstone einen Partner gefunden, der unsere Vision teilt, die global führende Studierendenplattform zu werden“, sagt Gasper. „Wir wollen jetzt möglichst schnell wachsen bei den Nutzerzahlen und bei den Mitarbeitern, um unseren Marktvorsprung auszubauen.“

Den Stepstone-Chef Sebastian Dettmers lernte Gasper auf einer Konferenz in der Kaffeeschlange kennen. Die beiden verstanden sich so gut, dass sie sie sich noch am selben Tag zu einem längeren Gespräch trafen. „Wir haben schnell gemerkt, dass bei uns ein perfekter Match besteht“, erklärt Dettmers. „Studydrive ist ein fantastisches Unternehmen, das ein riesiges Potenzial hat und Gründer, die groß denken. So etwas sieht man in Deutschland selten.“

Stepstone wird Studydrive vor allem dabei helfen, international zu wachsen. „Wir bieten Zugang zu praktisch allen relevanten Arbeitgebern in den wichtigsten europäischen Märkten“, sagt Stepstone-Chef Dettmers. Für Studydrive seien als nächste Schritte Großbritannien oder Frankreich denkbar – „danach schauen wir weitere europäische Märkte an“.

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