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Theo Albrecht junior Der Sohn des Aldi-Gründers sichert seine Macht ab

Der erbitterte Streit bei Aldi Nord ist beendet. Ein Gericht bestätigt, dass Theo Albrecht junior den Durchgriff in allen Stiftungen zurückbekommt.
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In der Führung des Discounters herrschen wieder klare Verhältnisse. Quelle: dpa
Logo von Aldi Nord

In der Führung des Discounters herrschen wieder klare Verhältnisse.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es ist nur eine ganz kurze Mitteilung, aber sie hat enorme Bedeutung. „Mit Beschluss vom 6. März 2019 wurde das Verfahren beendet. Das Rechtsmittel wurde als unbegründet zurückgewiesen“, schreibt das Bundesverwaltungsgericht auf Nachfrage.

Das Verfahren unter dem Aktenzeichen 6 B 135.18 setzt den Schlusspunkt unter einen langen und erbitterten Streit um die Macht beim Discounter Aldi Nord. Mit der Entscheidung der Verwaltungsrichter hat der Gründersohn Theo Albrecht jun. de facto wieder die volle Verfügung über alle drei Stiftungen, die das Kapital der Familie verwalten und als Anteilseigner alle strategischen Entscheidungen des Unternehmens einstimmig absegnen müssen.

Und was für ihn sicherlich die größte Genugtuung ist: Er muss sich in unternehmerischen Fragen künftig nicht mehr abstimmen mit seiner Schwägerin Babette und ihren Kindern, mit denen er sich seit dem Tod seines Bruders Berthold einen heftigen juristischen Schlagabtausch liefert.

Im Interview mit dem Handelsblatt hatte er geklagt, „die Kinder von Berthold könnten zusammen mit ihrem Anwalt das Unternehmen am Nasenring durch die Manege führen“.

Der Streit entzündete sich an der Jakobus-Stiftung, in die Berthold sein Vermögen eingebracht hatte. Kurz vor seinem Tod im Jahr 2012 hatte er die Satzung so geändert, dass seine Erben im Vorstand der Stiftung keine Mehrheit mehr haben. Gegen diese Änderung hatten Babette und die Kinder geklagt. Ihre Begründung: Berthold sei in seinen letzten Lebensjahren so krank gewesen, dass er nicht gewusst habe, was er tat.

Diese Klage hatte schon das Oberverwaltungsgericht Schleswig abgelehnt und keine Revision zugelassen. Dagegen wiederum hatte Babettes Anwalt Andreas Urban aus formalen Gründen Einspruch eingelegt – und nun endgültig verloren.

Deshalb betonte er jetzt, dass die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts nicht bedeute, dass das Urteil des Oberverwaltungsgerichts inhaltlich richtig sei.

Eine Pattsituation im Unternehmen

Das ändert aber nichts daran, dass seine Mandanten künftig in der Zuschauerrolle sind. In den Vorstand der Jakobus-Stiftung wird nun der Anwalt Emil Huber einziehen, einer der engsten Vertrauten von Theo Albrecht jun. und ein Vertreter des Topmanagements von Aldi Nord.

Komplettiert wird der Vorstand von zwei Töchtern von Berthold. Durch diese Pattsituation haben sie keine Möglichkeit mehr, Entscheidungen des Unternehmens zu blockieren oder sich eigenmächtig Geld aus der Stiftung auszahlen zu lassen.

In den anderen Stiftungen haben sie ohnehin nichts zu melden. Die Lukas-Stiftung ist unter Theos Kontrolle. Und in der Markus-Stiftung, die mit 61 Prozent Anteilen Mehrheitsgesellschafterin bei Aldi Nord ist, werden sie nie Mitspracherecht bekommen. Dort hatte den Vorsitz bis zu ihrem Tod im November 2018 Cilly Albrecht, die Witwe des Firmengründers Theo Albrecht.

Cilly war der Lebenswandel von Babette immer schon ein Dorn im Auge. Während sie mit ihrem Mann und auch Sohn Theo jun. extremst zurückgezogen und sparsam lebte, genoss Babette ihr Leben. Sie zeigte sich auf Partys und gönnte sich den einen oder anderen Luxus, was Cilly als Verrat an der Familientradition sah.

Schon zu Lebzeiten kritisierte sie Babette und deren Kinder. Sie geißelte ihre Lebensführung und sagte, sie würden sich „hemmungslos“ über den Willen ihres Vaters hinwegsetzen.

Ähnlich deutlich wiederholte sie dies in ihrem jüngst eröffneten Testament – und verfügte, dass die Kinder „ungeeignet für die Übernahme einer leitenden Verantwortung in der Markus-Stiftung“ seien.

Damit bleibt die Macht noch lange im engsten Kreis. Denn sollte Theo jun. einmal sterben, so verfügte es Cilly, werde dessen Tochter den Vorsitz in der Markus-Stiftung übernehmen.

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