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Thomas Kaiser ID4us will die europäische Antwort auf Amazon Go sein

Der Gründer des Start-ups will mit der DZ-Bank-Tochter VR Payment den Handel revolutionieren – ohne Kasse und die Beobachtung der Kunden mit Kameras.
20.02.2020 - 04:10 Uhr Kommentieren
Amazon Go bekommt Konkurrenz von europäischem Start-up ID4us Quelle: ID4us/ Jacqueline Wardeski
Thomas Kaiser

Der 55-Jährige finanzierte sein Unternehmen ID4us bisher durch Entwicklungsaufträge, Machbarkeitsstudien, Dienstleistungen und Fördermittel.

(Foto: ID4us/ Jacqueline Wardeski)

Düsseldorf Falsche Bescheidenheit kann man Thomas Kaiser nicht nachsagen. „Wir sind im Grunde die europäische Antwort auf Amazon Go“, sagt er selbstbewusst. Mit seinem Start-up ID4us hat der Duisburger Professor ein Verfahren entwickelt, das die Abrechnung von Einkäufen im Laden im Vorübergehen ermöglicht – ohne Schlange stehen an der Kasse und ohne das Einscannen eines Barcodes.

Das Verfahren gründet auf der Funkchiptechnologie RFID. Ein von ID4us entwickeltes Lesegerät ermöglicht es, dass der Kunde Waren in seine Einkaufstasche laden kann und die Abrechnung automatisch am Ladenausgang erfolgt. Alles, was er dafür tun muss, ist, sich vorher einmal mit einer App zu registrieren, damit ihm die Produkte zugeordnet werden können.

Die Innovation kommt offenbar im richtigen Moment an den Markt. Experten sehen ein großes Interesse an kassenlosen Bezahlsystemen bei deutschen Händlern. „Wir spüren einen Amazon-Go-Effekt im deutschen Handel“, bestätigt Cetin Acar, Projektleiter beim Handelsforschungsinstitut EHI.

Der US-Riese Amazon hat 2018 seine Ladenkette gestartet. In zahlreichen US-Großstädten hat er schon Läden eröffnet, in denen mittels Kameras und Sensoren und unterstützt von Künstlicher Intelligenz automatisch registriert wird, welche Waren welcher Kunde aus den Regalen nimmt.

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    Eine Kasse gibt es nicht, abgerechnet wird dann über eine App. Amazon hat bereits angedeutet, dass es diese Technologie auch nach Europa bringen könne. Doch sosehr diese Technologie die Branche fasziniert, so viele Fragezeichen stehen noch dahinter. „Keiner weiß genau, wie wirtschaftlich Amazon Go ist“, gibt EHI-Experte Acar zu bedenken.

    Bezahlen ohne Kassierer

    Die Technik ist aufwendig und sehr teuer. „Das können die meisten Händler gar nicht stemmen“, so Acar. Da genau greift das Start-up ID4us an. Bei seiner Lösung braucht es keine Kameras oder Sensoren, das Lesegerät identifiziert die Waren anhand von Funkchips am Produkt. Der Vorteil: Viele Händler haben ihre Waren ohnehin schon mit solchen RFID-Chips ausgerüstet, der Investitionsaufwand hält sich dadurch in Grenzen.

    Auch sind nur wenige Umbauten im Geschäft notwendig, um das System einzuführen. Einige Händler setzen schon heute die automatische Erkennung von RFID-Chips bei der Bezahlung ein. So kann der Kunde ohne die Hilfe eines Kassierers bezahlen – ohne jeden Artikel einzeln einscannen zu müssen.

    Der Kaffeespezialist Nespresso oder der Sporthändler Decathlon etwa nutzen solche Systeme, die von verschiedenen Technologiefirmen angeboten werden. Doch um die Waren in einer Einkaufstasche zu erkennen, brauchen diese Systeme in der Regel etwas, was der Physiker einen „Faraday’schen Käfig“ nennt.

    So wird dabei die Einkaufstasche in eine Metallkiste gestellt, die die Funkstrahlen reflektiert und so eine sichere Erfassung von nahe beieinanderliegenden Waren garantiert. Das Problem: Die Manipulation des Systems ist einfach. Hält der Kunde noch Waren in der Hand oder hat er sie in einer anderen Tasche, werden sie nicht erfasst.

    Die Technologie von ID4us dagegen schafft es, sämtliche RFID-Chips in der Nähe des Kunden zu erfassen – ohne einen physischen Kasten rund um die Waren. Der Händler muss bei dem System von Kaiser nur einen speziellen Ausgang schaffen, durch den die Kunden gehen müssen, damit die Erfassung nicht gestört wird.

    Mario Götze als Investor
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