Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

The Corner Bei Emmanuel de Bayser kaufen die Promis – jetzt will er expandieren

Der Franzose hat in Berlin drei Luxusboutiquen aufgebaut. Nun will er „The Corner“ in andere deutsche Städte bringen – und auch ins Ausland.
09.05.2019 - 04:20 Uhr Kommentieren
Der Unternehmer hat sich ein weltweites Netz in der Luxusbranche aufgebaut. Quelle: The Corner
Emmanuel de Bayser

Der Unternehmer hat sich ein weltweites Netz in der Luxusbranche aufgebaut.

(Foto: The Corner)

Düsseldorf Die Jeans sieht arg malträtiert aus: Oben ist ein dunkelblauer, breiter Stift mit Gewalt entlanggefahren, die Kniepartie ist brutal aufgerissen und mit einem farbigen Stoff unterlegt. Die ramponierte Hose kostet knapp 1000 Euro. Sie hängt in einer puristisch eingerichteten Luxusboutique in der Nähe des Ku’damms in Berlin.

Stolz zeigt Emmanuel de Bayser die Stücke der US-Marke Amiri. „Viele Fußballstars internationaler Klubs kommen zu uns und kaufen die Jeans aus L.A.“, sagt der Chef von The Corner. Auch Woody Allen, der Popstar Beyoncé und Topmodell Claudia Schiffer gehören zu den Kunden.

Der 46-Jährige hat mit seinem Partner Josef Voelk in Berlin einen Hotspot für Luxusmode geschaffen. Während viele Händler in der Textilbranche gegen den Umsatzschwund kämpfen, wächst das Geschäft de Baysers mit Topmarken von Chloé über Saint Laurent und Balmain bis zur neuen In-Marke Off-White.

Aus einer Boutique am Gendarmenmarkt sind inzwischen drei geworden. Und jetzt plant er die weitere Expansion. „Wir können uns The Corner als Franchisemodell im Ausland vorstellen“, sagte er dem Handelsblatt. „Wir können uns auch vorstellen, eigene Läden in anderen deutschen Städten zu eröffnen.“

Der Clou seines Konzepts: Zwar haben viele Luxusmarken große Flagship-Stores und sind in Kaufhäusern wie dem Kadewe oder Breuninger vertreten. „Aber wir haben von allen nur ganz wenige, ausgesuchte Stücke“, macht de Bayser klar, was seinen bisherigen Erfolg ausmacht. Er bietet eine spezielle Auswahl, die es sonst so nicht in einem Laden in Deutschland zu kaufen gibt. Und jedes Luxusteil hängt nur einmal in einer Größe im Laden.

De Bayser hat zwar ein 35 Mann starkes Team für seine Boutiquen, doch die Teile kauft er bei den Luxusmarken selbst ein. Er hat sich ein riesiges Netzwerk in der Luxusbranche aufgebaut und kennt heute alle wichtigen Spieler auf dem Weltmarkt.

Der gebürtige Pariser bewegt sich nicht erst seit 13 Jahren in der Luxusbranche, als er The Corner gründete. Bereits direkt nach dem BWL-Studium in Frankreich arbeitete er bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in München, wo er viele Luxuskonzerne geprüft hat. Danach wechselte er zu L’Oréal Paris, wo er für die internationale Kommunikation für die Beautysparte von Armani zuständig war.

Damals entstand die Idee, eine Modeboutique mit ausgewählten Luxusteilen zu eröffnen. „Viele Luxusfirmen suchten neue Möglichkeiten, Teile der Kollektion außerhalb der üblichen Flagship-Stores und Warenhäuser zu zeigen“, begründet er die Gründung vom ersten Laden The Corner, der seinen Namen schlicht der Lage in einem Ecklokal verdankt.

Onlinegeschäft spielt wichtige Rolle

Heute sind De Bayser und seine Boutiquen nicht nur in Berlin ein Begriff. „Man geht zu The Corner auch wegen der Wertschätzung, die man dort erfährt, dass man zu einem besonderen Kundenkreis gehört“, sagt Patricia Riekel, Ex-Chefin der Zeitschrift „Bunte“ in München.

Immer wenn sie nach Berlin reist, fährt sie als Erstes – noch mit ihrem Gepäck – in die Boutique. Das liegt sicherlich auch an der charmanten Art des groß gewachsenen Firmenmitinhabers, der im Gespräch zugleich sehr präsent als auch entspannt wirkt.

Es reicht aber nicht, dass De Bayser seine betuchten Kunden regelmäßig in seine Läden lockt. Das Onlinegeschäft spielt eine wichtige Rolle. Dort erzielt er schon die Hälfte seines Umsatzes, den er für das vergangene Jahr auf 20 bis 25 Millionen Euro beziffert. „Meine Berater haben engen Kontakt über die sozialen Medien zu unseren weltweiten Kunden“, verrät er. Sie wissen, welchem Kunden ein neu eingetroffenes Teil gefallen könnte, und schicken ihm ein Foto mit einem entsprechenden Kommentar.

Der Luxusverkäufer lebt seine Vorstellung vom schönen Leben auch privat. Er sammelt Designermöbel und hat seine großen Wohnungen in Berlin und in Paris mit Möbeln des französischen Modernismus eingerichtet. Damit schafft er es auch auf die Titelseiten von Hochglanzmagazinen wie „Architectural Digest“ oder von „Harper’s Bazaar Germany“.

Das wäre Grund genug, sich auf dem Erfolg auszuruhen. Doch de Bayser sagt nüchtern: „Wenn man denkt: ,Ich habe die Erfolgsformel‘, ist man schon tot.“

Deshalb probiert er immer wieder Neues aus. So ist es ihm gelungen, in seiner Boutique am Ku’damm die erste Verkaufsstelle für Ladurée, die französische Luxusmarke für Macarons, in Deutschland zu eröffnen. „Wir können uns die Expansion von Ladurée an weitere Standorte in Deutschland vorstellen“, deutet de Bayser an.

Startseite
0 Kommentare zu "The Corner: Bei Emmanuel de Bayser kaufen die Promis – jetzt will er expandieren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%